Spaß mit Eb*y

Mittwoch, 6. Mai 2009 geschrieben von Syberia

Sehr geehrte Frau Syberia,

sie haben für den eb*y- Artikel 0123456789xyz eine negative Bewertung wie folgt abgegeben:

Bewertung: Neutral
Bewertungskommentar: 6,95 € Porto für einen 55-Cent-Brief scheinen mir ein WENIG überhöht zu sein…

Ich möchte Sie darüber in Kenntnis setzen, dass Sie in diesem Kommentar falsche, geschäftsschädigende Angaben machen, die ich so NICHT auf mir sitzen lassen werde! Die 6,95 sind keine Portokosten, sondern die gesamten Versandkosten. Es handelt sich um eine geschäftsschädigende Rachebewertung.

Ich setze Ihnen hiemit eine Frist bis zum 15.5.2009 die Angelegenheit zu klären, Ihre falschen Anschuldigungen zurückzunehmen und mir eine positive Bewertung zu geben.

Sollte nach furchtlosem (sic!) Fristablauf die Angelegenheit für mich nicht allervollstens zufriedenstellend geklärt sein, werde ich ohne weitere Vorankündigung meine Rechtsanwälte beauftragen, die entsprechenden Schritte gegen Sie einzuleiten.

Mit freundlichen Grüßen
Eb*y-Verkäufer

smileyhilfe

23 Antworten to “Spaß mit Eb*y”

  1. Jörn Says:

    Briefmarke – 55 Cent. Briefumschlag – 10 Cent. Der Weg zur Post – nahezu unbezahlbar. Nur Idioten…

  2. creezy Says:

    Zu blöd, dass man bei ebay nicht zwei Bewertungen raus hauen darf. Melden den Typen bitte bei ebay! So einer gehört auch von anderer Seite abgestraft.

  3. Anke Says:

    Na das würde ich doch glatt mal an ebay weiterleiten. Mal gucken, ob ihm das seine Suspendierung wert ist. Oder er soll vorrechnen, wie sich die “gesamten Versandkosten” denn zusammensetzen. Wenn sich in seinem Speichel – zum Anlecken der Briefmarke – sich nicht wenigstens Blattgoldpartikel nachweisen lassen, einfach der Rechschutzversicherung überlassen…
    Habe auch schon mal 10 Pfund (!) Versandkosten gezahlt, der olle wiederverwertete Polsterumschlag, der dann hier eintrudelte, war mit 4,99 frankiert…sie versuchen es doch immer wieder.

  4. ahe Says:

    Der hat ja wohl allervollstens einen an der Marmel

  5. Syberia Says:

    Ich habe ein Paar Perlenohrringe für 1 Euro erstanden. Dann kann man schon mal grantig werden *hehehe*.

  6. Syberia Says:

    Muss mal den Umschlag aus dem Papierkorb fischen und die Rückseite der Briefmarke untersuchen…

  7. Wumpi Says:

    hmm… glaube auch nicht, dass er sich in solcher Form an dich wenden darf. Außerdem haben die Bewertungen genau diesen Sinn – schwarze Schafe aufdecken. Würde es auch an eb*y weiterleiten und geduldig abwarten…

    War denn der Brief versichert? was kostet das? recherchier doch mal… wenn er da weit drüberliegt, dann würde ich erst recht handeln…

    Riesige Möhren beherrschten das Land…

  8. Kristof Says:

    Oh, bitte, bitte. Antworten Sie dem Mann. Ich will auch weiterhin was zu Lachen haben …

  9. Syberia Says:

    Hab’ ich schon. Allerdings (noch?) nicht abgeschickt:

    “Sehr geehrter Herr Eb*y-Verkäufer,

    seltsamerweise sah ihr Paket wie ein Briefumschlag mit Fenster aus, auf den jemand eine 55-Cent-Briefmarke geklebt hatte. Aber es könnte dafür eine einleuchtende Erklärung geben:

    Ihr Hund hat das Paket gefressen.

    Der Typ hinterm Postschalter hat Sie allervollstens betrogen und 6,95 Euro von Ihnen kassiert, aber nur Marken für 0,55 Euro drauf geklebt.

    Die Briefmarken haben nicht richtig geklebt, so dass die Marken à 6 und à 0,40 Euro in den Gulli gefallen sind.

    Alle außer der 0,55-Cent-Briefmarke sind aus diesem neuen unsichtbaren Material.

    Sie leiden ohne Schuld an einer schweren Kastritis, welche Ihr Rechen-, Schreib- und Sehvermögen beeinträchtigt.

    Sie sind kurz vor Betreten des Postgebäude aus der Straßenbahn gefallen.

    Sie verrichten Ihr Geschäft grundsätzlich so.

    Ein Kollege hat Ihnen in der Kantine eine rauscherzeugende Substanz in die Suppe geträufelt.

    Nachdem Ihre Lieblingskandidatin Annemarie bei DSDS rausgewählt wurde, standen Sie unter Schock.

    Vielleicht aber hat aber auch nur ein hinterlistiger Postbote das Paket geöffnet, sich entschieden, dass die Ohrringe ihm nicht stehen (eventuell hörte er eine dröhnende Stimme aus dem Off, welche ihm mitteilte, dass sein Tun frevelhaft sei?) und hat das Ganze daher in einen Umschlag gepackt, damit ich es doch noch bekomme.

    Sie sehen, ich bin bereit Annahmen zu Ihren Gunsten zu treffen. Wenn Sie mir also den abgestempelten Durchschlag des Paketaufklebers auszuhändigen in der Lage sind, so will ich gerne bereuen und Buße tun und die Ihnen zu Unrecht angetane Schmach aus den Annalen Ihrer Eb*y-Bewertungen tilgen.

    Zu denken geben sollte Ihnen dennoch, dass Ihre Kunden Ihnen durchweg ähnliche Bewertungen geben wie ich. Verpassen Sie also ihrem Hund einen Maulkorb, meiden Sie das Essen in der Kantine und gehen Sie künftig zu Fuß zur Post.

    Mit freundlichen Grüßen…”

  10. Kristof Says:

    “Der Postbote war’s”, ja sicher. Vielleicht haben da wieder die Kurierfahrer die Finger im Spiel, die letztens der FR den Stollen weggefuttert haben.

  11. Syberia Says:

    Da kann ich ja froh sein, dass die davon noch satt waren und meine Ohrringe verschont haben…

  12. Wumpi Says:

    :D das klingt nach einem netten antwortbrief… aber vllt. versuchst du es doch einen tick sachlicher? ;-)

    und e*ay dürfte der Brief von dem netten verkäufer sicherlich auch spaß bereiten… willst du eine Spaßbremse sein? :-)

    wie auch immer du dich entscheidest, halte uns bitte auf dem laufenden…

  13. Syberia Says:

    Danke für den Tip, Wumpi, aber meinen Ruf als Spaßbremse habe ich schon weg. Ich kann nur ernst. Meine Leser wissen das.

  14. creezy Says:

    verdammt, wenn ich wüsste, ich bekäme immer so schöne briefe von ihnen würde ich auf ebay auch nur noch so‘n bockmist bauen!

  15. Syberia Says:

    @creezy: Nee, nee, muss nich.

  16. Börni Says:

    Na, den Herren würde ich spontan mit einer Anzeige beglücken, nur damit seine Rechtsanwälte (man beachte den Plural) sich garantiert nicht langweilen.

    Und natürlich ab mit dem Schreiben zu eBay. Manchmal, aber wirklich nur manchmal, interessiert sich eBay für sowas.

    Ein weiteres nettes Spiel: Mal nachsehen, ob der Herr bei eBay als privater Verkäufer oder als gewerblicher Verkäufer angemeldet ist. In seinem Schreiben hebt er ja gerade auf seine Geschäftstätigkeit ab. Sollte er bei eBay privat registriert sein, könnte das eBay interessieren – und sein für ihn zuständiges Finanzamt.

    Ein Blick auf http://pages.ebay.de/help/pay/maximum_shippingcosts.html loht sich ebenfalls. Sind doch für einige Kategorien die maximalen Versandkosten von eBay vorgegeben. So zum Beispiel in Uhren & Schmuck / Perlenschmuck. Für die Versandart Deutsche Post Brief sind dort maximal EUR 2,50 zulässig.

    @UltraDingens

    Für X Euro Versandkosten erwartet man ein Gegenleistung die etwa X Euro entspricht, also zum Beispiel eine entsprechend Verpackung oder Versandart.

  17. Syberia Says:

    Ich habe es an ebay weitergeleitet (und den UltraTroll gelöscht).

  18. haekelschwein Says:

    Der Fall sollte eBay interessieren, weil überhöhte Versandkosten ein Trick sind, um eBay-Gebühren zu sparen, denn die werden nur auf den Kaufpreis, aber nicht auf die Versandkosten fällig. Deshalb setzt eBay seit einiger Zeit in manchen Rubriken maximale Versandkosten an und fördert versandkostenfreie Angebote.

    Wenngleich eBay bei Konflikten sonst gerne auf Verkäuferseite steht, hat man im Punkte Versandkosten als Käufer die gleichen Interessen wie eBay und kann auf Unterstützung hoffen, zumindest wenn man sehr hartnäckig ist.

    Von dem hier geschilderten Extremfall einmal abgesehen, sollte man als Käufer aber bedenken, dass nicht nur das Postporto als gerechtfertigte Versandkosten betrachtet werden darf, sondern auch das Verpackungsmaterial, der Arbeitsaufwand und die Entsorgungskosten. Seit 2009 muss nämlich jeder Anbieter einen Vertrag mit einem Recyclingunternehmen abschließen, und die Kosten wird er anteilig an den Endkunden weitergeben.

  19. Monakatz Says:

    Der Antwortbrief ist köstlichst – auch wenn er vermutlich Perlen(ohrringe) vor die Säue bedeutet … Sie fordern den Verkäufer damit zu einem geistigen Duell heraus, aber da ist er doch offensichtlich unbewaffnet!

  20. alter sack Says:

    Neinneinnein, werte Frau Syberia, der Mann ist vollumfanglich im Recht.

    Wie ich mich bereits an anderer Stelle ausgelassen habe (http://www.meinarsch.de/2009/04/30/deutschland-mir-graut-vor-dir/), gibt es seit dem 01.01.2009 eine neue Verpackungsverordnung.

    Da es sich laut Aussage des Verkäufers um eine gewerbliche Auktion handelt (“geschäftschädigende” Rachebewertung), ist er Verpflichtet, sich für seinen Verpackungsmüll (dazu gehören auch Briefumschläge) kostenpflichtig zu registrieren. Das kostet zum Beispiel bei Landbell 150 Euro für 2 Jahre.

    Gehen wir mal davon aus, dass die Geschäfte für Perlenohrringverkäufer hart sind und wir uns noch am Anfang des Monats befinden, so ist er als wirtschaftlich verantwortungsvoll handelnde Person selbstverständlich verpflichtet und berechtigt, die resultierenden Verpackungsverordnungskosten von EUR 6,25 pro Monat als Versandkosten zu berechnen – es könnte ja schließlich die einzige Bestellung in diesem Monat sein und bleiben!

    Zuzüglich Briefmarke, Umschlag und Schuhsohlenabnutzungspauschale für den Weg zum Briefkasten kommen Sie mit EUR 6,95 doch noch wirklich gut weg dabei…

  21. Sheherazade Says:

    Der Mann hat doch wirklich einen Schaden….

  22. Syberia Says:

    @Herr Häkelschwein: Der Typ ist nicht wie Sie. Der packt seine Schweinchen nicht liebevoll und artgerecht so ein, dass es sich fast schon um ein Kunstwerk handelt. Der stopft sie einfach in ‘nen billigen Briefumschlag und schickt sie auf ‘nen Massentransport.

    @monakatz: Er liegt noch bei den Entwürfen. Ich bin ja gar nicht so.

    @alter Sack: Danke, ich wollte schon immer mal wissen, wie Ihr Eure Preise kalkuliert…

    @Sheherazade: Jo, Dachschaden.

  23. Harriet Says:

    Liebe Frau Syberia, ich würde das jetzt nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn der von Ihnen Gerügte wirklich seine zweifellos zahlreichen Anwälte auf Sie hetzt, dann sollten Sie gut darauf vorbereitet sein. Nach derartig komplexen wie gewichtigen Rechtsfällen giert jede Grosskanzlei. Immerhin geht es um die ruinierte Verkäuferehre eines ohne Frage hochprofilierten Mandanten. Also unter mindestens zehn eigenen Anwälten werden Sie wohl leider kaum davonkommen. Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung.