<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Hackblog &#187; Es war einmal&#8230;</title>
	<atom:link href="http://www.hackblog.de/category/es-war-einmal/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.hackblog.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 18 Jul 2010 11:38:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
		<item>
		<title>Gold.</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2009/12/31/gold/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2009/12/31/gold/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 08:44:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>
		<category><![CDATA[So etwas wie ein Gedicht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/?p=2033</guid>
		<description><![CDATA[Man kann es nicht aufschreiben. Man kann es nicht haben. Man kann dazu gebracht werden. Man kann es geloben. Man kann sich in es hüllen. Man kann dazu verurteilt werden. Es herrscht. Es verschafft Zeit und dauert doch nur eine Minute. Es kann es selbst und sein Gegenteil zugleich sein. Es kann alles bedeuten und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Man kann es nicht aufschreiben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Man kann es nicht haben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Man kann dazu gebracht werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Man kann es geloben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Man kann sich in es hüllen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Man kann dazu verurteilt werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es herrscht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es verschafft Zeit und dauert doch nur eine Minute.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann es selbst und sein Gegenteil zugleich sein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann alles bedeuten und nichts.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann beeindruckend sein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann töten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann tief sein, kurz oder lang.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann Hinnahme sein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann verbergen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann bloßstellen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann beredt sein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann eisig sein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann gebrochen werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es kann bewahrt werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist nicht weise.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist ein Zeichen von Weisheit.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist Zustimmung.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist Ablehnung.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist ein Marsch.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist im Wald.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist in uns.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist ein Ausweg.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist der Preis.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es wird bezahlt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es wird geboten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es wird erzwungen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Lämmer tun es. Gräber. Waffen. Der dritte Affe. Die Mehrheit. Gott.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Rest ist es.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2009/12/31/gold/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>R.I.P.</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2008/09/19/rip/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2008/09/19/rip/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2008 16:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>
		<category><![CDATA[Treu&#038;Glauben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/?p=1489</guid>
		<description><![CDATA[deutsches Bankgeheimnis.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>deutsches 
<a  href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,579275,00.html" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/external/www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,579275,00.html');" >Bankgeheimnis</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2008/09/19/rip/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ich hatte sie alle</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2008/06/08/ich-hatte-sie-alle/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2008/06/08/ich-hatte-sie-alle/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Jun 2008 08:52:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>
		<category><![CDATA[Mir passiert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/?p=1401</guid>
		<description><![CDATA[Die schlimmsten und peinlichsten Studentenjobs liegen bei uns in der Familie. Mein Vater hat während seines Studium nächtens Eisenbahnwaggons im Akkord geschrubbt, Tabakpflanzen getrocknet, ist in Berlin als Bratwurst in den Straßen herumgelaufen und hat später am Fließband eines bekannten Würzmittelherstellers gestanden, wovon heute noch Kantinenbesteck in der Küchenschublade meiner Eltern zeugt (&#8220;Du, Papa, warum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die schlimmsten und peinlichsten Studentenjobs liegen bei uns in der Familie. Mein Vater hat während seines Studium nächtens Eisenbahnwaggons im Akkord geschrubbt, Tabakpflanzen getrocknet, ist in Berlin als Bratwurst in den Straßen herumgelaufen und hat später am Fließband eines bekannten Würzmittelherstellers gestanden, wovon heute noch Kantinenbesteck in der Küchenschublade meiner Eltern zeugt (&#8220;Du, Papa, warum steht da <em>Maggi</em> auf der Gabel?&#8221; – &#8220;Äh&#8230; so heißt die Firma&#8230; äh&#8230; die das Besteck&#8230; äh&#8230; Oh, guck mal, das Eichhörnchen da hinten im Garten!&#8221;) Meine Mutter war Dienstmädchen (so richtig mit Häubchen und Schürze), hat in Weinbergen und auf Kartoffeläckern geschuftet, mit Bienenkorbfrisur und ausgestopftem BH auf Rollschuhen gekellnert und bei der Post im Briefmarken abgestempelt.</p>
<p>Ich selbst war während meiner Lehrjahre unterwegs als Nachhilfelehrerin, Küchenhilfe, Pferdepflegerin, Putzfrau, Zimmermädchen, Bürogehilfin, Briefzustellerin, Lagerarbeiterin, Lektorin, Eis-, Textil-, Buch-, Haushalts- und Süßwaren-Verkäuferin, Probandin für sozialwissenschaftliche und psychologische Tests, Empfangsdame, Zeichentrickfigur, Komparsin, Promoterin, Telefonverkäuferin, Bankangestellte, Rechercheurin, Headhunterin und Kundenberaterin. Das Einzige, wovor ich – buchstäblich in der letzten Minute – zurückgeschreckt bin, war mich als Versuchsobjekt für Medikamententests zur Verfügung zu stellen.</p>
<p>Als Küchenhilfe verdiente ich in einem bayrischen Traditionslokal am Tegernsee, das hauptsächlich aus einem Bierausschank bestand, 900 Mark im Monat &#8211; wovon ich 700 Mark gleich wieder abgeben musste für &#8220;Kost und Logis&#8221;. Kost bedeutete, das man ab 22 Uhr die Reste der angebotenen Speisen essen durfte (Wurstsalat, Presssack, Weißwurst und grau angelaufenes Tartarbrot) und dazu so viel Leitungswasser trinken, wie man wollte. Logis nannten sie das winzige Zimmer unterm Dach mit Lüftungsluke und einer Nasszelle, die sogar einen Hobbitt zur Verzweiflung getrieben hätte. Die Toilette befand sich direkt unter der Dachschräge, konnte nur robbend erreicht werden und auch das Waschbecken war zum Niederknien.</p>
<p>Im Ausgleich dazu hieß es täglich zehn bis zwölf Stunden am Stück in der Küche stehen und endlose Berge Kartoffeln schälen, Rettiche zu Ziehharmonikas schnitzen und Zwiebeln hacken. Der intensive Geruch von Zwiebeln, Bier und Essig konkurrierte auf Trefflichste mit dem süßlichen Vanilleduft des Lagerfeldparfums, das die Töchter des Chefs flaschenweise über sich gossen, um die Herkunft ihres Wohlstandes zu verschleiern. Diese Ausgabe musste allerdings woanders wieder eingespart werden und so gab es nur einen einzigen grauen, verfilzten Putzlappen. Mit diesem wurde sowohl die Theke, auf der das Fleisch zerkleinert wurde, als auch die Klobrillen der Gästeklos und alles andere abgewischt. Nein, das ist keine urbane Legende, das habe ich mit eigen Augen gesehen und nach meinem ersten Arbeitstag daher auf die &#8220;Kost&#8221; verzichtet (obwohl ich sie dennoch bezahlen musste).</p>
<p>Eines Abends trennte ich mir beim Tomatenschneiden den halben Daumen ab und bekam eine Art Miniaturkondom darüber gezogen &#8211; nicht aus Fürsorge, sondern damit ich nicht das teure Essen voll blutete. Um vier Uhr nachts wachte ich dann auf, weil mein Daumen auf das Dreifache seiner ursprünglichen Größe angeschwollen war und mein Arm bis hinunter zum Ellbogen höllisch schmerzte. Ich fragte mich zum nächsten Krankenhaus durch und nach nur einer Stunde Fußmarsch im Dunkeln nähte man mir meinen Finger dort wieder an  &#8211; und schrieb mich für drei Tage krank. Die Krankschreibung bedeutete die fristlose Kündigung (&#8220;Mer könne hier nur Leut&#8217; g&#8217;brauche, wo schaffe wolle und auch a Freud habbe am Schaffe!&#8221;) und den Verlust meiner ersten eigenen Behausung.</p>
<p>Ich ließ mich als Pferdepflegerin auf Sylt anwerben. Pferde gab es in der netten Familienpension zwar vier Stück, um die kümmerten sich aber die Töchter der Inhaberin. Die Ställe auszumisten und das Sattelzeug zu pflegen traute man mir aber zu, genauso wie das Aufräumen und Putzen der Zimmer. Die Pensionswirtin hatte einen Fensterputztick, täglich musste ich daher sämtliche vorhandenen Fenster wienern (&#8220;Mit Rahmen! Und Fensterbänke auch!&#8221;) Die Tage begannen um sechs Uhr morgens und endeten zwischen 21 und 22 Uhr. Für die Plackerei sollte ich 800 Mark im Monat bekommen, aber weil ich angeblich zu langsam arbeitete, wurde der Betrag auf 500 Mark gekürzt und gleich komplett einbehalten für – raten Sie mal&#8230; richtig: für Kost und Logis.</p>
<p>Von der Insel sah ich kaum etwas und mich nach dem Sommer daher in der näheren Umgebung nach dem nächsten Job um. Ich fand einen als Bürohilfe in einer mittelständischen Firma für Umwelttechnik, die dabei war, sich zu einem Konzern zu entwickeln. Ob sie es geschafft hätte, wird niemand je erfahren, denn der Geschäftsführer landete vorher wegen diverser Steuerhinterziehungsgeschichten und Subventionsbetrügereien für etliche Jahre hinter Gittern. Meine Arbeit bestand darin, ihm und den Führungskräften &#8220;die Arbeit zu erleichtern&#8221;. Konkret bedeutete dies, die Hausaufgaben der Tochter des Chefs zu erledigen, welche vom Chauffeur dann am Empfang abgeholt wurden, die Ehefrauen am Telefon zu belügen (&#8220;Ein dringendes Meeting&#8230; wo Ihr Mann sich doch so auf den Opernbesuch mit Ihnen gefreut hatte&#8230; aber Sie wissen ja, er ist hier unentbehrlich&#8230;&#8221;), Präsente für die Freundinnen zu kaufen, Pausenbrote zu schmieren und dringende Besorgungen zu tätigen, zum Beispiel, wenn kein superflauschiges fünflagiges Chef-Klopapier, sondern nur noch das in den Personaltoiletten ausgelegte Schmirgelpapier für die unteren Chargen vorrätig war. Der Chef war ein unberechenbarer Kontrollfreak, in dessen Anwesendheit niemand seine Bürotür schließen durfte. Brachte ihn etwas in Rage, wozu es nur eines Widerwortes bedurfte, warf er mit Gegenständen um sich. In einem seiner Büroschränke stapelten sich daher kartonweise wie Ersatztelefone und Ersatzdiktiergeräte.</p>
<p>Als nächstes versuchte ich mich als Aushilfe bei der Post. Morgens um halb fünf wurden gemeinsam die Briefe sortiert, danach beeilte man sich, um eines der guten Fahrräder zu bekommen. Die schlechten waren die, welche mitsamt ihrer vorsortierten Last gern umkippten, weil der Ständer defekt war. Ich hatte meist Pech, mindestens zweimal pro Tour durfte ich bei hochsommerlichen Temperaturen alles wieder vom Bürgersteig einsammeln, bevor ich unter Lebensgefahr alberne Postkarten (ja, alle Briefträger lesen sämtliche Postkarten) und langweilige Werbeschreiben zustellte. Menschen mit großen, freilaufenden Hunden, welche Briefträger hassen und als zu jagende Objekte ansehen, montieren ihre Postkästen grundsätzlich gern hinter der Gartentür, direkt neben der Klingel und dem Schild mit der Warnung vor dem Hund.</p>
<p>Der nächste Job hatte den Vorteil, dass man schon mittags nach Hause gehen konnte, wo ich bis tief in die Nacht die Doktorarbeit einer Psychologin über die Gestalttherapie von Habermas auf Rechtschreib- und Grammatikfehler durchsah. Die Kopfarbeit war auch dringend nötig, nachdem ich mich im Außenlager einer namhaften Kaufhauskette acht Stunden lang vom Sender WDR4 beschallen lassen musste. Die ohne Pause und Gnade abgedudelten Schlagertexte von Heino über Roland Kaiser bis Engelbert frästen sich mir ins Hirn, während ich mit hundert anderen Frauen kochfeste Unterhosen mit seitlichem Eingriff zu je fünf Stück in Schachteln packte, Preisetiketten an Polyesterkittel knipste und Flusenbürsten über elektrisch knisternde Anzughosen rollte. Die Sonne knallte auf das metallene Flachdach und verwandelte die Halle in eine Sauna, dafür servierte die Kantine ab 45 Grad gemessener Raumtemperatur kostenlosen Zitronentee (also täglich). Die anschließende eineinhalbstündige Busfahrt nach Hause erlebte man als erfrischend.</p>
<p>Nach einigen Wochen wurde ich ins Kaufhaus abkommandiert, das man dort Aushilfen für den Sommerschlussverkauf benötigte. Den ersten Vormittag stand ich hilflos zwischen den Kleiderständern herum (&#8220;Blusen? Die sind&#8230; öh&#8230; irgendwo dahinten&#8230; glaube ich&#8230;&#8221;), doch eine ältere Kollegin nahm mich unter ihre Fittiche und lehrte mich einige hilfreiche Standardsprüche (&#8220;Ob man in Polyester schwitzt? Sag einfach, die meisten empfinden das nicht so&#8221;). Der Abteilungsleiter stellte mich neben einem Drehständer mit Lederjacken, die aus Resten zusammengenäht waren (&#8220;Das ist der neue Flickenlook, das trägt man jetzt so, in Mailand waren die auf jedem Laufsteg.&#8221;) und ich entwickelte mich zum wahren Verkaufstalent. Innerhalb von zwei Tagen hatte ich den Ständer leer verkauft, sechzig Jacken zu je 199 Mark.</p>
<p>Danach wanderte ich durch alle Abteilungen und verkaufte Malbücher, Zeitschriften, hochhackige Lackpumps, Weihnachtsbaumbehang aus Schokolade, Handtücher aus ägyptischer Baumwolle, versilberte Teekannen, Kassetten mit Kinderliedern und  Badeschwämme in Form von Ananas und Zitronen. Morgens musste die Kasse mit Wechselgeld gefüllt und abends abgerechnet werden, das bedeutete insgesamt eine Stunde Arbeit, die nicht bezahlt wurde. Und da mir niemand gesagt hatte, dass ich das Recht auf zwei Pausen hatte und ich zu blöd war zu fragen, stand ich ohne Unterbrechung elf Stunden im Laden, an Samstagen nur sechs. Wenn ich es nicht mehr aushielt und keiner hinsah, setzte ich mich manchmal für ein paar Minuten auf den Boden einer Umkleidekabine. Es wird nicht gern gesehen, dass Verkäuferinnen sich hinsetzen, sie müssen immer den Eindruck erwecken, beschäftigt zu sein und natürlich dürfen sie kein Schuhwerk tragen, das bequem aussieht oder es gar ist. Die Schmerzen in Rücken und Füßen waren höllisch.</p>
<p>Im Frühling bewarb ich mich bei einem Freizeitpark im Servicebereich und wurde als Bugs Bunny eingestellt (&#8220;Wir brauchen jemand Großes, Dünnes, der den Hoppelhasen macht.&#8221; – &#8220;Ich bin nur einen Meter sech-&#8230;&#8221; – &#8220;Macht nichts, das passt schon irgendwie.&#8221;) Noch heute frage ich mich, aus wie vielen Fotoalben ich dem Betrachter mit Plüschmöhre und Wäscheklammern an den Beinen entgegengrinse. Einmal bekam ich zwei Mark Trinkgeld, als ich mit Engelsgeduld eine halbe Stunden lang neben der eisverschmierten Göre eines bekannten Fernsehschauspielers in die Kamera winkte. Das war der Höhepunkt dieses Jobs.</p>
<p>Es folgte ein kurzer Job als Komparsin bei einer Fernsehserie (bei der ich neben Mario Adorf und Willi Quadflieg Passantinnen, Putzfrauen, Kaufhauskundinnen, Partygäste und Autofahrerinnen mimte), als Promoterin pries ich Tiefkühlpizza (&#8220;Mein Freund LIEBT das Zeug!&#8221;) und Hundefutter (&#8220;Meine Senta LIEBT das Zeug!&#8221;) an – ich hatte weder den einen noch die andere – und als Meinungsforscherin fuhr ich durch die benachbarten Bundesländer und befragte wildfremde Menschen darüber, ob sie auf Autobahnraststätten erst ihre Hosen hochzögen und dann die Toilettenspülung bedienten oder umgekehrt. Ein paar Wochen arbeitete ich als Headhunterin für eine Personalagentur, die großen Firmen, die schwere Landmaschinen herstellten, Kosten ersparte, indem sie anderen Firmen, die auch große Landmaschinen herstellte, die Leute wegschnappte, welche diese mühevoll ausgebildet hatten. Schließlich landete ich bei einer amerikanischen Großbank und blieb dort bis zum Ende meines Studiums. Dort konnte ich im Sitzen arbeiten, wurde bestens bezahlt und konnte meine Arbeitszeiten frei wählen.</p>
<p>Und das Fazit? Je weniger anstrengend eine Arbeit und je komfortabler der Arbeitsplatz eingerichtet ist, desto besser wird man dafür bezahlt. Heute bin ich froh, dass ich diese Jobs hinter mir gelassen habe, sollte jemand allerdings noch eine Pralinenverkosterin, Schlafmatratzentesterin oder Ponystreichlerin suchen, so wende er sich vertrauensvoll an mich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2008/06/08/ich-hatte-sie-alle/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bastelstunden</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2008/02/14/bastelstunden/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2008/02/14/bastelstunden/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 15:02:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>
		<category><![CDATA[Mir passiert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/2008/02/14/bastelstunden/</guid>
		<description><![CDATA[Die Kinder von heute haben es leicht. Mein Neffe hat mir zu Weihnachten eine Kerze geschenkt, bei der die Adjektive &#8220;krumm&#8221; und &#8220;schief&#8221; noch geschmeichelt sind. Macht aber nichts, der Docht ist so kurz, dass niemand es jemals schaffen wird, sie zu entflammen &#8211; dafür ist das Ding mit reichlich Glitzer bestreut, der überall haften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kinder von heute haben es leicht. Mein Neffe hat mir zu Weihnachten eine Kerze geschenkt, bei der die Adjektive &#8220;krumm&#8221; und &#8220;schief&#8221; noch geschmeichelt sind. Macht aber nichts, der Docht ist so kurz, dass niemand es jemals schaffen wird, sie zu entflammen &#8211;  dafür ist das Ding mit reichlich Glitzer bestreut, der überall haften bleibt. Nur nicht auf der Kerze.</p>
<p>Meine Nichte ist raffinierter vorgegangen und hat mir einen Kalender gebastelt. Wenn ich sage &#8220;gebastelt&#8221;, dann meine ich damit, dass sie einen Blanko-Kalender gekauft, 12 Fotos von sich (wem sonst) reingeklebt und diese mit Buntstift-Unterschriften versehen hat. Unter dem Augustbild, das sie mit ihrem bevorzugten Leihpferd zeigt, hat sie zum Beispiel &#8220;Raudi ist das beste und liebste Poni auf der ganzen Welt! Leider gehört er nicht mir!&#8221; notiert, während unter dem Septemberbild der zarte Hinweis &#8220;Diesen Monat habe ich Geburttag!&#8221; zu finden ist.</p>
<p>Solcherlei gab es nicht, als ich noch klein war und mich aufgrund prekärer Taschengeldverhältnisse und der Mitgliedschaft in der &#8220;Jungschar&#8221; zum Basteln genötigt sah. Da hieß es noch alles selbst zu machen (wir hatten ja nix). Ich verknüpfe tragische Geschehnisse damit. Einmal haben wir drei Nachmittage lang im unbeheizten Gemeindesaal mit klammen Fingerchen Laternen für den St.-Martinszug fabriziert. Dazu wurde ein Korpus aus schwarzer Pappe gefaltet, in den Löcher geschnitten wurden, die wiederum mit bunt angemaltem Butterbrotpapier von innen zugeklebt wurden. Oben rum zog man ein Stück Draht durch, befestigte einen kurzen Holzstock dran und stellte eine Kerze auf den Boden der Laterne. Ich lernte gleich zwei Dinge fürs Leben. Erstens: Pattex ist ein 1a-Brandbeschleuniger und zweitens: Pferde, auf denen ein dicker Mann mit Schwert und langem, wehendem Mantel reitet, mögen es gar nicht, wenn man seine lichterloh in Flammen stehende Laterne direkt neben ihrem Kopf hysterisch kreischend hin- und herschwenkt. Sie neigen in solchen Fällen zu unkontrollierten Handlungen.</p>
<p>Fortan wurde mir unter Androhung drakonischer Strafen verboten, ohne elterliche Aufsicht &#8220;mit irgendwas rumzukokeln&#8221;. Als Ausgleich stellte meine Mutter mir ihren Backofen als Bastelgerät zur Verfügung. Und zwar genau einmal. Heute malen die Kinder irgendwelche Schablonen auf Plastikfolien aus, hängen sie mit Bindfaden an der Gardinenschiene auf und nennen das Ganze &#8220;Fensterbilder&#8221;. Wir hingegen werkelten noch mit Metalldrähten und Glasgranulat herum. Erst wurde auf einem Blatt Papier ein Motiv gezeichnet, dessen Konturen bog man dann aus dickem Draht nach, legte sie auf ein Backblech, füllte die Zwischenräume mit buntem Granulat und schob das Ganze in den vorgeheizten Ofen zum Schmelzen. Obwohl ich erwartungsfroh vor der Backofentür ausharrte, geschah – nichts. Weshalb ich mich berechtigt fühlte, den Backofen von Stufe 2 auf Stufe 15 hoch zu drehen und mich ins Kinderzimmer zurückzuziehen.</p>
<p>Das irgendetwas nicht in Ordnung war, bemerkte zuerst unser Zwergkaninchen, das verzweifelt an der Terrassentür kratzte, um hinaus gelassen zu werden. Keine zwei Minuten später durchzogen stechender Gestank und beißender Qualm die Wohnung, ich krabbelte auf dem Fußboden Richtung Küche, um erst die Backofentür und dann das Küchenfenster aufzureißen. Woraufhin eine aufmerksame Nachbarin die 112 wählte und die Feuerwehr anrücken ließ, dessen Zugführer eine fatale Ähnlichkeit mit einem gewissen St. Martin-Darsteller aufwies und meinen Vater in eine Debatte über die Veranlagung rothaariger Kinder zu Feuerteufeln verwickelte.</p>
<p>Diese muss Eindruck hinterlassen haben, denn als alle anderen Kinder Bäume, Vögel und mit Blumen und Früchten verzierte Hüte aus Salzteig buken, wurde mir das unter dem Vorwand politisch korrekten Verhaltens verwehrt: &#8220;Du kannst hier nicht mit dem Essen spielen, wenn in Afrika die Kinder verhungern.&#8221;</p>
<p>Meine künstlerischen Fähigkeiten sollten jedoch nicht brachliegen und so meldete meine Mutter mich an der VHS fürs Töpfern an. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass allein die Kursleiterin Zugang zu dem Brennofen haben würde. Innerhalb eines Halbjahres  fabrizierte ich 102 Aschenbecher, 54 Vasen und 389 Schalen, die in die Weihnachts-, Geburtstags-, und Osterpakete an die Zone gelegt wurden, denn von dort war nur Dankbarkeit und keinerlei Widerspruch zu erwarten.</p>
<p>Von Kindern Gebasteltes darf man ja nicht wegwerfen – wer hat dieses bescheuerte Gesetz eigentlich erlassen? – weshalb im Arbeitszimmer meines Vaters heute noch ein buckliger Esel aus morschem Bast, ein kotzgrün glasierter Aschenbecher und ein undefinierbarer Klumpen, von dem niemand weiß, was und woraus er ist und was er darstellen soll(te), fleißig Staub fangen. Den Rest kindlichen Schöpfens verwahrt meine Mutter in einer riesigen Schublade im Keller: Kopffüßler aus Lederstücken und Knöpfen, Teller mit Gipsabdrücken von Händen und Füßen, Frösche, aus denen jahrzehntealte Linsen und Trockenerbsen quellen, mit Perlen und Muscheln beklebte Sperrholzschachteln, schrumpelige Gebilde, die mal aus Kastanien und Streichhölzern (natürlich ohne Schwefelköpfe!) bestanden, Puppenhäuser aus Papier, verblichene Gewürzbilder und einen ganzen Schwarm wichtig dreinblickender Makrameeeulen (schreibt sich das wirklich mit drei &#8220;e&#8221;?).</p>
<p>Den ganzen unnützen Kram habe ich schließlich mal mit meinen kleinen Händen und viel Mühe und Liebe hergestellt. Wenn ein Kind Ihnen also mal einen Tonklumpen oder ein Bild schenkt, stellen Sie keine Fragen wie &#8220;Was soll das denn sein? Eine Ente?! Sieht eher aus wie der schwindsüchtige Dackel von meiner Tante Trudi und das auch nur, wenn man ganz genau hinguckt&#8230; Und was ist das da auf dem Bild? Ein Haus? Das hat ja gar keine Fenster&#8230; und die Tür ist zwei Meter über dem Boden&#8230; und wieso kommt mitten im Sommer Rauch aus dem Schornstein?&#8221; Statt dessen pappen Sie das Bild an den Kühlschrank und wenden sich an alle Anwesenden mit dem freudigen Ausruf: &#8220;Guckt mal, das HAAAAA-AAAAAUS! Das hat unsere Jaqueline ganz ALLEINE gemalt!&#8221; Und dann bewahren Sie es bis zum Lebensende auf, denn nur ein Hausbrand oder ein Tsunami entschuldigen ein Fehlen der Produkte kindlichen Schaffens.</p>
<p>Irgendwann kam ich aufs Gymnasium und dort fand kein &#8220;Handarbeiten und Werken&#8221; mehr statt, dort unterrichtete man &#8220;Kunst&#8221;. Was ich in diesem Unterricht herstellte, brachte unsere Familie auf eine schwarze Liste in der DDR. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.<br />
<span style="font-size: 12pt; font-family: 'Times New Roman'"></span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2008/02/14/bastelstunden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warum ich länger als geplant gebraucht habe, um Examen zu machen</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2008/02/10/warum-ich-langer-als-geplant-gebraucht-habe-um-examen-zu-machen/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2008/02/10/warum-ich-langer-als-geplant-gebraucht-habe-um-examen-zu-machen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Feb 2008 14:53:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>
		<category><![CDATA[Mir passiert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/2008/02/10/warum-ich-langer-als-geplant-gebraucht-habe-um-examen-zu-machen/</guid>
		<description><![CDATA[Auf die Frage meiner Eltern und anderer Verwandten, wann ich denn Examen machen würde, antwortete immer dasselbe: &#8220;Bald.&#8221; Das es länger dauerte, als geplant, lag nicht nur daran, dass ich halbtags arbeiten ging und abends gern den vielfältigen Verlockungen des Bochumer Nachtlebens oder der Attraktivität der Kommilitonen erlag. Es lag vor allem an dem Umstand, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf die Frage meiner Eltern und anderer Verwandten, wann ich denn Examen machen würde, antwortete immer dasselbe: &#8220;Bald.&#8221; Das es länger dauerte, als geplant, lag nicht nur daran, dass ich halbtags arbeiten ging und abends gern den vielfältigen Verlockungen des Bochumer Nachtlebens oder der Attraktivität der Kommilitonen erlag. Es lag vor allem an dem Umstand, dass an der Massenuniversität, an der ich studierte, die prüfungsberechtigten Professoren en masse dahinstarben.</p>
<p>Obwohl meine Überlegungen nach dem Abitur nicht von Zielstrebigkeit geprägt waren &#8211; <em>in Mathe warst du immer eine Niete, Chemie und Physik sind bäh, in Medizin musst du an Leichen rumschnippeln, außerdem hast du von Biologie trotz Abiturfach genauso wenig Ahnung wie von Geologie, Sport geht wegen deiner Höhenangst (Ringe! Taue! Recks! Trampoline!) nicht und für Germanistik und  Theologie brauchst du das große Latinum – machst du halt was mit Französisch oder mit Geschichte oder mit Medien oder mit Psychologie oder mit Kunst</em> – gedachte ich innerhalb der Mindeststudienzeit fertig zu werden.</p>
<p>So startete ich bereits am ersten Tag des ersten Semesters konsequent durch und beschloss, meine Scheine vorrangig bei Herrn K.-L. zu erwerben, da dieser den Ruf genoss, sich in der mündlichen Prüfung, vor der ich die meiste Angst hatte, wohlwollend zu verhalten. Leider scheiterte dieser Plan daran, dass Herr K.-L., frisch aus einer psychosomatischen Klinik entlassen,  sich noch vor Beginn der ersten Seminarstunde das Leben nahm.</p>
<p>Das Gerücht, er habe sich zu diesem Zweck vom Gebäude der Geisteswissenschaftler gestürzt, erwies sich allerdings als falsch, denn derjenige, der dies tatsächlich getan hatte, war laut Dekan &#8220;noch nicht einmal immatrikuliert&#8221;. Dafür kursierten jahrelang urbane Legenden, in denen allerhand Vergleiche zwischen Wassermelonen und dem Schädel von Herrn K.-L. vor und nach dem Aufprall angestellt wurden.</p>
<p>Ich stellte meinen Stundenplan zu Gunsten von Frau M. um und erwarb dort auch einen Schein. Die Sprechstunde, in der ich mir diesen vor Beginn der Semesterferien abholen wollte, musste leider ausfallen, denn Frau M. war in der Mensa von einer Sekunde auf die andere tot umgefallen &#8211; angeblich <em>bevor</em> sie dort etwas zu sich nahm.</p>
<p>Ich begann mich zu fragen, ob die lebensfeindliche Umgebung ein Stück zur Lehrkräftedezimierung beitrug. An diesem gigantisch hässlichen Ort, einem 70er-Jahre-Plattenbau aus grauem Beton war alles, außer den Wände des Aufzugs für Blinde, der mit Teppich ausgeschlagen war, mit ödem Graffiti beschmiert. In meiner Fakultät war die meistbenutzte Begrüßungsformel zwischen zwei Studenten: &#8220;Lebt dein Hauptfachprüfer noch?&#8221; Sei es, dass die Uni kein Geld hatte, sei es, das man die Art ihres Abganges als unausgesprochene Kritik ansah, die Stellen der Verstorbenen wurden jedenfalls nicht neu besetzt. Proseminare konnten fortan nur bei geöffneten Türen stattfinden, da sich trotz extra eingeflogener japanischer U-Bahn-Stopfer mehr als 200 Studenten vor den Fluren der für höchstens 40 Teilnehmer konzipierten Räume drängten.</p>
<p>Sich mit der Auswahl des Prüfers Zeit zu lassen, schien mir in dieser Lage ein guter Plan zu sein, also belegte ich ohne Hintergedanken Vorlesungen bei Herrn M., Herrn W. und Frau B. Herr M. zerstritt sich, kaum das die Druckerschwärze des Vorlesungsverzeichnisses getrocknet war, mit dem Dekanat. Er rächte sich dafür an seinen Studenten, indem er seine Veranstaltungen entweder auf Montag Morgen um halb acht oder Freitag Abend um neunzehn Uhr verlegte. Der Gerechtigkeit halber muss man erwähnen, das diese Veranstaltungen für ihre Kürze bekannt waren: sie dauerten nämlich nur 60 Sekunden. Exakt solange brauchte Herr M. für einen Blick in den Seminarraum und den Satz: &#8220;Ach, nur fünf Leute. Dann fällt das hier aus.&#8221; Herr W. erlitt drei Wochen nach Ende des Semesters bei der Pflege des heimischen Gartens einen Herzinfarkt. Frau B. ereilte zwar nicht der Ruf des Herrn, aber dafür der von einer anderen Universität.</p>
<p>Ich wäre wohl verzweifelt, wenn ich nicht durch Zufall in die Vorlesung von Herrn S. geraten wäre, den ich als den besten Lehrer bezeichnen möchte, den ich je hatte. Er war mitreißend, genial und den Studierenden zugewandt. Nach jeder seiner Vorlesungen gab es standing ovations. Innerhalb eines Semsters machte ich die letzten vier noch ausstehenden Scheine, das Studium verlief angenehmerweise ohne weitere Todesfälle und ich schrieb schließlich meine Examensarbeit bei Herrn S.</p>
<p>Erst das Abholen derselben erwies sich als schwierig. Drei Sprechstunden von Herrn S. fielen kurzfristig aus, ohne das ein Grund angegeben wurde. Die vierte sollte laut Sekretariat daher unbedingt stattfinden, selbst wenn &#8220;der HiWi sie abhalten müsse&#8221;. Ich tauschte eine Arbeitsschicht mit einem Kollegen, fuhr zur Uni, ergatterte nach nur 30-minütiger Suche einen Parkplatz und keuchte, da die Fahrstühle mal wieder außer Betrieb waren, die fünf Stockwerke zu seinem Büro hoch.</p>
<p>Vor der verschlossenen Tür von Herrn S. brannte eine Kerze, um die jemand einen Chiffonschal drapiert hatte. An die Wand davor gelehnt saßen etliche Kommilitonen, zwei Studentinnen hielten sich weinend im Arm. Ich weiß noch, wie ich dort auf dem Flur stand und nur ein einziges Wort dachte, immer wieder nur dieses eine Wort. Nein. Nein, nein, nein.</p>
<p>Nach einer Weile kam der HiWi aus dem Sekretariat und heftete eine kurze Notiz an die Tür, die wenige Stunden zuvor noch die Bürotür von Herrn S. gewesen war. Er erzählte, die Sprechstunden seien ausgefallen, da Herr S. sich einer endogenen Depression wegen in Behandlung befunden hätte. Davon habe niemand erfahren sollen. Wenige Tage, nachdem er wieder zuhause bei seiner Frau und den beiden Kindern gewesen sei, wäre er eines Morgens in den Gartenschuppen gegangen, habe sich einen Gewehrlauf in den Mund gesteckt und abgedrückt.</p>
<p>Es fand sich nur einer, der bereit gewesen wäre, die vielen Prüflinge von Herrn S. zu übernehmen und das war Herr R. Glücklicherweise kannte ich ihn zum einen durch ein Seminar, zum anderen war er sehr gut mit einer Freundin von mir bekannt. In seiner Sprechstunde erzählte er mir, dass er noch bei seiner Mutter lebe, die sehr krank sei und die er deshalb pflege und welche Reisen er plane, wenn &#8220;das gut überstanden sei&#8221;.</p>
<p>Drei Wochen vor der mündlichen Prüfung blätterte ich in einer Zeitung, die jemand auf dem Tisch in der Bibliothek hatte liegen lassen. Im Lokalteil stand eine kurze Notiz darüber, dass der Universitätsprofessor Herr R. am Vortag seinem langjährigen Krebsleiden erlegen sei.</p>
<p>Ich setzte mich auf die Steinmauer bei den Fahrradständern, betrachtete die rissigen Bodenplatten und zerbröselte deprimiert mein Pausenbrot, als mich Herr K. ansprach. Herr K. schlurfte seit Anbeginn der Uni klein, gebeugt und weißhaarig durch die Flure und Vorlesungssäle. Er war mit Herrn S. eng befreundet, eine Art Ersatzvater für ihn gewesen. Er fragte, was los sei und ich sprudelte alles en detail heraus, bis der Gute  schließlich erschöpft nickte, einen plötzlich einsetzenden Gewitterregen als billige Entschuldigung vorschob und ins Gebäude entfloh.</p>
<p>Keine Ahnung wie (und warum) er es anstellte, aber Herr K., der ein zwar verwandtes, aber dennoch anderes Fach unterrichtete, wurde als mein Hauptfachprüfer zugelassen. In der Nacht vor der Prüfung rief er mich an und entschuldigte sich wortreich für die späte Störung. Er könne nicht schlafen und seine Frau habe ihn wegen seines ruhelosen Umherwälzens aus dem Bett geworfen. Nun sitze er am Küchentisch und wisse eigentlich nicht, was er mich morgen fragen solle, ob ich ihm nicht ein paar Vorschläge unterbreiten könne.</p>
<p>Nicht einen Moment hatte ich das Gefühl in einer Prüfung zu sitzen, wir unterhielten uns einfach über ein Thema, für das wir uns beide leidenschaftlich interessierten. Obwohl ich anfangs, das muss ich zugeben, nervös Gesichtsfarbe, Atemfrequenz und das Pulsieren der Halsschlagader des fast achtzig Jahre alten Herrn K. im Auge behielt. Irgendwann nörgelte einer der beiden Beisitzer, die Zeit sei längst um. &#8220;Das war eine Eins, sehen Sie das auch so?&#8221; fragte Herr K. und als die beiden anderen nickten, unterhielten wir uns noch eine ganze Weile weiter, während sie sich ans Fenster stellten und eine Zigarette rauchten.</p>
<p>Noch am selben Nachmittag räumte ich zuhause meinen Schreibtisch auf, packte alle Unterlagen weg und sortierte einige Bücher aus. Dabei fiel mir der Ratgeber in die Hände, den ich zu Beginn meines Studiums gekauft hatte, ein Taschenbuch von Hermann Kohn und Ottmar Weber mit dem Titel &#8220;Uni überleben&#8221;. Ich habe es nie gelesen. Vielleicht hätte ich es weiter verschenken sollen.<br />
<span class="fliesstext"></span><span style="font-size: 12pt; font-family: 'Times New Roman'"></span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2008/02/10/warum-ich-langer-als-geplant-gebraucht-habe-um-examen-zu-machen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Als mein Vater bei der RAF war&#8221;</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2007/09/14/als-mein-vater-bei-der-raf-war/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2007/09/14/als-mein-vater-bei-der-raf-war/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Sep 2007 08:59:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>
		<category><![CDATA[Mir passiert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/2007/09/14/als-mein-vater-bei-der-raf-war/</guid>
		<description><![CDATA[- oder &#8220;Wie ich meinem Vater mal den Verfassungsschmutz auf den Hals hetzte&#8221; Wenn die Gespräche der Erwachsenen interessant wurden, geschah das exakt zu dem Zeitpunkt, da man aufgefordert wurde die Tür des Kinderzimmers von innen zu schließen. Verdammt. Jahrelang konnte ich unter dem Esstisch komplett desinteressiert tun (&#8220;Mais pas devant les enfants!&#8221; &#8211; &#8220;Ach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>- oder &#8220;Wie ich meinem Vater mal den Verfassungsschmutz auf den Hals hetzte&#8221; </strong></p>
<p>Wenn die Gespräche der Erwachsenen interessant wurden, geschah das exakt zu dem Zeitpunkt, da man aufgefordert wurde die Tür des Kinderzimmers von innen zu schließen. Verdammt. Jahrelang konnte ich unter dem Esstisch komplett desinteressiert tun  (&#8220;Mais pas devant les enfants!&#8221; &#8211; &#8220;Ach was, die sind so in ihr Spiel vertieft&#8230;&#8221;), mit fortschreitendem Alter aber stellte ich die Fragen, die mir im Kopf herumgingen am Tag danach laut (&#8220;Du Mama, wieso ist es nicht gut, dass der Opa nichts anbrennen lässt?&#8221; &#8211; &#8220;Papa? Warum darf die Tante Ilse nicht wissen, dass der Onkel Klaus-Dieter ein Kind gekriegt hat?&#8221;).</p>
<p>Ich war daher schon früh gezwungen ausgeklügelte Lausch-Strategien zu entwickeln, um auf dem Laufenden zu bleiben. Die einfachste Methode war es aus dem Kinderzimmerfenster zu klettern, ums Haus zu schleichen und sich unter das geöffnete Wohnzimmerfenster zu setzen. Leider war das im Winter kalt und während der warmen Jahreszeiten rief die blöde Frau B. von nebenan immer herüber, was man denn da machen würde.</p>
<p>Damals war ich einem Autor namens &#8220;Leutnant X&#8221; aus dem Schneiderbuchverlag verfallen und spielte eher selten mit Puppen, dafür aber leidenschaftlich &#8220;Spion gegen Spion&#8221;, außerdem las ich gerne &#8220;Yps&#8221;-Hefte. Versuche,  die abgebildeten, technisch raffinierten Abhörgeräte mittels aus dem Mülleimer gefischten Joghurtbechern und einer Paketschnur zu basteln, schlugen jedoch fehl, daher wurde ich Meisterin im lautlosen Türklinkenherunterdrücken. Das so gut wie lautlose Öffnen einer Tür ist lediglich eine Frage der Langsamkeit &#8211; und des Gefühls, im richtigen Moment das charakteristische Klicken in einem laut gesprochenen Satz untergehen zu lassen. Es genügte dann, die Tür einen winzigen Spalt aufzumachen und sich ruhig zu verhalten, um den Unterhaltungen der Erwachsenen folgen zu können.</p>
<p>Wahrscheinlich wären diese meine Lauschangriffe noch eine ganze Weile nicht aufgeflogen, hätte ich nicht eines Tages jenen Aufsatz in der Grundschule zum Thema &#8220;Geheimnis&#8221; abgegeben:</p>
<p><em>&#8220;Ein Geheimnis weiß man nur selbst und man darf es nicht weitersagen, sonst ist es kein richtiges Geheimnis mehr. Keiner außer mir weiß, dass der Freund von meinem Vater eine Pistole hat. Meine Schwester weiß nichts davon, nur ich. Ich habe sie selbst gesehen, aber ich habe sie nicht angefasst. Sie ist schwarz und sie liegt in der Schublade vom Nachtschrank. Meine Mutter sagt, dass ich das keinem erzählen darf, weil es sonst kein Geheimnis mehr ist. Der Freund von meinem Vater schießt auch nur auf böse Leute. Die Frau von dem Freund von meinem Vater findet die Pistole nicht gut, aber die anderen wollen, dass er eine Pistole hat und da kann man nichts machen. Ich habe die Schublade aufgemacht, weil ich dachte, da wäre Schokolade drin. Da war aber keine Schokolade drin. Trotzdem darf man nicht Schränke aufmachen, wenn man bei fremden Leuten ist und nicht da wohnt. Wenn man da wohnt, darf man alles aufmachen, aber man muss vorher fragen. Man darf auch nicht die Briefe von anderen Leuten lesen, das ist nämlich das Postgeheimnis. Auf der Post hängen Fotos von Leuten, die auch Pistolen haben. Das sind Leute, die von der Polizei erwischt worden sind. Mein Vater ist einmal auch fast erwischt worden, aber er war schneller und ist aus dem Fenster gesprungen. Es gibt auch Pistolen aus Schokolade, aber meine Mutter kauft uns sowas nicht. Der Freund von meinem Vater musste viel üben, sonst trifft man daneben, so wie mit einer Bombe. Wenn so eine Bombe explodiert, dann sind ganz viele Leute tot, aber nur die Bösen sind dann tot, wenn man es richtig macht.&#8221;</em></p>
<p>Üblicherweise erhielten wir unsere Aufsätze schon am nächsten Tag korrigiert zurück, auf diesen warteten wir jedoch wochenlang vergebens. Was meine Familie stattdessen bekam, war Besuch aus Wiesbaden. Zwei Herren in grauen Anzügen, einer mit Glatze und der andere so groß, dass er mit dem Kopf gegen die Lampe im Arbeitszimmer meines Vaters stieß. Sie schlossen die Tür hinter sich und sprachen fast vier Stunden mit meinem Vater, während meine Mutter wie ein aufgescheuchtes Huhn zwischen Flur und Wohnzimmer hin- und her trippelte und mir einmal sogar hysterisch auf die Finger klopfte, weil ich meiner Lausch-Strategie nachzugehen versuchte.</p>
<p>Sie haben meinen Vater dann <em>nicht</em> mitgenommen, trotz der &#8220;vorliegenden akuten Verdachtsmomente, denen man nachgehen müsse&#8221;. Das akut vorliegende Verdachtsmoment hieß Frau S., war meine Klassenlehrerin &#8211; und die Schwägerin eines Kollegen der beiden Herren.</p>
<p>Der guten Frau S. (wir wohnten seinerzeit sehr ländlich) war nicht entgangen, dass mein Vater mehrmals im Jahr verschiedene Ostblock-Länder besuchte, zu seinem schwarzen Talar gut sichtbar rote Socken (!) trug und dass auf seiner Jacke, neben einer winzigen roten Metallflagge und einem verdächtigen kreisförmigen Aufnäher, ein &#8220;Ich bin eine kleine aber radikale Minderheit&#8221;-Sticker prangte. Während Frau S. noch mit sich rang, ob sie ihrer Bürgerpflicht nachkommen sollte, fiel ihr der letzte noch  benötigte Beweis in Form meines Aufsatzes in die Hände: &#8220;Kindermund tut Wahrheit kund!&#8221;.</p>
<p>Nun ja. In die Kommunistenländer fuhr mein Vater regelmäßig, weil er von der Landeskirche dafür bezahlt wurde. Die Metallflagge war das Geschenk eines befreundeten polnischen Journalisten gewesen, der steif und fest behauptete, das Ding habe einmal Stalin gehört. Der Aufnäher zeigte nicht das &#8220;RAF&#8221;-, sondern das &#8220;Peace&#8221;-Symbol. Kann man ja mal verwechseln, nicht wahr. Den Sticker hatte mein Vater noch zu seinen CDU-Zeiten in Ost-Berlin, kurz vor seiner Flucht in den Westen, erstanden. Seiner Mitgliedschaft in dieser in der DDR verbotenen Partei wegen musste er sich durch einen Sprung aus dem Fenster davonmachen, um einer Verhaftung durch die Volkspolizei zu entgehen.</p>
<p>Das Schießeisen gehörte einem Studienfreund meines Vaters, der es zum Gefängnispfarrer in einem Knast mit trauriger Bekanntheit gebracht hatte. Zu seiner Dienstausrüstung gehörte neben der Bibel auch eine <em>Walter PPK</em>. Immer, wenn wir zu Ostern bei dieser Familie weilten, legte die Dame des Hauses uns in der ersten Nacht ein Betthupferl aufs Kopfkissen. Einmal hatte sie es vergessen und ich mutmaßte, dass es vielleicht, ähnlich wie bei uns zuhause, in der Schublade ihres Nachtschränkchens liegen könne. Ich schnüffelte sonst nicht in anderer Leute Schränke herum, wurde aber mit Süßigkeiten extrem knapp gehalten und war daher ständig hinter dem Kram her. Den Pistolenfund <strike>petzte</strike> berichtete ich sofort meiner Mutter, die ebenso schockiert war wie ich &#8211; und der Gefängnispfarrer versuchte sich in Schadensbegrenzung, indem er mir meine Angst mit dem zu nehmen suchte, was er für kindgerechte Erklärungen hielt.</p>
<p>Obwohl ich für den ganzen Schlamassel ja nun wirklich nichts konnte, musste ich zur Strafe drei Monate lang den Kaninchenstall ganz alleine ausmisten sowie einen Monat lang die Treppe putzen.</p>
<p>In der Nachbarschaft hielt sich noch jahrelang das Gerücht, meine Eltern seien Mitglieder oder doch zumindest Sympathisanten der RAF, was mich auf dem Schulhof übrigens zu einer sehr beliebten kleinen Person machte. Eventuell habe ich nämlich trotz allerstrengster Verbote und Androhung härtester Strafen (&#8220;Vier Wochen kein <em>Black Beauty</em> und bis Weihnachten kein <em>Nutella</em>!&#8221;) die eine oder andere Geschichte dazu erfunden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2007/09/14/als-mein-vater-bei-der-raf-war/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>23</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Aus meinem E-Mail-Briefkasten:</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2006/08/02/aus-meinem-e-mail-briefkasten/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2006/08/02/aus-meinem-e-mail-briefkasten/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Aug 2006 12:52:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/2006/08/02/aus-meinem-e-mail-briefkasten/</guid>
		<description><![CDATA[Früher war alles besser! Als ich noch ein Kind war, haben mich die Erwachsenen immer zu Tode gelangweilt mit ihren ätzenden Abhandlungen über ihre eigene ach so harte Jugend, und wie schwer sie es hatten auf dem fünfundzwanzig Kilometer langen Fußmarsch zur Schule jeden morgen, Hin- und Rückweg immer bergauf und barfuß in ganzjährigen Schneestürmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
<a  href="http://www.hackblog.de/?pp_album=1&#038;pp_image=smileybart.gif" title="smileybart" target="_top" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/downloads/');" ><img src="http://www.hackblog.de/wp-content/photos/smileybart.gif" width="47" height="28" alt="smileybart" class="centered" /></a></p>
<p>Früher war alles besser!</p>
<p>Als ich noch ein Kind war, haben mich die Erwachsenen immer zu Tode gelangweilt mit ihren ätzenden Abhandlungen über ihre eigene ach so harte Jugend, und wie schwer sie es hatten auf dem fünfundzwanzig Kilometer langen Fußmarsch zur Schule jeden morgen, Hin- und Rückweg immer bergauf und barfuß in ganzjährigen Schneestürmen die jüngeren Geschwister huckepack zu den einräumigen Schulgebäuden tragend und trotzdem immer ein glattes Einser-Zeugnis gehabt, trotz ihres Vollzeitjobs nach der Schule in der Fabrik für 35 Pfennig die Stunde, um die Familie vor dem Hungertod zu bewahren! </p>
<p>Und ich hatte mir geschworen, wenn ich erwachsen würde, den Jugendlichen niemals so einen Bullshit aufzutischen wie schwer ich es hatte, und wie leicht die es haben. Aber nun, da ich das reife Alter von 30 überschritten habe, kann ich es nicht mehr verleugnen: die Jugend von heute hat es so verdammt gut! Ich meine, verglichen mit meiner Jugend lebt ihr im Traumland Utopia! Und ich hasse es zu sagen, aber ihr Kids von heute wisst gar nicht wie gut Ihr es habt! </p>
<p>Ich meine, als Kinder hatten wir kein Internet. Wenn wir was wissen wollten, mussten wir in die Bücherhalle gehen und es uns verdammt noch mal selbst raussuchen! Und es gab keine E-Mail. Wir mussten tatsächlich Briefe schreiben, mit einem Stift auf Papier! Und dann mussten wir den ganzen Weg über die Straße zum Briefkasten gehen und es dauerte manchmal eine ganze verdammte Woche, bis das Teil ankam! </p>
<p>Und da war kein MP3 oder Napster! Wenn du Musik klauen wolltest, musstest Du zum Plattenladen gehen und dir die Platten selbst stehlen! Oder wir mussten den ganzen Tag am Radio warten um Lieder auf Kassetten aufzunehmen und dann hat der Moderator ins Ende reingelabert und alles versaut! </p>
<p>Wollt ihr wirklich wissen, was hartes Leben ist? Man konnte nicht einfach Sex downloaden! Du musstest einen Penner mit ´ner Flasche Schnaps bestechen, um dir einen Playboy vom Kiosk zu besorgen! Entweder so, oder du musstest dich mit den Damenunterwäsche-Seiten aus dem Otto Katalog begnügen! Das waren deine Möglichkeiten. </p>
<p>Wir hatten nicht diesen ganzen technischen Kram wie Anklopfen beim Telefon. Wenn du telefoniert hattest und jemand wollte dich anrufen, war besetzt! Und wir hatten nicht diese Display Teile auf dem Telefon. Wenn&#8217;s klingelte, hattest Du nicht den blassesten Schimmer, wer dran war. Konnte Dein Boss sein, Deine Mutter, Dein Drogendealer oder ein Geldeintreiber, du hattest keine Ahnung, musstest abnehmen und das Risiko eingehen&#8230; </p>
<p>Und Handys hatten wir schon gar nicht! Um was mit Freunden zu besprechen, mußten wir da hinlatschen, damit unsere Eltern uns nicht hören konnten. Wenn die Straßenlichter angingen, hatten wir zuhause zu sein, sonst gab&#8217;s den Arsch voll! </p>
<p>Gar nicht zu reden von den modernen Spielekonsolen mit hochauflösender 3D Grafik und 895 Megadings Sound und so. Wir hatten mit Glück einen Atari mit Spielen wie Space Invaders und Asteroids und die Grafiken waren schlicht Scheiße! Du warst ein kleines Quadrat auf der Scheibe und musstest deine Fantasie benutzen! Und nix mit verschiedenen Levels oder so. Immer und immer das gleiche Bild. Und du hast nie gewonnen, weil es immer nur schwieriger und schneller wurde bis Du starbst! Genau, wie im richtigen Leben! </p>
<p>Im Kino gab&#8217;s keine ansteigenden Sitzreihen. Alle Reihen waren auf einer Ebene und wenn vor Dir ein großer saß, hast Du nix mehr gesehen! </p>
<p>Klar, wir hatten Farbfernsehen. Aber da waren 3 Sender, das Erste, das Zweite und das Dritte. Einige hatten auch DDR 1. Aber wir hatten kein Kabel und keinen Videotext! Du hast in die Hörzu gesehen, wenn Du wissen wolltest, was es gibt. Und es liefen schon gar nicht den ganzen Tag irgendwo Cartoons! Vielleicht Sandmännchen oder Heinzelmännchen am Abend, und sonst mussten wir die ganze verdammte Woche bis Samstag morgens warten! </p>
<p>Das ist genau, was ich meine. Ihr Kids von heute habt es so verdammt gut. Ihr kleinen verweichlichten, verwöhnten, undankbaren Biester habt es viel zu einfach heute. Vor 20 Jahren hättet ihr keine 5 Minuten durchgehalten! </p>
<p>
<a  href="http://www.hackblog.de/?pp_album=1&#038;pp_image=smileydutt.gif" title="smileydutt" target="_top" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/downloads/');" ><img src="http://www.hackblog.de/wp-content/photos/smileydutt.gif" width="47" height="28" alt="smileydutt" class="centered" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2006/08/02/aus-meinem-e-mail-briefkasten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lieber Christian,</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2006/06/10/lieber-christian/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2006/06/10/lieber-christian/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Jun 2006 07:49:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/?p=526</guid>
		<description><![CDATA[diesen Brief wirst du nicht lesen. Ich schreibe ihn an dich für mich. Ich weiss, du liegst nicht hier unten. Ich stelle mir nicht genau vor, wo und wie du jetzt bist, aber ich weiss, du bist. Irgendwo, irgendwie. Ich glaube nicht daran, ich weiss es. Was wäre wenn. Was wäre, wenn du am Steuer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>diesen Brief wirst du nicht lesen. Ich schreibe ihn an dich für mich. Ich weiss, du liegst nicht hier unten. Ich stelle mir nicht genau vor, wo und wie du jetzt bist, aber ich weiss, du bist. Irgendwo, irgendwie. Ich glaube nicht daran, ich weiss es.</p>
<p>Was wäre wenn. Was wäre, wenn du am Steuer gesessen hättest und nicht deine Schwester, die erst seit wenigen Wochen ihren Führerschein hatte? Was wäre, wenn ihr nicht hättet tanken müssen? Was wäre, wenn die Lichtmaschine des Wagens nicht ausgefallen wäre? Wäre der LKW dann eine halbe Stunde vor euch dort vorbeigefahren? Was wäre, wenn ihr nicht in einem verdammten Mistdrecksauto aus Pappe gesessen hättet, das sofort Feuer fing? Was wäre, wenn der LKW-Fahrer nicht die Flucht ergriffen, sondern euch geholfen hätte, aus dem Auto zu entkommen? </p>
<p>Drei Menschen in einem brennenden Auto und er fährt davon. Ein anderer Fahrer, der ihn verfolgt und anzuhalten versucht, doch er fährt davon. </p>
<p>Ich habe deinen Vater zur Polizei begleitet und ich habe die Akte gesehen, die Fotos, die maschinengetippten Aussagen der Zeugen. Sie haben die Grenze sperren lassen und jeden LKW angehalten, der auf dieser Strecke fuhr. Ohne Erfolg.</p>
<p>Irgendwo sitzt dieser Mensch heute und schaut vielleicht die Fußballweltmeisterschaft im Fernsehen. Ist er froh, dass er nie erwischt wurde? Oder wünscht er sich manchmal, sie hätten ihn gekriegt? Lebt er gut mit dem, was passiert ist oder lebt er schlecht damit? Hat er jemandem davon erzählt oder wird er darüber schweigen, solange er lebt? Gäbe es dich noch ohne  diesen Unfall? Oder war deine Zeit gekommen und du wärst auf eine andere Weise gegangen? </p>
<p>Christian. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an dich denke. Du warst mein Bruder. Mein Blutsbruder. Mein Seelenverwandter. In manchen Jahren haben wir uns nur einmal gesehen, doch wir waren einander sofort vertraut, als hätten wir uns erst wenige Stunden zuvor getrennt. </p>
<p>Deine Briefe dazwischen. Deine schönen Briefe. Ich habe sie alle aufgehoben. Meine Briefe, die du aufgehoben hast, habe ich deiner Mutter geschenkt. Sie wollte meine Erlaubnis, um sie zu lesen. Ich habe sie ihr gegeben, als wir in einem Konsummarkt die Getränke für die Trauerfeier gekauft haben. </p>
<p>Jener heisse Sommer, als es nichts zu trinken gab und wir alle Läden um Berlin herum abgeklappert haben mit unseren Fährrädern. Der Teich, in dem wir nachts schwimmen gingen, bis uns russische Soldaten von dort vertrieben. Ich habe ein Filmgedächtnis. Ich kann viele Erlebnisse, auch solche, die lange zurückliegen, aus meinem Gedächtnis hervorholen und mir ansehen wie einen Film. Ich sehe alles vor mir, wie du aussahst, wie deine Stimme klang, dein Lachen, wie dein Gesicht aussah. Fast jeden Tag sehe ich mir einen Film mit dir an. </p>
<p>Weisst du noch. Weisst du noch die Sommer, die wir auf der Terrasse deiner Eltern verbrachten? Mit Feuereifer diskutierten wir die wichtigen Themen und philosophischen Fragen des Lebens und rissen manchmal die Erwachsenen mit. Weisst du noch, die Nächte, die wir durch erzählten, bis es draussen hell wurde und wir mitten im Satz einschliefen? Weisst du noch, als wir uns das erste Mal verliebten und uns davon erzählten? Weisst du noch die Ratschläge, die wir uns gaben? </p>
<p>Zweimal warst du gemein zu mir. Einmal, weil du etwas falsch verstanden hattest, das ich sagte und einmal unabsichtlich. Zweimal in einundzwanzig Jahren. Das ist wenig, das ist fast nichts. Du warst auch zu anderen nie gemein oder unfreundlich. Wie hast du das gemacht? Ich hätte das gern gekonnt. Du warst lieb zu mir, als es sonst kaum jemand war, als ich Pickel hatte und eine Zahnspange trug und mich ständig hinter meinem Haarvorhang versteckte.</p>
<p>Weisst du noch, das letzte Mal, als du mich zum Bahnhof brachtest in Berlin? Du hast die Faust gegen die Mauer geschüttelt und sie verflucht, bei offenem Autofenster, auf dem Gehsteig drehten Volkspolizisten ihre Köpfe nach uns. Du warst wie dein Vater,  Du kanntest keine Angst. </p>
<p>Eurer großes Haus mit all den Zimmern, Nischen und abenteuerlichen Ecken. Weisst du noch, als Rainer sich in einem der Flurschränke versteckt hatte und seine Hand, die in einem schwarzen Lederhandschuh steckte, langsam aus der Tür streckte und nach uns griff? Weisst du noch, als ich dir meine Gedichte zeigte und du mir die Lieder vorspieltest, die du komponiert hattest? Weisst du noch, als der Junge aus deiner Klasse dich besuchte, dessen Vater bei der Stasi war, wie alle wussten und mit dem deshalb niemand außer dir geredet hat?</p>
<p>Bei uns warst du nie. Du hast nie in meinem Zimmer gestanden, nie mein Bücherregal durchforstet, nie meine  Freunde kennen gelernt. Euer Land ließ euch nicht. Und als sie die Grenze geöffnet haben und du hinaus konntest und dein erster Besuch uns galt &#8211; da bist du gestorben in dem brennenden Auto.</p>
<p>Ich vermisse dich so.</p>
<p>In Liebe,</p>
<p>…</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2006/06/10/lieber-christian/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bekloppte Dialoge revisited. Teil 1</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2005/09/28/bekloppte-dialoge-revisited-teil-1/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2005/09/28/bekloppte-dialoge-revisited-teil-1/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Sep 2005 13:28:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/?p=196</guid>
		<description><![CDATA[Mieter 1: Sie putzen auch nie die Treppe. Mieter 2: Datt müssen Sie grade sagen! Damals anno 1989 war dreizehn Tage lang sonn Katonk mit so Sachen bei ihn vor die Wohnungstür an stehn gewesen. Dreizehn Tage, datt muss ma sich ma vorstelln! Wolltense da drinne Ungeziefer züchten oda wie oder watt? Wie bei die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
<a  href="http://www.hackblog.de/?pp_album=1&#038;pp_image=nachbars_opfa.jpg" title="nachbars opfa" target="_top" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/downloads/');" ><img src="http://www.hackblog.de/wp-content/photos/nachbars_opfa.jpg" width="400" height="300" alt="nachbars opfa" class="centered" /></a></p>
<p><strong>Mieter 1:</strong> <em>Sie</em> putzen auch nie die Treppe.</p>
<p><strong>Mieter 2:</strong> Datt müssen Sie grade sagen! Damals anno 1989 war dreizehn Tage lang sonn Katonk mit so Sachen bei ihn vor die Wohnungstür an stehn gewesen. <em>Dreizehn</em> Tage, datt muss ma sich ma vorstelln! Wolltense da drinne Ungeziefer züchten oda wie oder watt? Wie bei die Hottentotten! <em>Dreizehn</em> Tage lang!</p>
<p><strong>Mieter 3:</strong>  Zu wen gehört eintlich den Besen in ersten Stock?</p>
<p><strong>Mieter 1:</strong> Jau, diesen Besen iss eine permanente Gefahrenquelle für mein Kind, wo grade jezz die Unwelt an entdecken iss. Wenn mein Kind von diesen Besen erschlagen wird, dann wernse in ihr Leben nich mehr glücklich, datt sach ich ihn aber.</p>
<p><strong>Mieter 2:</strong> Wie bei die Hottentotten!</p>
<p><strong>Mieter 3:</strong> Meiner iss datt nich!</p>
<p><strong>Vermieter:</strong> Ja&#8230; also den Besen&#8230; den haben wir angeschafft, weil&#8230;</p>
<p><strong>Mieter 1:</strong> In Ihr <em>Leben</em> nie nich mehr glücklich wernse dann!</p>
<p><strong>Mieter 2:</strong> Räum <em>Sie</em> ma lieber ihr Zeuch da wech, wo imma vore Tür an rumstehn iss!</p>
<p><strong>Vermieter (lauter):</strong> Also den Besen, den haben <em>wir</em>&#8230; weil&#8230; äh&#8230;</p>
<p><strong>Mieter 1: </strong>In Winter hat kein Mensch Schnee geschüppt. Mein Mann musste datt machen! Kein Mensch! Dann brauch <em>ich</em> auch nich mein Katonk da wechtun, wenn<em> Sie</em> nich ma Schnee fegen können, nä!</p>
<p><strong>Mieter 2:</strong> Ich fege nich, ich streue.</p>
<p><strong>Vermieter:</strong> Also der Besen&#8230;</p>
<p><strong>Mieter 1:</strong> Salz zum streun iss verboten wegen die Unwelt, vleicht denkense auch ma an die Kinder für später.</p>
<p><strong>Mieter 2:</strong> Ich denke an <em>mich</em>, wenn ich ausrutsche!</p>
<p><strong>Mieter 1: </strong>Wenn <em>Sie</em> nich die Treppe putzen, tu <em>ich</em> auch nich mein Katonk wech.</p>
<p><strong>Mieter 3: </strong>Wenn <em>Sie</em> nich Ihren Katonk da wechtun, putzen <em>wir</em> nich die Treppe!</p>
<p><strong>Mieter 2:</strong> Wie bei die Hottentotten, ich sach’s ja, wie bei&#8230;</p>
<p><strong>Mieter 3:</strong> Neulich wollte ich schon die Pollezei rufen bei ihn, wegen den Geschrei und die Hilferufe da in ihre Wohnung, abba nachher kriech ich noch selbst ein drüber&#8230; da habbich zu meine Verlobte gesacht, dreh&#8217; Du ma den Fernsehn lauter, habbich gesacht, iss ja nich zum aushalten bei den.</p>
<p><strong>Mieter 2: </strong>Datt gehört jezz nich hierhin, datt iss <em>privat</em>! Wir sind hier zusamm gekomm wegen den Besen und die Treppe!</p>
<p><strong>Vermieter: </strong>Also eigentlich sitzen wir ja hier, weil sich die Anwohner der umliegenden Häuser schon mehrmals über den Kinderlärm&#8230;</p>
<p><strong>Mieter 1: </strong>Außerdem hat den Katonk kein gestört außer wie Sie und <em>alle</em> ham ihre Schuhe in Flur vore Tür stehn, <em>alle</em>!</p>
<p><strong>Mieter 3:</strong> Ich putze deshalb nich mehr die Treppe, weil wir machen ja kein Dreck, wir sind ja nur zu zweit, meine Verlobte und ich.</p>
<p><strong>Mieter 2: </strong>Boah, watt sind sie kinderfeindlich. Wer bezahlt denn ma später ihre Rente, hä? Hä?</p>
<p><strong>Mieter 3:</strong> Na <em>Ihre</em> Blagen bestimmt nich, bei <em>die</em> Eltern! </p>
<p><strong>Mieter 1: </strong>Watt soll datt denn heißen, &#8220;bei die Eltern&#8221;?</p>
<p><strong>Mieter 1:</strong> Abba wirklich, sie imma mit ihre Schuhe vore Tür, datt sieht ja aus wie bei die Grünen, wie bei diese strickende Turnschuhträger in Bundestach, dabei sind wir ein anständigett Haus!</p>
<p><strong>Mieter 2:</strong> Wie bei die Hottentotten!</p>
<p>Tja. Lang ist es her. Inzwischen hat sich einiges getan. Die Verlobten sind verheiratet und letzte Woche ausgezogen.  Des Kinderlärms wegen. Genau wie die aus dem ersten Stock. Die waren allerdings schon vorher verheiratet. </p>
<p>Heute morgen stand der Keller unter Wasser. &#8220;Jemand&#8221; hatte vergessen, den Wasserhahn zu schließen, an dem der Gartenschlauch befestigt ist, mit dem das Kinderplanschbecken im Garten befüllt wird. Freuen Sie sich deshalb mit uns, wenn es demnächst wieder heißt:  &#8220;Mieterversammlung im Hottentottenhaus&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2005/09/28/bekloppte-dialoge-revisited-teil-1/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der regen Nachfrage wegen&#8230;</title>
		<link>http://www.hackblog.de/2005/09/28/der-regen-nachfrage-wegen/</link>
		<comments>http://www.hackblog.de/2005/09/28/der-regen-nachfrage-wegen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Sep 2005 10:17:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Syberia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es war einmal...]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hackblog.de/?p=195</guid>
		<description><![CDATA[von Leuten, die sie damals gelesen hatten und von Leuten, die sie noch lesen möchten, werden hier in loser Folge die &#8220;bekloppten Dialoge&#8221; von Ingeborch Schubiak wiederholt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von Leuten, die sie damals gelesen hatten und von Leuten, die sie noch lesen möchten, werden hier in loser Folge die &#8220;bekloppten Dialoge&#8221; von Ingeborch Schubiak wiederholt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hackblog.de/2005/09/28/der-regen-nachfrage-wegen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
