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Sonntag, 9. November 2008 geschrieben von SyberiaWenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.
[doch nicht von] Kurt Tucholsky. 1930.

November 9th, 2008 at 11:09
Ist leider nicht von Tucholsky:
http://www.tucholsky-gesellschaft.de/
Ist aber trotzdem ein gutes Gedicht, echt gut. Und das Schmunzeln vergeht einem dann am Schluss.
November 9th, 2008 at 13:17
Jo. Stimmen tut’s trotzdem.
November 9th, 2008 at 13:35
ich hab inzwischen meinen persönlichen Weg in der Finanzkrise gefunden: Ich spare nicht mehr. Ich geb das Geld aus. Macht viel mehr Spaß. Sollen die durchgeknallten Banker doch das Geld von anderen verzocken.
November 9th, 2008 at 14:00
Wofür?
November 10th, 2008 at 07:57
Reisen zum Beispiel.
November 10th, 2008 at 10:45
Das ist gut angelegt.
November 10th, 2008 at 13:01
Doch, das finde ich auch: sehr vernünftig, @Andreas !
November 10th, 2008 at 13:10
Ähm, ich kann bei Frau Ingeborch nicht kommentieren. Das ist sehr schade
November 10th, 2008 at 15:55
Witzigerweise sind sogar bei uns einige drauf reingefallen – aber, weiträumige Zockerei mit Derivaten in den 30igern: kann nicht sein.
(Auch wenn der Termingeschäftsgedanke als solcher locker 500 Jahre als ist)
November 10th, 2008 at 22:06
@Petra: Ich weiß…
@Herr Holden: Ja, das hätte mich misstrauisch machen sollen. Aber es passte so wunderbar…
November 11th, 2008 at 07:28
ot – Eigentlich war ich mit Dr. House bereits durch – die 4. Staffel habe ich erst gar nicht mehr im TV gesehen. Jetzt kamen aber halt doch die DVDs und, 16 Stück in 3 Tagen. Die Abschluß-Doppelfolge, ich muß sagen, superharter Tobak. Eigentlich fast zuviel. Dazu hätte auch gut ein L. Cohen gepaßt (Hallelujah, vintage year).
Staffel insgesamt sehr gut, aber nicht so außerirdisch wie so manches in den ersten 3.
Mein Liebling immer noch die Folge, in der House angeschossen wird, und träumt dass er träumt dass er träumt dass er träumt dass er verrückt wird…
November 11th, 2008 at 09:47
Ich finde die sich in jeder Folge wiederholende Struktur ermüdend und habe die Serie in der Mitte der zweiten Season drangegeben. Ich hoffe, Sie gucken Dexter? Die Bücher sind (bis auf das Letzte, da hat der Autor einen merkwürdigen Esoterik-Tick entwickelt) ausgezeichnet. Und Pushing Daisys ist auch famos.
November 11th, 2008 at 12:06
Dexter ist aufgrund Ihrer Empfehlungen auf meiner DVD-Bestellungsliste schon fast ganz oben.
Mit der Struktur ist das natürlich so eine Sache… aber wenn Sie mal wirklich gepflegt und alle-Dämme-brechend losheulen wollen: Dann die erwähnte Doppelfolge. House kommt in einer Lapdance-Bar zu sich – und irgendwie muß in den 4 Stunden davor etwas passiert sein.
Jemand scheint sterben zu müssen, was er weiß, weil ihm symptom-technisch was aufgefallen ist. Aber wer, wo, wieso und wodurch… das zu klären wird 90min erfordern, und wenn zum Schluß rauskommt, das alles wirklich so war und vor allem so ist, ist’s absolut herzzerreißend.