Unternehmerisch klug und rechtlich korrekt
Samstag, 30. September 2006 geschrieben von SyberiaNiemand habe vor, das Unternehmen zu schließen, im Gegenteil, man werde investieren und neu organisieren. Diese Aussagen liegen keine 12 Monate zurück. Wie unzutreffend sie waren, durften 3400 Mitarbeiter vorgestern aus dem Radio erfahren.
Für eine Milliarde Euro soll BenQ Know-How aus Deutschland abgezogen haben. 250 Millionen Euro (oder 300? – da schwanken die in den Medien angegebenen Zahlen) gab es von Siemens beim Kauf damals noch obendrauf.
Die Manager haben ihre Schäfchen im Trockenen, dank der Asset GmbH, auf die ihre Verträge laufen und in der man die Vermögenswerte der Siemens Handysparte gebündelt hatte. Der Vorstand von Siemens hat sich gerade 30-prozentige Gehaltserhöhungen genehmigt.
Die 3400 Mitarbeiter gehen wohl leer aus, denn sie sind direkt bei BenQ angestellt. Siemens muss die Firma nicht direkt abwickeln und den Chef in Taiwan dürfte das ferne Mediengewitter in Deutschland nicht weiter kümmern.
Ein Schelm, wer Planung dahinter vermutet.
Also, liebe Gewerkschaften, liebe Betriebsräte und liebe Arbeiter und Angestellte: taiwanische Niedriglöhne akzeptieren, nicht weiter auf Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung beharren, 12 Stunden an 7 Tagen die Woche arbeiten und keine Gedanken an Dinge wie Arbeitsschutz und Pausenregelungen verschwenden. Dann klappt es vielleicht auch mit dem Behalten eurer Jobs, gell.

September 30th, 2006 at 12:27
[...] Meinungen in der Blogosphäre: handy-weblog – Trennt sich BenQ von seiner Handysparte? hackblog – Unternehmerisch klug und rechtlich korrekt martina-kausch – Nachtrag zu BenQ !thomas-matterne – Weg damit! sft-magazin – Haut Benq Siemens in die Tonne? kenmai – BenQ zieht sich aus Deutschland zurück – benq [...]
September 30th, 2006 at 17:11
… weil dann ist es auch weiterhin in Ordnung, nicht mehr als 10 Euro für ein Handy zahlen zu wollen.