Katzenjammer
Freitag, 13. November 2009 geschrieben von SyberiaNachdem uns der Kater vor einiger Zeit mit einem Krampfanfall in Angst und Schrecken versetzte, ist jetzt die Katz dran. Gestern sprang sie zu mir auf den Esstisch, um mir zu zeigen, dass sie nicht richtig atmen konnte.
Normalerweise reagiere ich in Krisensituationen ruhig und handle besonnen. Zwei schwere Autounfälle habe ich erlebt und immer erst nachher das Zittern gekriegt. Einmal haben wir uns mit einem Wagen mehrfach überschlagen und sind auf der Seite am Geländer einer hohen Talbrücke liegen geblieben. Ich habe mir sehr vernünftig gesagt, dass dies kein guter Zeitpunkt für Höhenangst ist, bin vorsichtig aus dem Wrack geklettert und habe meiner Mutter geholfen, meine Schwester raus zu ziehen. Das andere Mal ist mir nachts auf einer großen viel befahrenen Kreuzung jemand frontal ins Auto gebrettert. Es gab jede Menge Schaulustige, aber keiner hat geholfen, auch nicht auf Nachfrage. Ich habe auf mein Bein geschaut, gedacht “Oh, ein Loch im Knie, ich sehe den Knochen, das ist nicht gut, ich muss zusehen, dass ich ins Krankenhaus komme”. Dann habe ich mich versichert, dass es meiner Beifahrerin gut geht, bin zur nächsten Kneipe gehumpelt und habe einen RTW gerufen. Auch dieses Auto war ein Totalschaden.
Wenn es aber um die Tiere geht, lassen meine Nerven mich ärgerlicherweise im Stich, dann werde ich hektisch und konfus. Weswegen ich sehr froh war, dass der Mann uns fahren konnte. Die Tierärztin hatte zwar erst zwei Stunden später Sprechstunde, aber noch einen anderen Notfall da und ließ uns daher in die Praxis. Die Katz wurde geröngt, bekam Blut abgenommen und eine Spritze. Zuhause ging es ihr dann wieder sehr gut, obwohl ich sie natürlich ständig misstrauisch beäugte.
Heute morgen dann stolperte das arme Ding unkoordiniert durch die Wohnung, fraß zwar, hatte aber keine Kraft und offensichtlich starke Schmerzen. Wieder zwei Stunden vor Beginn der Sprechstunde. Trotzdem vorbei gefahren und wieder war da noch ein anderer Notfall und die Ärztin in der Praxis. Wie es aussieht, hat die Katz ein Problem mit den Nerven, was sich zum Glück gut behandeln lässt. Sie kam an den Tropf und das hat ihr etwas geholfen.
Beide Male hat sich die kleine Kratzbürste vorbildlich und kooperativ verhalten, jetzt liegt sie im Schlafzimmer, ruht sich aus und ich muss mich beherrschen, nicht dauernd nach ihr zu sehen. Für den Fall der Fälle haben wir Unterlagen für die Tierklinik mit bekommen – bitte alle mal ganz fest die Daumen drücken, dass wir die nicht brauchen werden.

November 13th, 2009 at 11:05
Oh je, das kling nicht schön und machen Sie sich keinen Kopf. Ich zittere mit Ihnen mit, okay? Wenn ich nicht zittere, drücke ich die Daumen, damit Madame ganz flink wieder auf die Beine kommt
November 13th, 2009 at 11:10
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ingeborch, Ingeborch erwähnt. Ingeborch sagte: @BuecherOnline @FRENJA @escamoteur Wir versuchen es erst mal mit Leberwurst. http://bit.ly/1tDfPS [...]
November 13th, 2009 at 11:12
Das einem diese Mistviecher auch immer so ans Herz wachen müssen….. !
*daumendrück*
November 13th, 2009 at 11:13
Danke. Das macht mich immer ganz fertig. Im Moment liegt sie in einer Reisetasche unterm Bett. Habe die Heizung voll aufgedreht und lasse sie in Ruhe. Eigentlich wollte ich heute Großputz machen, zur Bücherei, zur Post und was weiß ich, aber das verschieben wir mal, bis der Mann zu Hause ist und ein Auge auf sie hat und das böse laute Saugmonster bleibt im Schrank.
November 13th, 2009 at 11:36
Achje, arme kleine Maus. Wie wäre es mit einem Katzenminzekissen für süße Träume und hoffentlich folgende Nervenberuhigung? Und Sie – trinken Sie einen Beruhigungstee und halten Sie auch ein Schläfchen.
(Post und Bücherei haben auch samstags auf und Großputz wird sowieso völlig überschätzt.)
November 13th, 2009 at 12:35
Auch von mir alles Gute und gute Besserung für die Mieze
November 13th, 2009 at 13:14
Ich drücke auch die Daumen! Haustiere sind zäh! Kenne das, unser 15jähriger Hund macht uns nur noch Scherereien und wir sind Dauergast in der Tierklinik.
Aber immer wenn wir denken, jetzt müssen wir langsam Abschied nehmen, rafft er sich nochmal richtig auf und überrascht alle. Die Katz schafft das schon! Und vermutlich wird sie noch ein bisschen “nachkränkeln”, wenn sie schon längst wieder gesund ist, um noch mehr verhätschelt zu werden.
November 13th, 2009 at 14:02
Kenne ich gut, bei den Kindern und den Haustieren wäre man lieber selber krank, als in der Regel etwas hilflos daneben zu stehen. Gute Besserung für die Katz!
November 13th, 2009 at 16:26
Merci. Toi, toi, toi, es geht ihr nicht gut, aber besser. Habe gemäß Tierarztanweisung die Heizung voll aufgedreht, die saunamäßigen Temperaturen scheinen ihr zu behagen. Ich schlafe heute Nacht dann draußen… *schwitz*.
November 13th, 2009 at 19:34
Puh, hier werden auch alle Daumen und Tatzen gedrückt. Hoffentlich geht´s ihr bald wieder besser. (Ich hab ja sonst auch die Ruhe weg, aber wehe es ist was mit meiner Mitbewohnerin …)
November 13th, 2009 at 21:21
Sie würden bestimmt eine sehr gute Mutti sein!
Nur zu!
November 13th, 2009 at 22:31
Finde ich ja tröstlich, dass es anderen auch so geht.
Mein Job besteht praktisch nur aus Katastrophenmanagement, nicht lustig, aber alles kein Thema. Aber beim Tierarzt bin ich ein hilfloses nervöses konfuses Bündel, das nur mit Hilfe vorher geschriebener detaillierter Listen die Fragen auf die Reihe kriegt und sich dort alles sofort aufschreiben muss, weil im Hirn völlige (panische) Leere herrscht.
Alles Gute für die Katze, sie hat hoffentlich noch viele ihrer Leben nicht aufgebraucht.
BTW “The amazing Maurice and his educated rodents” von Pratchett ist ein Muss für Katzenliebhaber (oder Rattenhalter, je nachdem
November 14th, 2009 at 08:49
wir drücken die daumen, auch die nichtgegengreifenden.
November 14th, 2009 at 09:25
Boha, das ist ja heftig!
Ne ne ne krankes Tier geht garnicht, kann den Stress
sehr gut nachvollziehen! Da liegen bei mir die Nerven
auch schnell blank!
Auch von dieser Stelle, gute Besserung und wir drücken
hier alle Pfoten!!!
November 14th, 2009 at 09:39
Merci an alle, Daumendrücken hat geholfen (und der Leberwurstrick auch). Geht schon sehr viel besser, sowohl der Katz als auch mir.
(Hab’ ich natürlich, Sigourney.)
(Thilo, wir arbeiten dran. Da wäre Daumendrücken auch nicht verkehrt.)
November 15th, 2009 at 10:00
[...] Katzen: Kratzbürsten auf Tischen…Hackblog [...]
November 17th, 2009 at 20:27
Mein Faxekater – selbst Dauergast bei Tiernotärzten – hat dolle die Daumen gedrückt, dass es ihr bald besser geht.
Unerhört wie diese Fellviecher einem ans Herz wachsen!
November 18th, 2009 at 19:39
Wohl wahr.
November 19th, 2009 at 00:51
Wir drücken auch alle ganz dolle die Daumen… Paulakatze, Muuminkatze und Chikatze.