Ah ja.
Montag, 11. August 2008 geschrieben von SyberiaDie Russen sind in Georgien auf einer friedensstiftenden Mission, lässt der russische Präsident die Welt wissen, und sie tun es, um das Leben der Russen zu schützen.
Die Russen sind in Georgien auf einer friedensstiftenden Mission, lässt der russische Präsident die Welt wissen, und sie tun es, um das Leben der Russen zu schützen.
August 11th, 2008 at 16:50
Glück gehabt in Estland, Lettland und Litauen. Imperien sind doch was feines.
August 11th, 2008 at 17:42
Ganz so falsch liegt der russische Präsident da nicht, denn die Dinge sind nicht immer so simpel wie sie uns erscheinen. Was nämlich viele nicht wissen und unsere Medien gerne verhehlen:
Georgien ist auch keine lupenreine Demokratie, sondern geht mit Gewalt gegen nationale Minderheiten vor. 1989 gehörten noch ein Drittel der Bevölkerung ethnischen Minderheiten an, heute sind es weniger als ein Siebtel. Die sind nicht alle freiwillig gegangen.
Im Zuge der Auflösung der Sowjetunion erklärte sich Georgien 1991 für unabhängig. Das gleiche Recht beanspruchte damals wie heute Südossetien gegenüber Georgien.
Osseten sprechen eine iranische Sprache, die nichts mit dem Georgischen gemein hat. Zweite Amtssprache ist Russisch und offizielle Währung der Rubel. 95 % der Einwohner haben die russische Staatsbürgerschaft. Nordossetien trat bereits 1776 freiwillig dem Russischen Reich bei.
In einem Referendum sprachen sich 1992 über 90 Prozent der südossetischen Teilnehmer für die Unabhängigkeit von Georgien und den Anschluss an Nordossetien aus.
Um auch mal die andere Seite zu hören (ohne sie gleich für bare Münze zu nehmen), beachte man dieses Interview mit dem südossetischen Präsidenten Eduard Kokoiti:
http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?thema=Ru%DFland&artikelID=20050505
August 11th, 2008 at 18:03
Und die Marsmenschen sind eh nur noch durstig.
Das ist die ganz dunkle Macht, da in deren Köppen; aber Hallo.
Zum kotzen.
@Häckelschwein:
Na klar hat der Unrecht. Der führt Krieg.
August 11th, 2008 at 19:27
@haekelschwein
Aber ist das ein Grund die abzuschlachten?
August 11th, 2008 at 19:42
Mich stört lediglich, dass bisher so oft der Eindruck erweckt wurde, die friedliebenden prowestlichen Georgier würden von den bösen Russen angegriffen.
Während es doch der Wahrheit näher kommt, dass Georgien das Selbstbestimmungsrecht der Südosseter mit Füßen tritt und gewaltsam gegen die Bevölkerung vorgeht, die doch angeblich zum georg. Staat gehört. Im Grunde scheint Georgien wohl nur an dem Gebiet (und dessen Rohstoffvorkommen) interessiert, nicht aber an den dort lebenden Menschen, sonst würde man die nicht vertreiben, erschießen oder in brennende Kirchen einsperren (wie heute in der Tagesschau berichtet).
Dass Russland ebenfalls mehr an Gaspipelines und Rohstoffen interessiert ist als am Schicksal der Südosseter, wird wohl so sein, aber ohne das Eingreifen Russlands wären die Osseter ganz auf sich allein gestellt und chancenlos. Allerdings wäre das Ganze ohne die Involvierung Russlands auch kein Thema für unsere Nachrichten und so könnten wir beruhigt weiterschlafen, während Georgien das Problem auf seine Weise “regelt”.
Aber immerhin: Heute erschien mir die Berichterstattung schon etwas ausgewogener und Georgien wurde ebenso kritisch dargestellt wie Russland.
August 11th, 2008 at 23:11
Ja. Dennoch: wer einen Krieg als friedensstiftende Mission bezeichnet, denkt auch, er könne die Menschen glauben machen, dass zwei plus zwei fünf ergibt.
August 12th, 2008 at 08:59
Häkelschwein hat (leider) Recht!
Alle Welt denkt gerade wieder wie ‘böse’ die Russen sind… lachhaft! Dabei ist alles nur eine groteske Inszenierung. Genau wie 9/11!
Alles Lüge! Und wir sollen diese Lügen fressen! Tu ich aber nicht!!!!
August 12th, 2008 at 15:58
Nicht sicher ob es hier keine Verbrecher im Spiel gibt. Zwei Parteien pokern um die Macht in Georgien, eine Partei überreizt in der Annahme, durch die Nato und USA gedeckt zu sein, die zweite Partei verläßt sich darauf, daß die Nato keinen direkten Krieg mit einer Atommacht riskiert und kassiert Georgien, und das ganze Spiel auf dem Rücken tausender ermordeter Zivilisten. Selten so froh gewesen in der Nato zu sein, und, da gebe ich mich keinen Illusionen hin, unter dem atomaren Schirm. Wir vergessen manchmal wie fragil internationale Politik im 19. Jahrhundert war und außerhalb der Pakts noch ist.
August 12th, 2008 at 16:04
Man sollte – wie haekelschwein schon bemerkt hat – eines nicht vergessen: Durch Georgien verläuft eine der wichtigsten Öl-Pipelines vor allem für die USA. Es sollte damit klar sein, daß die Russen ganz sicher nicht mitansehen werden, wie die Amerikaner sich vor ihrer Haustür breitmachen. Nicht umsonst haben die USA ein Kontingent an Soldaten dort. Die sind nicht da, um die Bevölkerung zu schützen, wie mancher glauben mag.
Krieg ist ein Schande, das steht außer Frage, ich kann dennoch die Russen irgendwo verstehen. Nur sollten beide Seiten ehrlich zu den Gründen für die Auseinandersetzung stehen. Das würde möglicherweise auch die Arbeit der Diplomaten erleichtern…
August 12th, 2008 at 16:15
..mir ist überhaupt nicht klar warum “die Russen ganz sicher nicht mitansehen werden” wer oder was auch immer bei denen vor der Türe Picknick macht!
Wenn bei mir einer an den Hydranten will (den ich selber gebohrt und aufgestellt habe), sei es ein Weltenbürger oder auch ein vergifteter Marsmensch, bekommt er noch ne polierte Tasse zum trinken von mir.
I know, das hinkt.
Ich versteh’s nur einfach nicht; (und ich habe nun eine Menge gelesen was die “Kriegstreibenden-Arschlöcher” denn hier bei uns um die Ecke antreibt) daher bin ich wirr.
August 12th, 2008 at 16:18
…und wieder 3 Dörfer weg.
Tss.
Tss.
und:
Tss.
Grauenvoll.