Katerstimmung

Mittwoch, 18. November 2009 geschrieben von Syberia

Nachdem es der Katz wieder relativ gut geht, hatte der Kater nach einem halben Jahr Pause, während der wir uns sicher wähnten, um drei Uhr nachts einen neuen Krampfanfall. Aufgewacht sind wir davon, dass etwas gegen die Schlafzimmertür donnerte und dann ein Kind laut schrie. War aber kein Kind.

Also das Tier in den Kennel gepackt und ab zur Tierklinik. Dort sahen wir uns mit der Notwendigkeit eines MRT konfrontiert, um eine Entscheidung treffen zu können. Die Tierärzte vermuteten einen Gehirntumor (auch wenn sie es nicht klar sagten) oder eine Hirnhautentzündung. kann man beides ausschließen, geht man davon aus, das es Epilepsie ist, die die Anfälle verursacht. Diese letzte – und beste aller Möglichkeiten – ist es dann wohl.

Nicht schön, hätte aber viel schlimmer sein können. Ich fürchte mich vor dem nächsten Anfall und davor, dem Kater die Notfallmedikation verabreichen zu müssen. Andererseits: man kann viel mehr als man denkt, wenn man es muss.

22 Antworten to “Katerstimmung”

  1. Tweets die Hackblog » Blog Archive » Katerstimmung erwähnt -- Topsy.com Says:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Frau Fragmente, Ingeborch erwähnt. Ingeborch sagte: @Clevershit Hier ist die Zusammenfassung: http://www.hackblog.de/2009/11/18/katerstimmung/ [...]

  2. 63mg Says:

    Nä, schön ist das nicht, aber eben nicht zu ändern :-|

    Was ist das für eine Notfallmedikation? Pille, flüssig oder anders? Vielleicht kannst du die Verabreichung schon mal vorher zusammen mit dem Kater spielerisch üben. Dann kennt er das Procedere schon mal irgendwie. Als Ersatzstoff (oder Leckerchen zur bitteren Pille) schwöre ich ja auf Leberwurst oder Thunfisch in Wasser – darin lassen sich auch gut Pillen oder Tropfen auflösen & geschmacklich aufpeppen.

    Ich drück mal jedenfalls ganz fest die Daumen. Du kriegst das schon hin ;-)

  3. Mendian Says:

    Frau Syberia – Tipp am Rande: Den Katz mal auf Diabetes testen lassen. Ich hatte dieses Problem mit einer meiner Fellnasen. Diese Anfaelle wurden schlicht und einfach durch hohen Zucker ausgeloest. Futter umgestellt und es wurde besser (die Anfaelle kamen nur noch 2-3x im Jahr vor). Madame wurde 18 Jahre alt….

  4. syberia Says:

    @63mg: Alles, was vorn rein muss, bekommen sie bei uns auch mit Trüffelleberwurst getarnt, das klappt sehr gut. Die Notfallmedikation kommt aber nicht von vorn.

    @Mendian: Die haben in der Tierklinik auch das getestet. Kein Befund.

  5. Monakatz Says:

    Also Spritze oder Zäpfchen?! Wenn man zu zweit ist, geht es ja noch: einer hält fest, der andere behandelt. Aber – und das soll jetzt nicht zynisch klingen – ist denn der Katz bei einem Krampfanfall überhaupt in der Lage, sich zu wehren? Das würde die Behandlung (bei allem Schrecken) ja doch vereinfachen!

    Seufz – drücken wir einfach die Daumen, dass Sie die Notfallmedikation niemals nie nicht brauchen werden …

  6. syberia Says:

    Der Katz liegt zwar wehrlos, aber nicht ruhig da. Wir hoffen auch.

  7. Christian Says:

    Das muss ich auf immer wieder feststellen, dass man noch so unüberwindbare Aufgaben doch irgendwie dann schafft. Hoffen wir mal dass es nicht so weit kommt.

  8. creezy Says:

    Oh, das ist nicht schön! Weiß man eigentlich warum so viele Katzen Epilepsien entwickeln? Ich höre in letzter Zeit sehr häufig davon.

    Gute Besserung dem kleinen Katzerfratz!

  9. kelef Says:

    mein tierarzt meinte, das wäre früher nicht anders gewesen. nur waren früher die meisten katzen freigänger, und wenn dann ein epileptischer anfall auftrat, kam einfach die katze nicht mehr nach hause.

    reine wohnungshaltungskatzen wurden nach epileptischen anfällen meist eingeschläfert, weil erstens nicht behandelt werden konnte – das ist heute auch noch relativ schwierig, und zweitens war durch die mit der erkrankung einhergehenden wesensveränderungen einerseits und durch die anfälle per se andererseits ein hohes verletzungspotential für die umgebung gegeben.

    wer einmal einer katze zugesehen hat wie sie einen mausekopf zerbeisst, der kann sich lebhaft vorstellen was das tier mit einem finger oder einer kinderhand anstellen kann, zwar ohne bösen willen, aber der knochen ist durch.

    auch heute wird – je nach grund für die epileptischen anfälle – eine rasche leidensbeendigung empfohlen: einerseits, weil man ja unter umständen nicht unbedingt 24 stunden lang um katze herum sein kann um rasches eingreifen zu garantieren, andererseits kommt es eben auf die ursache an ob man behandeln kann oder nicht, und drittens muss die behandlung ja auch noch jemand zahlen.

    handelt es sich um eine infektiöse ursache – virale oder bakterielle meningitis, fip, nur zum beispiel – ist auch die ansteckungsgefahr nicht ausser acht zu lassen. werden diese tiere dann einfach aus der wohnungshaltung entlassen (sprich: hinausgeworfen) haben sie gute chancen noch eine reihe anderer tiere anzustecken.

    vom land kenne ich auch noch: die katz ist verrückt geworden – damals hatte jeder eine flinte zu hause … durch die wesensveränderungen bei manchen formen der erkrankung begannen die katzen tatsächlich, die kühe aufzumischen, die karnickel totzubeissen oder die hühner zu massakrieren, oder im wald interessante dinge anzustellen. da die tiere eben icht kontrollierbar waren und eine behandlung bei einer freilebenden katze nicht so einfach ist (oder eigentlich unmöglich), wurde eben das katzenleben schnell beendet und der kadaver entsprechend sorgsam entsorgt, damit ansteckungen vermieden wurden.

    leider sprechen viele leute viel zu wenig offen darüber. aber die sind ja auch zu blöd, eine dreitagespackung antibiotika aufzufuttern, und dann wundern sie sich über die nicht ausheilenden krankheiten, nur zum beispiel. und dann gibt es die multiresistenten keime, denen keiner mehr herr wird.

  10. syberia Says:

    Frau kelef, ist das so zu verstehen, dass Sie mir raten, den Kater einschläfern zu lassen?

  11. kelef Says:

    frau syberia, um gottes willen? wie lange kennen wir uns jetzt schon?

    sie schreiben hier mit einer frau, deren zumindest 16,5 jahre alte frau hunt mehrerere operationen hinter sich hat, nochmehrerere anaphylaktische schocks mit notfallambulanzbesuchen und allem pipapo, die ferner drei plombierte und zwei wurzelbehandelte zähne sowie sechs ex-zähne ihr eigen nennt und gerade – weil sie doch rücken hat – ein nigelnagelneues schaffell für ihr haus bekommen hat, sowie eine komplette schafwollteppichauskleidung des hauses (natürlich reine schurwolle, besonders weich und dick, ohne gummiboden, auf netz geknüpft, atmungsaktiv). und die fünf augenkur-injektionen zum jeweilgen sonderaktionspreis von € 200.– brachten den grauen star zum stillstand, wiewohl frau hunt den tierarzt jetzt aber sowas von nicht mehr mag.

    von den kosten ihrer medikamente, die in der zwischenzeit notwendig sind, reden wir ebensowenig wie von den zwei fleischhauer-besuchen pro woche (bitte 1/2 kg faschiertes vom rind, mit wenig lamm, und 15 dag zum gleich inhalieren).

    nein, es war so: frau creezy fragte, wieso man in letzter zeit so viel über epilepsie bei katzen hört, und ich hatte mich das auch schon gefragt, und eben auch den tierarzt, weil wenn mich was interessiert frag ich wen der sich auskennt.

    was ich geschrieben habe ist eine mehr oder weniger leidenschaftslose darstellung der tatsachen. es ist offensichtlich einfach so dass früher tiere, die leicht ersetzbar waren und keine nutztiere im eigentlichen sinn waren eben kaum behandelt wurden. und kranke katzen und hunde neigen ja dazu, sich zu verkriechen, das macht die sache bei freigängern nicht einfacher. auch dem besten hund hätte man keinen kopftumor entfernt, weil die chirurgie einfach noch nicht so weit war, es keine erfahrungen gab und die kosten exorbitant waren. heute läuft sowas unter schon gerne einmal unter “fortbildung”, wenn es ein interessanter fall ist, und der besitzer zahlt nix und der hund wird gesund.

    ich kenne selber bauern, die den tierarzt für die katz rufen, die ihre katzentiere regelmässig impfen lassen und alle drei monate entwurmen. da hat sich schon sehr viel geändert. aber vor zwanzig jahren wäre der tierarzt nicht einmal gekommen, teilte er mir feierlich mit.

    es ist ja auch so, dass die medikamente, die früher zur verfügung standen, von den tieren recht schlecht vertragen wurden und daher oft mehr schaden als nutzen brachten. je weiter die humanmedizin sich entwickelte, desto mehr medikamente blieben auch für die tiere übrig (soviel übrigens zum thema tierversuche). wir reden ja letztlich über die letzten dreissig oder vierzig jahre, vorher war das einfach kein thema. das durchschnittliche katzenalter genommen wären das also quasi drei oder vier generationen. die sind jetzt noch nicht sonderlich repräsentativ – von der statistik her – aber immerhin aussagekräftiger als das, was man vor zwanzig jahren noch wusste oder konnte. und während man über humanbehandlungen sehr wohl statistiken führt, ist da am veterinärsektor noch alles im argen. daran können wir leider nichts ändern.

    einschläfern? nicht, solange die sache nicht wirklich unbeherrschbar und für alle beteiligten gefährlich ist, und solange nicht genau abgeklärt ist woher die anfälle kommen.

    im übrigen: man sagt so leicht “epileptische” anfälle, meist sind es aber krampfanfälle, ähnlich unserer migräne: gewitter im hirn. auch menschen können diese krampfanfälle entwickeln, wird ebenfalls oft fälschlich als eplilepsie diagnostiziert. die ursachen gehen von kleinen gefässläsionen über mikrotumore, altersbedingte degeneration, meningitis, virale infektionen, starken flüsigkeitsverlust und noch ein paar dinge quasi ins unendliche.

    in manchen fällen kann man prognostizieren, dass eine besserung nicht eintreten kann, und eine verschlechterung notwendigerweise auftreten muss, dann sollte man allerdings abwägen was für das tier besser ist. aber nach dem, was sie hier geschrieben haben, scheint das beim kater noch lange nicht so weit zu sein dass man darüber nachdenken muss, und überhaupt würde ich sowas doch keinesfalls hier so ansatzlos hintippen. das stünde mir auch keinesfalls zu.

  12. syberia Says:

    Uff. Ok. Danke. Tschuldigung.

  13. kelef Says:

    is ja gut. was viel wichtiger ist: wie geht es dem katz und der katz?

  14. syberia Says:

    Der Katz erholt sich allmählich. Er redet wieder mit seiner gewohnten Stimme und piepst nicht mehr wie ein heiseres Katzenbaby. Dieser zweite Anfall hat ihn allerdings erschöpft, das war beim ersten Mal nicht so heftig. Jetzt wird er gepäppelt – man darf es kaum laut sagen – mit Katzenmilch, Roastbeef, Hühnchen und Tartar. Hauptsache, er frisst was. Die Katz scheint genesen *auf Holz klopf*. Wir setzen langsam das Schmerzmittel ab, Donnerstag gibt es dann nichts mehr.

  15. 63mg Says:

    “Katzenmilch, Roastbeef, Hühnchen und Tartar” Fehlt nur noch Eigelb! ;) (1 die Woche soll nicht schaden, hab ich mal wo gelesen)

    Und ist es nicht unerhört, wie einem die Fellträger ans Herz wachsen!?

  16. kelef Says:

    Katzenmilch, Roastbeef, Hühnchen und Tartar sind doch normale bestandteile des speiseplans. obwohl, tartar frisst ja nur die hunt, weil wegen ohne zähne, die katzen nehmen geschnetzeltes rindsschnitzel. und schinken. und wild.

    hühnchen, btw.: der katz brust, die katz keule. am liebsten körperwarm aus der mikrowelle, den saft zum schlabbern (getrennt serviert). kalbsnierchen gehen auch rein, merkwürdigerweise keine leber (ich nehme an, weil die hunt denen gesagt hat dass sie davon durchfall bekommt, und sie ist ja die rudelführerin).

    käse nur die hunt: am liebsten einen milden rotschimmelkäse, mit kernöl.

  17. creezy Says:

    Ach, das liest sich alles so … schlimm. Können die nicht einfach alle gesund bleiben? Wenigstens die Tiere. Und Katzenmilch, Roastbeef, Hühnchen, Tartar sind wichtig, überlebenswichtig sage ich und würde glatt noch ein bisschen Krabbe oben drauf legen. Wozu hat man die Tiere schließlich?

    Ich drücke dem Herrn Katz weiterhin die Daumen, ganz ganz doll!

  18. Syberia Says:

    Unsre Diven sind launisch, nachdem etwas zwei mal im Napf lag, mögen sie es eine Weile nicht mehr. Was aus dem Meer kommt ist sowieso bäh, außer frischem Thunfisch, der muss aber aus der Hand gefüttert werden. Werden Menschen im Alter eigentlich auch so mäkelig?

  19. kelef Says:

    menschen altersmäkelig? ich kann ihnen sagen: ja. hunde auch, übrigens.

  20. mariong Says:

    o.t.
    wissen Sie was? emails kommen zurück und unbekannt verzogen sind Sie sowieso. (Heul!)
    ich würde mich freuen, wenn Sie mir mal mailen würden. Danke.

  21. syberia Says:

    Ja, das mit dem (kostenpflichtigen) Nachsendeantrag klappt ganz toll: http://www.hackblog.de/2009/09/28/liebe-post/ (Mail ist raus.)

  22. Sheherazade Says:

    Ich hoffe, den beiden geht es nun wieder besser! *Daumendrück*