Aufstocker

Mittwoch, 1. August 2007 geschrieben von Syberia

“Während wir noch über die Einführung von Kombilöhnen diskutieren, entwickelt sich die ALG-II-Aufstockung ungewollt zu einem flächendeckenden Kombilohnmodell. […] Das ist auf Dauer unbezahlbar und zerstört Arbeitsanreize.”*

So gesagt von Schleswig-Holsteins Arbeitsminister Uwe Döring (ausgerechnet von der) SPD.

Äh – hallo?! – es gibt Menschen, die fleissig arbeiten gehen, obwohl sie einen Hungerlohn verdienen und deshalb Leistungen vom Staat beziehen müssen – und denen unterstellt man auch noch fehlende Motivation? Nee, watt gibbet für bekloppte Pollitiker, ich fasses nich, ey.
Wieso finanziere ich Steuerzahler gewissen Firmen eigentlich die billigen Arbeitskräfte?
Und ich frage mich auch, was geschieht, wenn man diesen über eine Million Arbeitsbienen den stattlichen Zuschuss streicht? Dann müssen die sich entweder noch ein oder zwei Zusatzjobs suchen – oder kündigen und ganz auf Hartz IV umsteigen. Das nenne ich clevere Einsparmaßnahmen, Herr Döring…
*in BerlZOnline, “ Immer mehr Länder fordern umfassende Hartz-Revision“, 16.5.2006

6 Antworten to “Aufstocker”

  1. Kristof Says:
  2. Schwarzmaler Says:

    SPD – war das nicht die Partei, die diesen ganzen Hartz IV-Schlammassel angerichtet hat? Die werden links nur von der FDP bedroht.

  3. Schwarzmaler Says:

    Apropos Steuerzahler: wieso werden Sozialleistungen gekürzt aber Subprime-Immbolienfond-(Ver-)Spekulationen in Mlliardenhöhe (8,1 Mrd) von der KfW und damit vom Staat bezahlt? Macht immerhin mal eben schlappe 100 Euro pro Nase.

  4. doesntmatter Says:

    Wenn selbst die SPD sich endlich wagt solche Gedanken zu äußern, dann sollte uns das zu denken geben!!!

    Hartz IV gehört m.E. abgesenkt. Es gehört auf die Höhe gebracht, wo es dem Menschen wirklich schwer fällt, davon zu leben. Die Grundversorgung muss im Gegenteil zwangsläufig so dimensioniert sein, dass auch ein Einsatz zum “Spargelstechen” wieder gern angenommen wird. Fakt ist aber einfach, Hartzer “leiden” auf sehr hohem Niveau und können sich auch nach den Preiserhöhungen noch jedes Milchprodukt leisten.

    Der Fehler ist doch, das Arbeitslosigkeit stets dem Staat und der Politik angelastet wird. Arbeitslosigkeit ist kein Staatsproblem. Es wäre ein Staatsproblem, wenn es sich ausschließlich um Beschäftigte im öffentlichen Dienst handeln würde. Arbeit ist eine Privatsache. Die bloße Aussage “Ich verdiene kein Geld, helft mir!” kann doch nicht die Grundlage der Solidarität sein.

  5. ichichich Says:

    Auf Sie hab ich gewartet!

  6. Django Says:

    ich kann gar nicht mehr aufhören zu lachen