Mach dich nackig!
Montag, 13. November 2006 geschrieben von Syberia
“Als sie ihren Briefkasten öffnete und einen dickeren Brief der ArGe Köln erhielt, ahnte sie nichts böses. Doch was sie dann in Händen hielt, verschlug ihr die Sprache. Da wurde sie über neun Seiten aufgefordert Auskünfte zu erteilen, die die ArGe längst hatte. So die Frage nach Miete, Nebenkosten, Warmwasser und Heizung. Doch jetzt ging es weiter. Sie wurde aufgefordert, bis zum 26. Oktober folgende weitere Unterlagen einzureichen.
1) Eine Kopie des Sozialversicherungsausweises,
2) eine Kopie der Krankenversicherungskarte,
3) eine Kopie der Geldkarte des Bankinstitutes,
4) Kontoauszüge der letzen drei Monate
und last not least sollte sie eine Abbuchungsgenehmigung unterschreiben, in der sie die ArGe bevollmächtigte von ihrem Konto eventuell überbezahlte Zahlungen rückzubuchen.”
“Sollten Sie bis zum o.g. Termin nicht antworten haben bzw. die angeforderten Unterlagen nicht einreichen, werde ich die Geldleistung bis zur Nachholung der Mitwirkung ganz versagen.”
Die ganze rechtswidrige Aktion ist kein Einzelfall und hier ausführlich nachzulesen.

November 13th, 2006 at 18:34
Da zahlt man womöglich sein ganzes Arbeitsleben lang brav in die Staatskasse ein, um “seinen Beitrag zu leisten”, um dann, wenn man auf Unterstützung angewiesen ist, so richtig schön demütigend und respektlos behandelt zu werden.
November 14th, 2006 at 12:35
Des weiteren sind Sie verpflichtet, sich nach Aufforderung für den Empfang Ihrer ALG4-Berechtigten-Barcode-Tätowierung im Genick bereit zu halten. Der Hals ist zu waschen und Desinfektionslösung mitzubringen. Andernfalls haben Sie etwaige Kosten, die Ihnen durch eine Entzündung durch die Tätowierung entstehen, selbst zu tragen…
November 14th, 2006 at 15:14
Und doch gibt es Leute, die meinen, 250 Euro Arbeitslosengeld 2 im Monat wären auch genug… oder auch nur Lebensmittelgutscheine…
November 14th, 2006 at 17:11
“Gutscheine statt Geld” wird bestimmt bald schon eingeführt. Da warte ich bloss noch drauf. Denn mit Geld können die Arbeitslosen schliesslich die Sachen kaufen, die sie wollen (na ja, sehr eingeschränkt, aber ein ganz klein bisschen Freiheit ist ja noch gewährleistet). Ich denke da an Luxusartikel wie zweilagiges Klopapier, wo’s eine alte Zeitung doch genauso tut. Findet man normalerweise in jedem städtischen Mülleimer – ganz umsonst. Zigaretten kann man aus irgendwo aufgesammelten Stummeln leicht und kostengünstig selber herstellen. Seife kann man selber kochen. Überhaupt: früher badete man einmal in der Woche, in einer Zinkwanne, die ganze Familie nacheinander im selben Badewasser. Haben die Menschen auch überlebt und es senkt die Wasserkosten. Wozu braucht eigentlich jeder Haushalt ein Telefon? Oder einen Fernseher? Früher spielte man Scharade und schnitzte Spielzeug aus im Wald gefundenen Holzstücken. Und von ein paar Pfund Kartoffeln auf Lebensmittelmarke habe unsere Grossmütter früher die tollsten Gerichte gezaubert! Oder nicht?
November 15th, 2006 at 08:21
Arbeiten Sie bei der Northwest Airline?