Geschenkt!
Mittwoch, 30. Januar 2008 geschrieben von SyberiaHarry Potter wurde zwölf Mal abgelehnt, “Die Jury” von Grisham doppelt so oft, Petra Hammesfahr hat hundertneunundfünfzig Absagen gesammelt. Wenn ich einen Bestseller schreiben würde, bekämen alle Lektoren, die das Buch mit rüden Worten abgelehnt hätten, ein Exemplar von mir zugeschickt, inklusive einer Kopie ihrer Absage. Oder noch besser deren Chefs.

Januar 30th, 2008 at 14:45
Ach, hab Mitleid mit den armen Leuten.
Januar 30th, 2008 at 14:50
mwahaha – eine sehr geile Idee.
Januar 30th, 2008 at 16:01
Mich würde ja sehr interessieren wie in der Autorenwelt solche Absagen aussehen? « … wir haben uns für einen Bewerbern entschieden, der mit seinem Bewerbungsprofil besser zu uns passt.» oder wie muss ich mir das vorstellen?
Januar 30th, 2008 at 16:06
George Orwell soll einen Brief bekommen haben, in dem es hieß, für Tiergeschichten wie “Animal Farm” fänden sich keine erwachsenen Leser. Kishon erzählte wohl gern von Absagen in denen stand, die Deutschen würden generell keine israelischen Schriftsteller mögen.
Januar 30th, 2008 at 16:50
Lektoren sind ooch nur Menschen mit einem eijenen Jeschmack wie du un icke (wobei ich mir nicht so recht vorstellen kann, dass aus einem einigermaßen seriösen Verlagshaus eine rüde Absaare verschickt wird; det jeht ja numah janich, ne.)
Januar 30th, 2008 at 19:41
Wir sollten ein Buch machen: «Schrifsteller und ihre Verlagsabsagen».
Januar 30th, 2008 at 21:11
Eine Absage heißt ja in den seltensten Fällen, dass der Lektor das Manuskript komplett gelesen und nach reiflicher Überlegung mit fachmännischem Urteil für schlecht befunden hat.
Sondern meistens, dass er es aus einem meterhohen Stapel voller Schund gezogen hat, umrahmt von Machwerken, die nicht einmal grammatikalisch-orthographisch den einfachsten Ansprüchen genügen. Und nachdem er bereits so auf “Mist” eingestimmt ist, blättert er kurz vor Feierabend noch mal eine Seite aus Ihrem Manuskript auf und kann schon gar nicht mehr wahrnehmen, dass er es hier mit höherer Qualität zu tun hat.
Und dann handelt das Buch auch noch von einem Schweinehirten, wo doch der Chef gesagt hat, dass sich nur Zauberlehrlinge zur Zeit gut verkaufen (z.B.).
Es ist also in hohem Maße vom Zufall, der momentanen Auslastung des Lektors und Marktmoden abhängig, ob das eigene Manuskript überhaupt in die engere Wahl kommt.
Wer sich ein Bild machen möchte, auf welchem Niveau sich ein Großteil der Manuskripte befindet, die ein Lektor ertragen muss, der schaue sich auf Plattformen wie Lulu.com um, wo jedermann ohne Lektorat sein Buch drucken lassen kann. Alle dortige Werke werden von ihren Autoren offenbar als veröffentlichungswürdig angesehen, obgleich sie stilistisch, orthographisch und layouttechnisch oftmals katastrophal sind.
Dass unter so viel Heu die Stecknadel unentdeckt bleibt, ist nicht verwunderlich.
Januar 30th, 2008 at 21:12
@creezy: Das könnte langweilig sein, da es doch vornehmlich Formbriefe sind.
Januar 30th, 2008 at 23:00
Ein Großteil der unverlangt eingesandten Manuskripte wird von den Praktikanten bzw. Volontären gelesen, die Lektoren haben meist auch gar nicht die Zeit dazu (so im Schnitt kommen schätzungsweise 1000 bis 1500 unverlangt eingesandte Manuskripte pro Jahr in ein Lektorat für deutschsprachige Literatur innerhalb eines größeren Publikumsverlags).
Frau Syberia: haben Sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sich an eine lit. Agentur zu wenden?
Januar 31st, 2008 at 08:42
Wolltich auch grad sagen, Sie brauchen einen Literaturagenten bzw. -agentin, fragen Sie ma Hr. Cursor.
Januar 31st, 2008 at 09:15
Das Buch mit der aktuellen Abrechnung erhöht noch den Rachefaktor. Doch wozu? Ob ein Buch gut ist oder nicht, ob es die Leser kaufen oder nicht – da sag ich lieber das Wetter voraus, da bin ich auf der sicheren Seite.