Szenen einer Ehe
Donnerstag, 17. Dezember 2009 geschrieben von SyberiaDer Mann und ich füttern ein Eichhörnchen im Garten. Dazu muss morgens einer raus gehen und Nüsse in die Astgabeln stecken. An dieser Stelle möchte ich en passant und gänzlich absichtslos erwähnen, dass a) der Mann 30 Zentimeter größer ist als ich und viel längere Arme hat und dass b) gegenseitige emotionale Erpressung die Grundlage unserer Beziehung darstellt.
Ich: Hast du Friedbert heute schon gefüttert?
Herr A.: Nö. hab’ ich vergessen.
Ich: Das arme Ding. Der denkt jetzt bestimmt “Ob der große Mann da in dem Haus mich nicht mehr lieb hat? Früher hat er mir jeden Morgen ein paar Nüsschen… wie soll ich jetzt nur den Winter überstehen… hab’ ich ihn irgendwie verärgert? Sind meine Ohren nicht mehr puschelig genug?”
Herr A.: Oder er denkt: “Die kleine moppelige Frau da, die hat eine ganz große Schüssel mit Nüssen in der Küche stehen, das hab’ ich von meinem Baum gesehen, aber die gibt mir nie was ab. Das ist bestimmt eine ganz böse Frau, die alle puscheligen Tiere hasst und die isst alle Nüsse selber und deshalb ist die auch so moppelig…”
Ich: ![]()
Herr A.: ![]()
Ich: ![]()
Herr A.: Ok, ok… ich geh ja schon…
Ich: Ach ja… und wenn du eh raus gehst… dann kauf gleich ‘ne Dose Thunfisch… oder zwei… oder drei… für meine Thunfischauflaufdiät!!

Dezember 17th, 2009 at 23:30
Man sieht, Sie beide mögen sich wirklich sehr gern…
Dezember 18th, 2009 at 12:17
Ich möchte mal ganz en passant und absichtlos erklären, dass die Astgabeln so tief sind, dass selbst winzig kleine Zwergenfrauen problemlos dort Nüssen hinterlassen könnten…
Dezember 19th, 2009 at 01:14
Ich liebe Sie über alles.
Füttern Sie diese armen Dinger. Bitte.
Dezember 19th, 2009 at 08:41
Gestern hat Friedbert schon auf den Mann gewartet, sich auf die Nüsse gestürzt und in null komm nix in nicht mal einem Meter Entfernung weg gefuttert. Wir füttern jetzt die doppelte Menge, denn wenn er genug Vorräte hätte, würde er nicht am hellichten Tag bei uns im Garten herum turnen, oder?
Dezember 20th, 2009 at 18:43
Unterschätzen Sie Friedbert nicht!
“Wozu soll ich suchen, wenn ich was geschenkt bekomme?” passt auch in sein Denkschema.
Dezember 21st, 2009 at 09:50
Ne, Friedbert ist nicht der hellste – wenn die Nuss nicht genau in seinem Sichtfeld runter kommt kapiert er nicht, wo sie liegt.
Heute morgen hat er mal zur Abwechslung Weintrauben gekriegt, die scheinen ihm auch zu liegen. Mal sehen ob wir das pummeligste kleine Eichhörnchen aller Zeiten erschaffen können…
Dezember 21st, 2009 at 16:47
Friedbert ist nicht dumm, das ist alles Absicht, er will nur die Krähen verwirren. Und so wie der rumwuselt setzt der eh nix an.