Anschaffung und Haltung eines Mannes
Freitag, 1. Juni 2007 geschrieben von SyberiaMänner werden heutzutage sehr leichtsinnig angeschafft, obwohl ihre Haltungsbedingungen einfach zu beobachten sind und daher bekannt sein sollten.
Trotzdem liegt unter solchen immer wiederkehrenden Meldungen immer ein überraschter Unterton:
Darauf folgt der immer gleiche Trugschluss:
„Wir müssen stattdessen Anreize schaffen, dass sich die Männer endlich ändern.“
Hallohoooh! Vergesst es endlich!
Hey, mal ehrlich, wer kennt in seinem Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis Männer, die die Hausarbeit klaglos und effizient zu gleichen Teilen oder gar alleine übernehmen? Ich kenne keinen einzigen, dafür kenne ich jede Menge selbstbewusste, moderne Frauen, die neben ihrer bezahlten die unbezahlte Arbeit erledigen. Dafür gibt es nur einen einzigen Grund: die Männer tun es nicht.
Oft genug reduzieren die Frauen dafür (teils drastisch) das Volumen ihrer bezahlten Arbeit, denn kaum ein Mann geht in den Erziehungsurlaub. Frauen erledigen die Haus- und Erziehungsarbeit selbst oder sie bezahlen andere Frauen dafür.
Beide sind, wenn die Frau sie selbst erledigt, unbezahlte Tätigkeiten, die keine monetäre oder soziale Anerkennung erfahren und die nur dann Aufmerksamkeit erregen, wenn sie nicht oder schlecht erledigt wurden. Verkürzt ausgedrückt: Lob ist nicht, aber dafür Kritik. Putzen, waschen, einkaufen, kochen kann schließlich jede(r) und Hausarbeit ist somit das wert, was dafür bezahlt wird. Nichts.
Frauen kennen übrigens keine Solidarität auf diesem Gebiet. Jene, die Karriere machen, blicken hinab auf die “dummen, kleinen Hausfrauen” und diese rächen sich dafür, indem sie denen mit Vollzeitjob und Putzfrau/Tagesmutter/Au-Pair-Mädchen/Haushälterin vorwerfen, schlechte Ehefrauen und – ganz schlimm – schlechte Mütter zu sein.
So schnell kommen wir da nicht raus. Wenn überhaupt. Denn die Zustände bieten der herrschenden Klasse, denjenigen, in deren Macht es stünde, etwas zu ändern, ausschließlich Vorteile, während jede Änderung den Männern Nachteile brächte.
Wer sich deshalb heute als Frau einen Mann anschafft und mit ihm zusammen wohnen möchte, sollte sich im Klaren darüber sein, welche Arbeit damit verbunden ist und dass für diese Erledigung dieser Arbeit keine Dankbarkeit oder Anerkennung erwartet werden darf.
Männer schmutzen, machen Unordnung, wollen schmackhaft und gesund ernährt, gelegentlich gelüftet, sinnvoll beschäftigt und sauber eingekleidet werden. Sie machen sich keine Gedanken darüber, woher das Essen auf dem Teller und das saubere, faltenfreie Hemd im Kleiderschrank kommen – und sie fühlen sich belästigt, wenn man sie dazu auffordert.
Jawohl, alle Männer sind so und vermutlich wären Frauen nicht anders, wären sie an ihrer Stelle. Die wenigen Ausnahmen sind statistisch vernachlässigbar. Sie können ihn nicht ändern. Schreiben Sie diesen Satz hundertmal an die Tafel und hängen Sie diese über Ihr Bett. Wenn sie ihn haben wollen, müssen die auch die damit einhergegehende Arbeit auf sich nehmen.
Ein Mann hat eine lange Lebenserwartung und will im Alter aufwendig gepflegt werden. Das Aussetzen eines Mannes an einer Autobahnraststätte steht unter Strafe und Heimplätze sind rar. Überlegen Sie also VOR der Anschaffung, ob Sie dies auf sich nehmen wollen!

Juni 1st, 2007 at 12:54
Sehr geehrte Frau S.,
Ihr Sarkasmus in allen Ehren, bis dato fand ich ihn durch die Bank weg erheiternd und erfrischend (auch in Bezug auf den immer wieder karikierten “Geschlechterkampf”), aber hier zeichnen Sie dann doch ein Bild von mir und meinen Geschlechtsgenossen, dass ich nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen möchte.
Nur kurz zur Erläuterung, damit Sie nicht meinen, ich spreche wie der Blinde von der Farbe, ich und meine werte Frau Gemahlin befinden uns im zwölften Ehejahr und haben zwei Söhne (11 und 9 Jahre alt), die an Versorgungsaufwand keine Wünsche mehr offen lassen!
Selbstverständlich übernehme ich einen guten Teil der Hausarbeit -ist mit Sicherheit auch eine Erziehungsfrage- meine alte Dame hatte auch drei Männer zu Hause und hat dafür gesorgt, dass jeder seinen Teil beiträgt.
Übrigens kenne ich im Gegenzug auch keine Frau, die die Hausarbeit vollkommen klaglos und stetig effizient erledigt – ich kenne kaum jemandem, der Spaß daran hat.
Ich wäre jederzeit und sofort zu Hause geblieben, um die Kinder zu versorgen, es war eine rein wirtschaftliche Entscheidung unsererseits und eine emotionale meiner besseren Hälfte, dass sie die ersten Jahre zu Hause blieb.
Für die schlechtere Bezahlung der Frauen, die ich nicht bestreiten will, können Sie nur einen Bruchteil der männlichen Bevölkerung verantwortlich machen – nämlich die, die ein Gehalt bezahlen. Ich kenne wiederum keinen Mann persönlich, der nach dem Motto “Haltet meine Frau kurz!” nach weniger Gehalt für die holde Angetraute schreit oder das aktiv vertreten würde!
Sicherlich würde die Anerkennung der Arbeit, die die Frauen in Haushalt und Erziehung neben dem Job erledigen, manchem Mann das Eheleben ein wenig erleichtern, aber an und für sich wissen die meisten Herren schon sehr genau, was das multitasking-fähige Eheweib so leistet.
Ich will nicht bestreiten, dass es auch immer noch Herren gibt, die in der Steinzeit verhaftet sind – aber, liebe Frau S., das ist eine reine Erziehungsfrage! Wenn Sie ihm jahrelang den Hintern nachgetragen haben und jetzt darüber klagen, sind Sie einfach zu spät dran!
Gruß und Kopf hoch an Herrn A. [Sie meint es hoffentlich nicht so!]
Sam
Juni 1st, 2007 at 13:45
Sie sind süß.
Juni 1st, 2007 at 13:51
Süß. Seid doch ehrlich, wenn ihr es endlich geschafft habt eure Männer zu (Haus-)Frauen umzuerziehen seid ihr auch nicht glücklich und schaut euch nach dem nächsten um. Gleichberechgung im Sinne von Gleichmacherei ist ein Kampf gegen Windmühlen.
Juni 1st, 2007 at 14:39
Da muss ich aus Männersicht gleich mal mit einem letztjährigen Blogeintrag meinerseits kontern.
Juni 1st, 2007 at 14:57
Gerade mal drei Worte Antwort und schon bin ich sprachlos.
Jetzt habe ich mir mit dem obigen Kommentar die Finger wund geschrieben und Sie setzen mich mit DREI Worten schachmatt.
Aber was soll´s – wir Männer sind naiv, aber glücklich!
Juni 1st, 2007 at 19:42
Ich finde, daß echten Männern (TM) solche Warnhinweisaufkleber, wie sie auf Zigarettenpackungen üblich sind, ganz gut stehen würden. Zusammen mit Auszügen aus dem Posting unser werten Frau Gastgeberin wäre das Risiko “Mann” schon beim ersten Treffen für Frauen deutlich besser abschätzbar! Soviel erstmal zum Halterinnen-Risiko.
In Bezug auf den aktuellen Zustand muß ich dem Text zustimmen, meine lieben Geschlechtsgenossen. Sich selbst auf die “bin-die-Ausnahme”-Schulter zu klopfen ändert nichts an den gesamtgesellschaftlichen Zuständen, die durch Nicht-Reagieren und Nicht-Benennen nicht besser werden.
Wer als Gemeinschaft so bescheuert ist, hochqualifizierte und teuer ausgebildete Frauen lieber an Heim & Herd versauern zu lassen, um vielleicht noch selbst ein Heimchen zu haben, darf sich nicht wundern, wenn mittelmäßige Männer das Regiment in Politik und Wirtschaft übernommen haben. Auch dieses Rabenmutter-Gesülze gibt es interessanterweise nur in Deutschland, wo gewisse Kirchenmänner und ihnen nahestehende Kreise immer noch ihre Klappe viel zu weit aufreißen dürfen, sobald sich für Frauen was verändern soll – siehe die aktuelle Krippen-Debatte, die unsäglich zum Himmel stinkt, sobald gewisse Männer den Mund auch nur ansatzweise öffnen.
Ein simpler Rollentausch ist übrigens weder die Lösung noch das Ziel, auch wenn einige die komplexe Diskussion immer gerne auf diese Punkt reduzieren wollen.
Schönes Wochenende wünsche ich allen.
Juni 1st, 2007 at 20:25
Interessanterweise haben die Frauen trotzdem die höhere Lebenserwartung. Also kann ihr Verhalten so dumm nicht sein… zumindest ist die Doppel-Dreifachbelastung ihnen gesundheitlich nicht abträglich.
Juni 2nd, 2007 at 09:15
“Hey, mal ehrlich, wer kennt in seinem Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis Männer, die die Hausarbeit klaglos und effizient zu gleichen Teilen oder gar alleine übernehmen?” – ich, und zwar meinen Vater.
Dieses völlig verschobene, von Gleichberechtigung geprägte Weltbild, das mir meine Eltern mit auf den Weg gegeben haben, hat mich komplett fürs Leben und für meine Beziehungen versaut. Hatte ich doch naiverweise zunächst angenommen, dass auch andere Männer den Abwasch machen und mal feucht durchwischen. Schließlich hatte mein Vater mir das ja so vorgelebt. So ein Scheiß.
Juni 2nd, 2007 at 14:11
1. Frauen leben nicht länger, es kommt ihnen nur länger vor…
2. Ich kenne tatsächlich auch zwei Männer, die die Hausarbeit zum größten Teil bzw. allein erledigen. Einer davon mit Kindern.
3. Haben Sie ansonsten natürlich völlig Recht.
Juni 2nd, 2007 at 20:57
“Know why men die before women? Because they want to.”
Juni 2nd, 2007 at 21:59
Hm. Meine Putzis sind ein Pärchen. Er putzt bestimmt genauso gut und gern wie sie.
Juni 3rd, 2007 at 17:24
Ich kenne auch einen Mann, der das “erfolgreiche kleine Familienunternehmen” meistert … MEINEN.
Anfangs sicher als Notwendigkeit eingeführt, aber inzwischen ist er überzeugter Haushälter.
Juni 3rd, 2007 at 18:02
Zwar ist den jungen Männern wichtig, ein wenig mehr Zeit für die Kinder aufzubringen, als es noch die eigenen Väter taten. Als Bild hat man dabei im Kopf, am Sonntag mit dem Nachwuchs, wenn er denn da ist, in den Zoo, ins Kino oder ins Schwimmbad zu gehen.
Im übrigen aber, ganz für sich, hofft man, dass es auch in der eigenen künftigen Partnerschaft so weitergehen mag, wie viele es aus dem Elternhaus kennen: Für Wäsche, Raumpflege, tägliche Mahlzeiten sind primär die Frauen zuständig.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,486316-2,00.html
Juni 3rd, 2007 at 18:05
Doch wissen die jungen Männer der Mitte, dass man dergleichen unterschwellige Erwartungen zwar den nachfragenden Sozialforschern in diskreten qualitativen Interviews augenzwinkernd preisgeben darf, aber dies besser nicht lauthals in der Öffentlichkeit herausposaunt. Insofern richten sich die jungen Mitte-Männer darauf ein, den Dispens von lästigen Haushaltsangelegenheiten dereinst ihren Partnerinnen tagtäglich zäh abringen zu müssen.
Eine gleichgewichtige Aufgabenverteilung jedenfalls möchten sie partout nicht akzeptieren.
ebenda
Juni 4th, 2007 at 11:58
frau syb lernen sie doch mal kochen, dann reden wir weiter!
Juni 5th, 2007 at 18:24
uuh dkh… beim dart wird sowas bullseye genannt…
Juni 5th, 2007 at 23:04
Juni 7th, 2007 at 10:22
nur ganz kurz, mein freund putz vollkommen alleine!!! und ich darf dafür in der zeit brav vor der glotze sitzen oder sonstiges. und dabei is er derjenige der arbeit und ich geh noch studieren und hab mehr zeit. und er hat keinen putzfimmel!!!
eine ausnahme, ich weiß, aber ich bin glücklich, dass sie mir gehört
Juni 7th, 2007 at 11:12
Unglaublich. Verwöhntes Prinzchen. (Nein, ich bin üüüüberhaupt gar nicht neidisch.)
Juni 7th, 2007 at 12:04
Andy ist halt der Mann in der Beziehung.
Juni 13th, 2007 at 10:37
Ich bin äusserst fleissig im Haushalt:
- ich werfe 50 % der Schmutzwäsche in den dafür vorgesehenen Wäschekorb und lasse sie nicht einfach irgendwo liegen. Die anderen 50 % liegen nur deshalb rum, weil ich sie noch nicht als Schmutzwäsche eingestuft habe!
- Ich trage dreckiges Geschirr zumindest in die Nähe des Geschirrspülers
- Ist mein Lieblingswhiskeyglas noch im Geschirrspüler räume ich den ganzen Inhalt raus. Zumindest einmal im Quartal (wenn gerade jemand zusieht)
Um den Rest kümmert sich die Putzfrau (glaub ich).
Bekocht werde ich ausgezeichnet (wobei letztens die gegrillten Gambas qualitativ nicht ganz an frühere Spitzenleistungen herankamen) – als Dankeschön lade ich einmal pro Woche in ein Lokal ihrer Wahl ein.
So lebt es sich als Mann ausgezeichnet!
Juni 18th, 2007 at 22:26
Dass alle Frauen immer alles so pauschalieren müssen…
Juni 19th, 2007 at 08:10
Oh, hallo Herr dsadh. Sind Sie nicht ausgewandert?