Muttern geht auf der Linie

Donnerstag, 7. August 2008 geschrieben von Syberia

Mutter: Das Internetz geht nicht!

Ich: Wie meinst du das?

Mutter: Na, das Internetz geht nicht, nur das Microsoft funktioniert noch.

Ich: Also die Compute ist an und funktioniert, aber du kommst nicht ins Internet?

Mutter: Das sage ich doch die ganze Zeit! Gestern ging es noch! Habe ich da was kaputt gemacht?

Ich: Du kannst das Internet gar nicht kaputt machen, keine Sorge… ist der Router… äh… blinkt das was?

Mutter: Wo?

Ich: Wenn du mal deine Telefonbuchse beguckst…

Mutter: Wozu? DasTelefon geht! Das Internet geht nicht!

Ich: Sag mir mal, was da an deiner Telefonbuchse dran ist…

Mutter: Na, unser Telefon, was sonst?

Ich: Und so ein kleiner Kasten?

Mutter: Nö.

Ich: Doch. Muss.

Muttern: Nö.

Ich: Dein Provider hat dir doch einen Router geschickt…

Mutter: Wer? Was? Sprich bitte deutsch mit mir!

Ich: Dieses Päckchen, dass du damals von der Teledumm gekriegt hast, was hast du damit gemacht?

Muttern: Moment! *türklapp**raschel**rumkram*… ja, was ist damit?

Ich: Wie viele Dinger hat das Ding, wo du was reinstecken kannst?

Mutter: Weiß ich doch nicht… dazu muss ich das erst auspacken…

Ich: Äh…

Mutter: Soll ich das auspacken?

Ich: Ja bitte… und gestern warst du online? Wie hast du das gemacht?

Mutter: So wie unser Enkel uns das gezeigt hat… ich habe auf dieses “Kevins Little Pornworld” geklickt…

Ich: Öhm… heißt der Sohn von euren Nachbarn nicht Kevin?

Mutter: Ja und?

Ich: Nichts… schon gut… da hast du wohl das WLAN von euren Nachbarn… auch egal… schliess jetzt erst mal den Router an.

Mutter: Das geht nicht, weil jetzt der Monitor einfach ausgegangen ist und so komische Zeichen macht!

Ich: Das ist nur der Bildschirmschoner… einfach die Maus bewegen…

Mutter: Ich habe das alles nagelneu gekauft und schon ist was kaputt!

Ich: *Kopfschmerztablette einwerf*

Lieber Gott, bitte mach, dass meine Mutter nie erfährt wie man googelt

26 Antworten to “Muttern geht auf der Linie”

  1. Börni Says:

    Niemals für Verwandte oder Bekannte den Compuder-Ganzmacher geben. NIEMALS!

    Meine Ausrede: Du, ich mach nur und Linux, dat Windows-Zeuch kann ich nit, dat hab ich nit jelernt. Soll ich dir Linux aufspielen? Dat is son’n Unix-Ding für Expeden. Dann haste aber keinb richtijes Wörd, kein Ausblick Exzess un son’ Zeuch mehr. Und’n Anti-Virus-Dingens jibbet dafür auch nicht.

    Ich warte noch auf den Tag, dass jemand das Angebot annimmt. Allerdings lasse ich mir den Wunsch nach Zerstörung eines Windows schriftlich geben.

  2. Börni Says:

    Oh, da hat das Böse WordPress was geschluckt:

    > Du, ich mach nur und Linux,

    Da stand was in spitzen Klammern zwischen:

    ich mache nur … Großrechnerbetriebssystem das keiner kennt … und Linux.

  3. Schwarzmaler Says:

    Schön wenn die Verwandschaft nach Jahren halbwegs verstanden hat, daß ich zwar “Computer mach”, allerdings für diese komischen uralten “davon versteh ich ja nichts”-Kisten in den Rechenzentren.

  4. railway Says:

    Das erinnert mich an viele “schöne” Stunden vor dem PC meines Vaters……

  5. Kristof Says:

    Das habe sie doch da abgeschrieben : ) )

  6. dasmiest Says:

    Meine Mutter kann spielen, internetten, chatten – googeln auch noch nicht, aber es wird. Nur was ein Ornder ist und wie sie wo ihre Bilder ablegen sollte, damit sie sie wiederfindet, das wird sie wohl nie nicht mehr begreifen. Habe ich schon gefühlte 123.000 Mal erklärt, gezeigt etc.

    Um nicht zu sagen: Ich verstehe Ihren Schmerz.

  7. mona_lisa Says:

    Hihi, ich hab ja schon beim Lesen des Artikels giggeln müssen, aber der Brüller war der Schlußsatz. Und ganz besonders super finde ich die Kommentare auf der “anderen Seite”. ;-)

  8. Erdge Schoss Says:

    Ein Bekannter, liebes Fräulein Syberia,
    hat für solche Telefonate stets eine Batterie Baldrian und Johanniskraut und, wenn gar nichts mehr geht, Strohrum um sein Telefon versammelt. Er sagt, es hilft und macht sehr gelassen. Danach legt er sich zwei, drei Stunden aufs Ohr und kann sich nach dem Aufwachen an nichts mehr erinnern.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  9. Chikatze Says:

    Ich liebe sie auch, diese Gespräche. *seufz*

  10. Schwarzmaler Says:

    Wobei der Telekom all dies Heimarbeit in Rechnung gestellt werden müsste. Bis mein Vater verstanden hat, daß er(damals) einen T-Online-Zugang und einen T-DSL-Zugang brauchte… Und Beratung braucht man im T-Laden schon überhaupt nicht zu erwarten. Die schmeißen ihre Technik bei Leuten ab, als hätte jeder Informatik im sechsten Semester studiert.

  11. Chikatze Says:

    @Schwarzmaler: Stimmt, da hab ich auch geschwitzt, als ich das bei meiner Mutter eingerichtet hab. Das hätte die alleine niemals hinbekommen. Nie!

  12. C.J. Says:

    Ich kenne das. Wenn man seinen Eltern was mit Internet und Computer erklärt, nehmen deren Gesichter einen Ausdruck an, als wenn man einem 6 Jährigen versucht zu erklären, was der Urknall ist.
    Mein Dad ist aber mittlerweile sehr fit, kann Googeln und kennt auch unser Blog: http://www.ichblogdich.de/?p=700
    Ich erinnere mich, wie er anfangs, bevor er Internet also DSL hatte, fragte: Wie du schreibst ins Internet? Warum? Was schreibst Du da? Weshalb? *wieeinsechsjährigerguckdemmandenurknallerklärt*

  13. sarkas Says:

    Was soll ich da sagen?
    Ich darf meinen in Computerdingen vollkommen unbedarftem ENKEL im Falle des Falles zur Seite stehen.
    Seine Kommentare unterscheiden sich zu denen der hier erwähnten Eltern und Grosseltern in keiner Weise.
    Wie oft ich seine Diss aus nie geahnten Tiefen der HD holte….ich weiss es nicht mehr.

    Er steht auf dem Standpunkt, wenn man mit einem Auto fährt muss man ja nicht Maschinenbau studiert haben. Die Technik hat zu funktionieren.
    Basta.

    Und noch was: Es gibt auch Grufties die sich mit EDV und Internetz auskennen!
    Verstanden? ;-)

  14. Schwarzmaler Says:

    @sarkas. Natürlich. Aber auch wollen :-) ? Mein Mainframejob finanziert nebenbei einen kompletten Mac-Technikpark daheim.

  15. Christian Says:

    Meine Schwiegermutter nutzt seit 3 Jahren Linux. Ein Windows brauchte sie nur ganz kurz parallel, und jetzt hat sie keins mehr.
    Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich ziemlich viel mit Gimp. Unser Deal lautet: ich installiere Programme, Handbücher muss sie selber lesen…
    Mittlerweile gibt es auch die Angst nicht mehr, mit Fehlbedienung die Hardware zerstören zu können

    @dasmiest:
    Was diese Ordner und Dateien angeht, haben wir auch noch Probleme. Ich kenne aber Leute, denen ich das mit dem Beispiel des Küchenschrankes erklären konnte: Ich fange dann immer an mit: Wer entscheidet, in welche Schublade das Besteck kommt? “na, ich” “Und wie entscheidest du das?” ” na, so wie ich es am praktischsten finde” und nach zwei bis drei weiteren Fragen ist dann klar, das da relativ viel Freiheit besteht.
    (So lange man die Daten nicht im Papierkorb zwischenspeichert…Aber das würde jetzt hier zu weit führen.)

  16. Angel Says:

    Klingt wie von thedailyWTF: http://thedailywtf.com/Articles/The-Dream-Customer.aspx

  17. Kristof Says:

    (Sag ich doch.)

  18. Syberia Says:

    Meine Mutter ist keine Traumkundin…

  19. Kristof Says:

    Vielleicht ist das der Fehler. Erstmal einen ordentlichen Wartungsvertrag abschließen mit der Verwandschaft, mit Service Level und allem Pipapo.

  20. creezy Says:

    Oh … ich fühle mit Dir. Denke an Dich. Soll ich die Flasche Vodka schicken?

  21. Syberia Says:

    Meine Mutter lässt ausrichten, dass alle Eltern diesen Vertrag einseitig bei Geburt der Kinder unterzeichnen müssten *augenroll*.

    Schick bitte gleich ‘nen ganzen Karton!

  22. mariong Says:

    Sie sind die Zweitbeste Tochter der Welt (die beste hab natürlich ich hier) und ich bewundere Ihre Hingabe.
    Ähnlich war es hier vor einem halben Jahr, nur musste ich selbst herausfinden, was in diesem Paket von Teledings war.

  23. Syberia Says:

    Stimmt zwar nicht, aber danke :-p

  24. B. Says:

    Erinnert mich irgendwie daran, als ich meiner Mutter erklärt hab, wie man Bilder vom Rechner auf ihren mp3-Player verschiebt. Hab extra für sie den Ordner auf den Desktop geschoben. Da liegt er wohl noch immer … unberührt.

  25. Fitzle Says:

    Ich arbeite in einer Internethotline. Da komme nur den ganzen Tag solche Anrufe rein. Der Pisatest offenbarte nur die Spitze des Eisbergs an Dummheit.

  26. Generationenkonflikt 2.0 « Says:

    [...] Quelle: Hackblog [...]