Arbeitsthesen

Samstag, 24. März 2007 geschrieben von Syberia

Wer Arbeit will, der findet auch welche.

Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.

Den Unterhalt für die Arbeitslosen zahlen die Arbeitenden.

Mindestlöhne vernichten Arbeitsplätze.

Niedriglöhne schaffen Arbeitsplätze.

Viele neue Niedriglohn-Jobs erhöhen die Steuereinnahmen.

Die Arbeitslosenversicherung heisst so, weil sie gegen Arbeitslosigkeit versichert.

Es gibt zwar ein Recht auf Arbeit, doch es sollte eine Pflicht zur Arbeit geben.

Bei der Durchführung der Hartz-IV-Maßnahmen wurde von einem zu positiven Menschenbild ausgegangen.

11 Antworten to “Arbeitsthesen”

  1. Macsico Says:

    Sind das nicht eher die Überschriften der “Gutenachtgeschichten für Lobbyisten & Politiker”?

  2. creezy Says:

    Der letzte Satz ist so dermaßen schön, den sollten wir als Auto-Aufkleber produzieren! ;-)

    Ach mensch, jetzt haben Sie mir mein faules Wochenende nach einer faulen Woche wieder versaut! Mensch!

  3. blue sky Says:

    jetzt ist mir schlecht

  4. Cecie Says:

    hmm. ich überlege ob ich einfach ironie nicht verstehe wenn se mir übern weg läuft oder was sonst falsch ist mit mir ist…

  5. SeineHeiligkeit Says:

    Stimme zu, Cecie. Alle Aussagen sind ohne weiteres unterschreibbar.

    - Es gibt jede Menge offener Stellen, für die sich kein Bewerber findet.
    -Solange Hartz IV mehr einbringt, als arbeiten zu gehen, wird sich nicht viel ändern
    - und solange zahlen wir Steuerzahler die Zeche.
    - Den meisten Menschen, die nicht vom Staat leben wollen, wird ein sicherer Arbeitsplatz wichtiger sein als 50€ mehr im Monat.
    - Je preiswerter die Arbeit wird, desto mehr Jobs werden geschaffen, denn zur Zeit kann Deutschland weder mit den Ostländern noch mit Asien konkurrieren.
    - In Deutschland ist man luxuriös abgesichert, kein Vergleich mit keinem anderen Land.
    - Wer auf Kosten der Allgemeinheit ein faulenzen möchte kann nur durch hartes Durchgreifen vom Gegenteil überzeugt werden.
    - Ich werde nie verstehen, weshalb man von den hohen Kosten durch Hartz IV überrascht war. Weshalb soll man arbeiten gehen wenn man für das gleiche Geld den ganzen Tag zu hause vor dem Fernseher verbringen kann.

  6. Syberia Says:

    Genauso ist es. In Deutschland existiert ein Fünf-Millionen-Pack faulenzender Schmarotzer, denen man nur mit einem ReichsArbeitsdienst beikommen kann.

  7. Sven Says:

    jepp. 400.000 unbesetzte Stellen beweisen, dass die 4-5 Mio Arbeitslosen garnicht nötig wären, wenn sie arbeiten wollten. Wir könnten Vollbeschäftigung haben, quasi.

  8. Dr. Dean Says:

    Ich bin von der Argumentation seiner Scheinheiligkeit echt überrascht. Wow! Wie kann man so reaktionär und verblendet zugleich sein? Supi!!! Und, damit man mir kein substanzlose Herummeckern vorwirft, rupfe ich da mal ein paar Aussagen und die dahinter stehende Denke auseinander. So schrub er:

    Ich werde nie verstehen, weshalb man von den hohen Kosten durch Hartz IV überrascht war. Weshalb soll man arbeiten gehen wenn man (…)

    Super Aussage, was? Dahinter steht die unzutreffende Behauptung, die Ausgaben für die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfäger wären insgesamt deutlich angestiegen.

    Das ist falsch.

    Wahr ist, dass die Kommunen in hohen Umfang die bisherigen Kosten für Sozialhilfe auf ALGII umgeschichtet haben. Das ist der entscheidende Grund, und nicht etwa eine neuerliche Arbeitslosenschwemme infolge einer ausgebrochenen großen Faulheit der Leistungsbezieher.

    Wer behauptet, dass rund 7 Millionen Deutsche lediglich das Interesse hätten, “den ganzen Tag (…) vor dem Fernseher” zu verbringen, der hat nicht mehr alle Latten am Zaun.

  9. Dr. Dean Says:

    Beim Rest der Aussagen der Scheinheiligkeit lohnt sich die Mühe nicht, ins Detail zu gehen. Aber gut, was man anfängt, muss man auch zuende machen. So sagt die Scheinheiligkeit:

    Wer auf Kosten der Allgemeinheit ein faulenzen möchte kann nur durch hartes Durchgreifen vom Gegenteil überzeugt werden.

    * kicher * Die “harten” Maßnahmen, die hier hilfreich wären, das wäre das Anbieten von Arbeitsplätzen… Nun, und diese seltsame Idee, dass fast alle ALGII-Empfänger/innen “faulenzen” würden, die hat vermutlich damit zu tun, dass der Scheinheilige zuviel RTL2 glotzt, und dabei leider, leider, zahlreicher Gerhinzellen verlustig ging. Wer glaubt, das Problem der Arbeitslosigkeit wäre in erster Linie in der angeblichen “Faulheit” der Arbeitslosen begründet, der urteilt in sozialökonomischen und politischen Fragen sehr unklug – und sollte daher besser nicht über andere Menschen urteilen. Dann behauptet die Scheinheiligkeit:

    In Deutschland ist man luxuriös abgesichert, kein Vergleich mit keinem anderen Land.

    Quatsch. Es wäre zu hart, der Scheinheiligkeit nun einige Jahre als Hartzvierling zu wünschen, aber seinen Irrtum würde er hinterher gewiss erkennen. Seine Herzlosigkeit und mangelden Herzensbildung, die hinter seinen politischen Phrasen steht, vermutlich weniger.

    Dann betätigt sich seine Scheinheiligkeit als großer Ökonom:

    JJe preiswerter die Arbeit wird, desto mehr Jobs werden geschaffen (…)

    Tja, so einfach ist es nicht. Beispiel: Die Zahl der Jobs z.B. im Gaststättengewerbe würde sich nicht nennenswert erhöhen, geschweige denn, wenn man dort für die Beschäftigten die Löhne z.B. halbieren würde. Anders gesagt: Die Preiselastizität der Arbeitsnachfrage ist auf gesamtgesellschaftlicher Ebene nicht so hoch, wie von Lohndrückern immer behauptet wird. Ganz falsch ist die Argumentation auch nicht. Niedrigere Arbeitskosten bedeuten – in vielen Branchen jedenfalls – einige Prozent mehr Jobs.

    Somit gilt andererseits: Würden Unternehmen wieder mehr Steuern zahlen (und somit z.B. 2% höhere Preise für ihre Produkte verlangen), während die Lohnnebenkosten der Beschäftigten halbiert werden (! Das sind tatsächlich die Relationen), dann käme es – mutmaßlich – zu einem positiven Beschäftigungseffekt. Man hat in den letzten Jahren allzu regelmäßig und leichtfertig Steuern und Abgaben auf Kosten der Arbeitnehmer erhöht, Steuern der Unternehmen gesenkt, und damit den Faktor Arbeit in Deutschland verteuert.

    Ich nehme an, diese Argumentation ist für den Scheinheiligen völlig unannehmbar…

    Denn der Scheinheilige behauptet ja auch:

    Den meisten Menschen, die nicht vom Staat leben wollen, wird ein sicherer Arbeitsplatz wichtiger sein als 50€ mehr im Monat.

    Hallo? Jemand, der arbeitet, soll also einen Lohn 50 Euro unterhalb des Existenzminimums für annehmbar halten? Wie kommt man denn auf eine derart weltfremde Idee? Wäre es nicht besser, wenn derjenige, der arbeitet, sich davon wenigstens seinen Lebensunterhalt sichern könnte?

    Solange Hartz IV mehr einbringt, als arbeiten zu gehen, wird sich nicht viel ändern

    Was für ein Bullshit. Wir haben zur Zeit eine gute Konjunkturentwicklung und dies zeigt, dass die Leute gerne Arbeiten gehen, soweit es Arbeit gibt.

    Darum:

    Ist es Dir nicht ziemlich peinlich, Scheinheiliger, die Arbeitslosigkeit als ausschließliche Schuld der Arbeitslosen zu inszenieren?

    Nö: Ist es ihm nicht.

  10. Dr. Dean Says:

    Korrektur: Es muss heißen “geschweige denn verdoppeln, (…)”.

  11. pierrot Says:

    Also icke für meine Wenigkeit würde ja in puncto Sozialstaat und Bezahlung und allgemeine Lebenserwartung und so nich so gerne mit Ostasien konkurrieren. Ick weiß ja nich, wie das euch so geht, vielleicht will ja mal einer n paar Erfahrungen in die Richtung machen, ick mein, son Arbeitsvisum für die Philippinen oder so kriegt man ziemlich schnell – schreibt mir dann mal, wie’s so aussieht, arbeitstechnisch mein ich, und wenn alles super is, dann könnwa hier ja ne Partei aufmachen. Die nennwa dann POZ, Partei für Ostasiatische Zustände. Oder so.