Schweine im deutschen Hühnerstall!

Sonntag, 30. Dezember 2007 geschrieben von Syberia

Herr Kauder legt nach, um Herrn Koch zu helfen, zuzulegen.

Ich hoffe, die beiden reden dem Volk nicht wirklich nach dem Maul und die Kommentare unter diesem Artikel spiegeln nicht die mehrheitliche Stimmung in Deutschland wider.

8 Antworten to “Schweine im deutschen Hühnerstall!”

  1. creezy Says:

    Ich musse nach dem ersten Satz im ersten Kommentar wieder schließen, so was kann ich nicht lesen.

  2. Kristof Says:

    “96 Kommentare”, uff.

  3. haekelschwein Says:

    Das Faszinierende ist ja, dass die Jugendkriminalität seit Jahren SINKT und die Wahrscheinlichkeit, auf offener Straße zusammengeschlagen zu werden, noch nie so gering war wie heute.

    Aber solch profane Realitäten beeinflussen weder das gesunde Volksempfinden, noch den Populismus von Politikern oder die Sensationsgeilheit der Medien.

  4. mein arsch Says:

    Gibt es dafür eigentlich einen Beleg? Ich meine, ich höre diese Aussage immer wieder (und würde sie ja auch gerne glauben), aber ich hab sie jetzt schon für Deutschland, Amerika und (wenn ich mich recht entsinne) Japan gehört, und es möchte mich wundern, wenn in all diesen Ländern die Jugendkriminalität stetig sinken sollte. Das finde ich doch recht unwahrscheinlich, dass die Welt so friedlich wird.

    Meine Vermutung ist ja, dass es für eines dieser Länder tatsächlich stimmt, und die Argumentation dann gerne einfach übernommen wird. Deswegen hätte ich da gerne eine handfeste Statistik, und auch eine Aussage ob die Zahl tatsächlich gesunken ist oder ob da nur irgendwelche Zahlen geschoben werden.

    Und schließlich: sinkende Statistiken hin oder her, wenn man einen Opa zusammentritt, weil der darum bittet, dass man mit dem Qualmen aufhört, dann gibt es meiner Meinung nach nur eine adäquate Antwort: die Jungs in einen Flieger packen und über Sibirien abwerfen – aber ohne Fallschirm.

  5. haekelschwein Says:

    Die Gesamtzahl der Straftaten ist seit Jahren rückläufig. Das ist in einer alternden Gesellschaft wie der unsrigen auch quasi ein Naturgesetz, da der prototypische Straftäter jung und männlich ist. Wo es weniger junge Menschen gibt, gibt es weniger Straftaten. Wo es weniger Männer gibt, auch. Darin liegt einer der Gründe für die höhere Ausländerkriminalität, weil in der “ausländischen” Bevölkerung der Anteil von Männern und Jugendlichen größer ist (weil die ganz Alten und viele Frauen in den Heimatländern verbleiben sind, während die jungen arbeitsfähigen Männer als Gastarbeiter zu uns kamen).

    Die Verbrechensberichterstattung in den Medien hat allerdings extrem zugenommen und erzeugt ein Klima der Angst und Bedrohung. Man lese dazu den Telepolis-Artikel “Das Böse ist immer und überall. Warum wir eine Zunahme der Kriminalität sehen, wo keine ist”. Oder man werfe einen Blick in Al Gores neues Buch “Angriff auf die Vernunft”, wo er diese Problematik am Beispiel des amerikanischen Fernsehens beschreibt.

    Die ständige Medienpräsenz hat eine Sensibilisierung der Bevölkerung zur Folge, die zu einer vermehrten Anzeigebereitschaft führt. Die Anzahl angezeigter Gewaltdelikte unter Jugendlichen steigt nämlich tatsächlich (Hellfeld), ob dahinter aber wirklich eine zunehmende Gewaltbereitschaft (Dunkelfeld) steht oder nur eine empfindlichere Wahrnehmung des Problems, ist eine andere Frage. Was früher als “Klassenkeile” verharmlost und unter sich ausgemacht wurde, wird heute vermehrt aktenkundig.

    Die offiziellen Zahlen sind ja immer ein zweischneidiges Schwert. In Ländern, wo eine Vergewaltigung als Schande für die Frau gilt, gibt es auch weniger Sexualdelikte, aber nicht weil dort weniger derartige Verbrechen geschehen, sondern weil sie seltener angezeigt werden.

    Weitere interessante Links zum Thema: Text 1 und Text 2 und Text 3.

    Was nun den konkreten Fall betrifft, so ist da alle Entrüstung berechtigt, aber es handelt sich ja doch um einen Einzelfall, selbst wenn in den nächsten Wochen natürlich jeder DPA-Bericht über Jugendgewalt, der sonst im Papierkorb gelandet wäre, auf die Titelseite gehievt wird.

    Und die von der Union verlangten Strafrechtsverschärfungen sind größtenteils kontraproduktiv. Das Jugendstrafrecht hat sich in Deutschland äußerst bewährt, da es für weniger Rückfälle sorgt, denn es ermöglicht eine Vielzahl von Erziehungsmaßnahmen anstelle des simplen Wegschließens. Ein Jugendlicher, den man für ein paar Jahre mit Profiverbrechern in eine Zelle sperrt, käme hingegen kaum als geläuterter Ehrenbürger wieder aus dem Knast, sondern ebenfalls als Profi.

    Was mir allenfalls sinnvoll erschiene, ist die Idee des “Probesitzens”, denn manch ein Jugendlicher ist wirklich zu stumpfsinnig, um eine Bewährungsstrafe als Strafe zu erkennen. Es wäre vielleicht gar nicht verkehrt, wenn auch eine Bewährungsstrafe mit einem einwöchigen JVA-Aufenthalt verbunden wäre, damit man wenigstens weiß, was einem blüht.

    Abschließend sei bemerkt, dass die verständliche Wut über einen Einzelfall genauso wenig ein guter Ratgeber für die Strafbemessung ist wie es die persönliche Betroffenheit wäre. Rache ist keine Aufgabe des Strafrechts.

  6. haekelschwein Says:

    Auch lesenswert sind die neueren Telepolis-Artikel Werden Jugendliche gewalttätiger? und Von blonden blauäugigen und dunkelhäutigen Deutschen.

  7. Kristof Says:

    Das klingt alles sehr vernünftig, was Sie da schreiben.

  8. haekelschwein Says:

    Als letzter Link sei noch ein Text auf Tagesschau.de angefügt: Immer mehr Straftaten durch Jugendliche?