Dies & das und sonst noch was

Montag, 9. Februar 2009 geschrieben von Syberia

Auch Vögel haben so ihre Gewohnheiten: auf dem Balkon liegen Nüsse für die Meisen aus und jede hat ihre eigene Anflug- und Aufpicktechnik. “Little Punk” äugt erst misstrauisch vom Regenrohr hinunter, fliegt dann mit angelegten Flügeln durch den Spalt zwischen Wand und Brüstung (sehr eindrucksvoll!), schnappt sich ein Stück Nuss und wiederholt mit Nuss im Schnabel das Flugkunststück. “Knopfauge” schreitet erst den Lavendel ab und eliminiert eventuell vorhandene Spinnen (danke!), hüpft dann auf den Schüsselrand und pickt von dort, sich immer wieder hektisch umschauend, so viel auf, wie reingeht. “Madame Bigotte” fliegt erst auf den Nachbarbalkon rechts, kündet mit Tschilpen ihre Ankunft an, holt sich bei uns eine Nuss und hüpft damit auf den Balkon links, um sie dort zu verspeisen. Meisenring und Futterhäuschen werden übrigens von allen mit Verachtung gestraft.

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Die Großmutter von Herrn A. wird morgen operiert. Wenn sie aus dem Krankenhaus kommt, werden wir bei der Kasse die nächste Pflegestufe beantragen, damit der Pflegedienst zweimal täglich vorbeischaut. Außerdem soll sie Essen auf Rädern bekommen, denn sie ernährt sich hauptsächlich von Tütensuppen, Kartoffelpüree und anderem nährstoffarmen Fertigfutter. Die Großmutter ist aber der festen Überzeugung, dass sie hervorragend allein zurechtkommt und findet mein Ansinnen beleidigend. Schreien kann Sie jedenfalls noch vorzüglich. Habe seit dem Telefonat mit ihr ein Pfeifen im rechten Ohr. Ihre Zimmergenossin kann von Glück sagen, dass sie schwerhörig ist.

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Kneipengedicht, laut zu lesen:

Franz saß in der Spelunke
mit Halunken gern beim Trunke.
Er sprach: “Den Schnaps, komm, mach’ Smirnoff?”
“Mach’ selber auf!” rief Rita schroff,
“dein Egotrip haut hier nicht hin,
der Mensch braucht auch GemeinschaftGin!”
Franz sprach: “Ich beGuinness Rauchen jetzt”,
doch die Hölzer war’n mit Bier benetzt.
“Warum Brandy nicht?” rief er und schloss:
“Der Paul war’s nich, der Calvados!
Was mir an Karl nicht Pastis,
dass er im Suff ‘ne Last is’.
Das ist jedesmal das Ding,
weshalb die Lust mir Jever ging.”
Karl lallte: “Unser Mahner -
so klug wie Franziskaner!
Doch trinkt er mehr, dann, jede Wette,
hängt er wie Paulaner Toilette.
Und übertreibt er’s wieder so,
dann ahn’ ich schon: er Veltins Klo,
da sei dir mal ganz sicher.”
Doch kurz darauf verbLicher.

(Alex Dreppec)

11 Antworten to “Dies & das und sonst noch was”

  1. Fundstück | Kim Huebel - Online Says:

    [...] Interesse daran, meinen RSS feed zu abonnieren? Viel Spaß jedenfalls und Danke für deinen Besuch!Im Hackblog gefunden… das Gedicht zum Schluss erinnert mich ja schon irgendwie an “Bully und die [...]

  2. anne Says:

    kann mir einer das mit dem calvados erklären? alles andre hab ich irgendwie dann doch noch verstanden… ;)

  3. mariong Says:

    “Karl war das”

    Ich drücke die Daumen für die Oma und Nachkommenschaft. Ganz fest.

    (Meisen tschilpen nicht sondern Spatzen tschilpen! Bei uns ignorieren die auch die Futterknödel, bzw. picken so lange bis sie 1 Sonnenblumenkern darin finden, auf dem Boden findet man dann den Rest des Dings als Puzzle- wir vermuten, das herkömmliche Vogelfutterzeugs ist Altfettentsorgung und die Vögel fallen nicht darauf rein. Meisen lieben auch Haferflocken mit Speiseöl angerührt.)

  4. anne Says:

    danke!

  5. creezy Says:

    Sehr gut, die Trinklehre!

    Ich gucke manchmal sehr neidvoll auf die Lieferanten der «Essen auf Rädern»-Mittagssause. Für die Oma alles Gute! Für die Syberia-Nerven auch. Für’s Öhrchen auch!

  6. Syberia Says:

    @Frau mariong: Wenn sie nicht tschilpen, was machen sie dann?

    @creezy: Danke. (Und nicht zu geizig sein mit den Katzenleckerlis :-) )

  7. mariong Says:

    sie nervt mit zizibäh

  8. Sheherazade Says:

    Oma ist seit gestern in der Reha, am Sonntag gegen 14:00 haben wir sie nochmal im KKH besucht… Da hab ich bald einen Wutanfall bekommen…

    Sie erzählt, dass sie seit morgens um zehn in einer Art Wohnecke sitzt, ohne Umlagerung!, trotzdem sie Dekubitus (Extreme Hämatome, die u. a. durch starken Druck entstehen) hat. Dazu saß ihr gegenüber eine ältere Dame, die ca. alle 30 sec. ein Röcheln in höchster Lautstärke von sich gab, was wohl eine Art Sprechen darstellen sollte.
    Nachdem ich so freundlich, wie ich nur konnte, zwei der Pfleger im “Stationszimmer” gefragt hab, ob ich sie wieder in ihr Zimmer schieben könnte, weil sie laut eigener Aussage verrückt wird und Schmerzen hat bis zum Himmel, waren zwei andere Pflegerinnen auf dem Weg zum Zimmer ganz eilig dabei, mir zu versichern, dass sie gleich kommen werden und sie umlagern…

    GRRRRRR!!!!!! Da möchte man gaaaaanz laut schreien…..

  9. Sheherazade Says:

    Ehm, wir haben sie im Heim besucht, nicht im KKH…

  10. Syberia Says:

    Vielleicht sollten sich nach einer besseren Wohnstätte für die Oma umschauen…

  11. Sheherazade Says:

    Leider hat mein Dad diese Verantwortung auf mich abgewälzt, ääähh, an mich delegiert.

    Ich bin ja auch nur mindestens 30 Stunden pro Woche in der Weiterbildung, Fahrzeit, Pausen etc. mal nicht miteingerechnet… Hausaufgaben und Lernen kommen noch dazu, im Prinzip bin ich die ganze Woche über nur mit Sprachen lernen beschäftigt, zwischendurch blödes BWL und Recht, Tippen will man uns auch beibringen – Danke Gott, dass ich schon eine Ausbildung habe… So bleibt mir meine erste Prüfung (die “kleine schreibtechnische”) doch erspart.

    Wie ich dabei aus zig Heimen in ganz Köln das passende rausfinden soll, solang sie noch in der Reha ist, ist mir schleierhaft – vor allem schreiben wir jede Woche einen Test in irgendeinem der Studienfächer.

    Manchmal wünschte ich, der Boden tut sich auf und reißt mich mit, auf die Seychellen oder so…