“Du kommst da ned rein!”
Freitag, 28. Dezember 2007 geschrieben von SyberiaKennt jemand die Figur des Türstehers, gespielt von Django Asül? An den musste ich denken, als ich das Manuskript dieses FAKT-Berichtes las:
“Der kleine Max Friedrich ist verzweifelt. Er möchte wieder in seinen Kindergarten. Doch seine Eltern haben ihn schon vor Monaten abgemeldet – um Geld zu sparen. (…) Die Friedrichs lieben ihr Kind. Der Kummer des Kleinen tut ihnen leid – einerseits. Andererseits haben sie ihre Prioritäten bereits gesetzt.
Der Traum der Eltern wurde erfüllt: ein eleganter Flachbildschirm. Statt also Entwicklung fördernd mit Gleichaltrigen im Kindergarten zu spielen, sieht Max’ Alltag in der kleinen Plattenbauwohnung in Halle-Neustadt jetzt so aus: Sein Kinderzimmer schmückt ein eigener Fernseher – der alte vom Wohnzimmer. Vater Joachim verlässt die Wohnung so gut wie nie. Der Fernseher, erzählt er uns, sei für ihn das Fenster zur Welt. In die entsprechende Technik hat er schon vorher einiges investiert.”

Dezember 28th, 2007 at 16:28
“Reut es Sie da, dass Sie den Fernseher gekauft haben? Sind das die 30 Euro die fehlen?”
“Da hätte er ja keinen eigenen Fernseher im Zimmer und ich müsste wieder den ganzen Tag Kika schauen. Nee.”
Das ist doch Parodie … :-/
Dezember 28th, 2007 at 17:17
Manche Leute sollten einfach keine Kinder haben.
Dezember 28th, 2007 at 18:40
Ich hab beide Berichte – den ersten vor ein paar Wochen – gesehen und frage mich seitdem, ob man einigen Eltern das für ihre Kinder bestimmte Geld auszahlen darf.
Es scheint doch so zu sein, dass viele dieses Geld versaufen oder für andere “dringende” Sachen ausgeben; nur nicht für die Kinder.
Eigentlich bin ich gegen jede Art von persönlicher Einschränkung, aber über Zwangssterilisierung denke ich immer öfter nach…….
Dezember 28th, 2007 at 18:52
Man hofft es sei Parodie, aber das ist es nicht. Knast, denk ich da nur manchmal nur noch.
Dezember 28th, 2007 at 19:43
Andererseits, würden sich diese Leute nicht selber so schön blöd vor dem Fernseher abstellen und ihre Brut dazu – sondern nachdenken und ihr Leben ändern wollen und mal richtig Ansprüche an ihr Leben und die Entwicklung stellen, dann hätte unser Staat aber richtige Probleme.
Dezember 28th, 2007 at 19:56
@creezy
Diese Leute sind ja die TV-Konsumenten der “Prekariats-Programme” die sie noch blöder machen, das Niveau gegen Erdmittelpunkt absenken und jede Art von Denken unterdrücken.
Was wäre TV ohne diese Seher?
Und die Brauereien….
Dezember 28th, 2007 at 22:12
Blöd nur, dass solche Beispiel viele andere Menschen in Verruf bringen.
Dezember 29th, 2007 at 13:50
Das Fest des Friedens und der Freude hat merkwürdige Auswirkungen auf die Menschen. Noch nie habe ich von so vielen dahingemeuchelten Frauen und Kindern gelesen… gestern auch wieder drei…
Dezember 29th, 2007 at 14:19
Das gleiche Bild auf der Autobahn. Die meisten sind auffallend ruhig und besonnen, einige weinige aber drehen komplett am Rad.
Dezember 29th, 2007 at 17:20
Und was beim Kauf für die Glotze übrig geblieben ist (JETZT NUR 1999 STATT 2100) wird ab heute verballert. Im Sinne des Wortes.
Ich bin nicht (najaeheroftalsmanchmalschon) der meinung, dass manche Leute keine Kinder kriegen sollten, ich bin aber ein großer Fan des Gutscheins. Ich hab während des Studiums im Call-Center von Premiere gearbeitet. Und es kam nicht nur einmal vor, dass sich zahlungssäumige Abonnenten (40 Mark im Monat oder so) damit Aufschub schaffen wollten, dass das Kindergeld ja erst dann und dann komme.
Ich weiß, dass persönliche Erfahrungen und einzelne Berichte keine Basis sind, um sich ein ausreichendes Bild zu machen. Aber was ist falsch an der Idee, Essens- und Kita-Gutscheine statt Kinder-, Erziehungs-, Whatever-Geld zu verteilen?
Dezember 29th, 2007 at 22:01
Es gibt ein ganz einfaches Mittel um solche Eltern an Ihre Verantwortung zu erinnern: Konsequenz.
Wurde, wie in diesem Fall, die erste Zahlung für die Kita als Anzahlung für einen Flachbildschirm verwendet und die weiteren Zahlungen als Raten vorgesehen, müsste das Gerät sofort amtlich zurückgeschickt werden und die weiteren Zahlungen direkt an die Kita gehen.
Dabei hätte das arme Kind auch eine sozial bessere Umgebung als die blöd vor dem Bildschirm saufenden “Eltern.”
Aber wo gibt es schon Konsequenz?
Weder hier noch bei prügelnden Burschen oder “Abziehern” Sind doch Kinder……
Dezember 29th, 2007 at 23:05
Das Problem mit Gutscheinen und anderen Zwangsmaßnahmen ist, dass man damit nur auf arme Eltern einwirkt. Eigentlich geht es aber ja nicht um den Kontostand, sondern um die pädagogische Qualifikation der Eltern. Es gibt schließlich auch sowas wie Wohlstandsverwahrlosung: Kinder, die zwar alle materiellen Güter besitzen, deren Eltern sich aber trotzdem keine Zeit für sie nehmen.
Besser wäre daher eine moderate Kindergartenpflicht, z.B. 1 Jahr, und eine generelle Kostenfreiheit des Kindergartenbesuchs. Damit würde man alle erreichen.
Wenn für die Eltern der Fernseher zum Lebensmittelpunkt geworden ist, kann man daran auf finanziellem Wege ohnehin nichts mehr ändern, dann ist schon viel früher etwas schief gelaufen. Geistige Interessen und kommunikatives Miteinander muss man bereits im Kindesalter fördern und nicht erst, wenn die Kinder selbst Eltern geworden sind.
Dezember 30th, 2007 at 11:36
Kindergartenpflicht klingt gut, wobei weder KindergärtnerINNEn noch LehrerINNEn aufgebürdet werden sollte, was die Eltern versäumen.
Dezember 30th, 2007 at 23:49
“fenster zur welt” das ding? in der tat, aber warum?
elementar- und primarstufenleute (hehe, vermeide das binnen-innen!) werden sich die mehraufgaben (das ist ja nicht unbedingt mehrarbeit für den einzelnen) aufbürden lassen müssen. kognitives wissen zu vermitteln und bisschen in der reihe aufstellen lassen reicht nicht mehr, wenn die eltern zu konsumenten umerzogen worden sind.
Dezember 31st, 2007 at 14:30
das ist stimmungsmache, und wozu? damit die Leute nach Kindergartenpflicht rufen zum Beispiel.
Ein “kostenfreier” Kigaplatz zum Beispiel wäre schon was, das kriegt der Föderalstaat aber nicht hin, weil für Kiga-Plätze die Kommunen bzw. Landkreise zuständig sind, für das Kindergeld der Bund (glaub ich).
ein kostenfreier Kitaplatz hat den Nachteil, dass “wertlos” ist was kostenfrei ist und dann auch keine Kontinuität in den Besuch reinzubringen ist.
Pflicht ist schwer umzusetzen und ich persönlich halte auch nix davon. Warum? weil es zum Teil hier Kitas mit abgrundschlechter Qualität gibt und dort werden sie dann ihren Pflichtplatz erhalten, nicht dort wo sie wünschen.
Dieser ewige Ruf nach immer mehr Staat kotzt mich an. Wollen wir die DDR rückwärts wieder einführen oder was?
Dezember 31st, 2007 at 16:43
In der Tat ist der Zweck solcher Einzelfallschilderungen in den Medien fast immer Meinungsmache, aber nicht pro Kindergartenpflicht, sondern contra Sozialleistungsempfänger, nach dem Motto: “Denen da unten geht es noch viel zu gut, die verprassen ihre Beihilfen ja doch nur für technischen Firlefanz.” Wenn man diesen Eindruck nur häufig genug bestärkt, ist die nächste Kürzung für Hilfebedürftige ganz einfach umzusetzen und es wird wieder Geld frei, um die Steuer für Reiche zu senken.
Kindergartenplätze müssen kostenfrei sein, sonst bleiben gerade die Kinder außen vor, die es besonders nötig hätten, weil sie zu Hause nicht ausreichend gefördert werden.
Ob eine Pflicht notwendig wird, kann erst dann zu entscheiden sein, wenn jedes Kind kostenlos einen Kindergartenplatz besuchen könnte, aber man feststellen muss, dass größere Bevölkerungsgruppen es nicht nutzen und sich dies negativ auf die ersten Schuljahre auswirkt.
Man sollte bedenken, dass in vielen Ländern die Schulpflicht bereits mit 5 Jahren beginnt, es wäre also nicht allzu abwegig, wenn in Deutschland vor den Schulbeginn noch ein einjähriger Schulkindergarten gesetzt würde.
Darin könnten die Kinder sprachliche und soziale Defizite ausgleichen, um in der ersten Klasse die gleichen Startchancen zu haben. Heute ist der Schulbeginn für viele ein Sprung ins kalte Wasser: Manches Einwandererkind muss das erste Mal den ganzen Vormittag Deutsch reden, manches gutsituierte Einzelkind ist erstmals nicht mehr die kleine Prinzessin, die alles darf und mit niemandem teilen muss, und mancher Prekariatssprössling soll erstmals ruhig am Tisch sitzen und ein Bild malen, statt sich vom TV berieseln zu lassen oder mit der Konsole zu spielen.
Dezember 31st, 2007 at 16:52
Ob da ein Jahr reicht, um die wichtigsten Dinge nachzuholen?
Dezember 31st, 2007 at 16:53
bei mir rennen sie einerseits offene türen ein, denn ich schicke mein kind in die kinderkrippe obwohl es mir finanziell sehr weh tut, da bin ich überzeugungstäter, aber ich möchte auch nicht in einem staat leben, in dem ich gar keine persönlichen Freiheitsrechte mehr habe.
Dezember 31st, 2007 at 18:07
Ich rede ja auch nicht von Kindergartenpflicht, sondern von der Pflicht, das dafür vorgesehene Geld auch dafür einzusetzen. Wer das Heil seines Kindes darin sieht, es zuhause aufzuziehen, kann es ja gerne tun. Nur würde er bei der Gutscheinvariante das Geld eben nicht anders ausgeben können.
Januar 4th, 2008 at 22:02
Viel Gerede um “heiße Luft” sonst nix…
Nichts für ungut, aber ich plädiere einfach erstmal für die Einführung eines sogenannten “Eltern-Führerscheins” oder eine “Reifeprüfung” für zeugungswillige Bürger/innen, und (oder zumindest) eine Alters-Mindest- Grenze für zeugunswillige Mädels!!!
Mir wird schlecht, wenn ich z.B. von einem Bekannten höre, dass die Tochter von xy mit 13 ein Kind erwartet und dann von dem Bekannten zu hören, wie klasse er das findet, und wie verantwortungsvoll und toll drauf der 17-jährige Vater wäre, und das die das schon hinkriegen…ne echt, da fällt mir nix mehr zu ein…