Sagen Sie mal

Donnerstag, 24. August 2006 geschrieben von Syberia

Wer verdient mehr Geld? Wer von Ihnen beiden hat dem Nachwuchs zuliebe seinen Job aufgegeben? Wer fährt das grössere der beiden Autos? Wer denkt an feierliche Anlässe und besorgt die Geschenke dafür? Wer erledigt die Hausarbeit? Wer von Ihnen verbringt Stunden allein in der Wohnung mit staubsaugen, aufräumen, putzen, einkaufen, kochen, Geschirr spülen, bügeln etc. ohne dass dies je gelobt oder auch nur bemerkt würde? Sie oder Ihr Mann? Und falls Sie jemanden für diese Arbeiten bezahlen: ist es eine Frau oder ein Mann?

66 Antworten to “Sagen Sie mal”

  1. doesntmatter Says:

    Vor zehn Jahren haben sich die anderen Mütter total darüber aufgeregt, daß wir unsere Kinder konservativ erzogen habe. Unsere Tochter musste im Gegensatz zu ihren Brüdern im Haushalt helfen und ich habe ihr Kochen, Putzen und alles beigebracht. Deshalb fällt es ihr heute leicht, sie es gewöhnt und sie ist zufrieden in ihrer Partnerschaft, weil sie keine Ansprüche stellt, die Männer niemals erfüllen werden. Das kann jetzt pessimistisch klingen, ist aber realistisch! Männer finden es immer ganz supi, daß Frauen selbstständig sein sollen, aber die eigen soll es bitte nicht zu sehr sein, denn wenn sie nach hause kommen, setzen sie sich auf die Couch, machen den Fernseher an und erwarten etwas zu essen gebracht zu bekommen. Ich kenne keinen Mann, der nach hause kommt, sich selbst was zum Essen macht, alles wegräumt und abspült und sagt “Liebling, die Fenster hast aber heute schön geputzt.”.

  2. SeineHeiligkeit Says:

    Ausnahmsweise stimme ich zu. Das hat aber damit zu tun, das Frauen viele Sachen einfach besser können als wir und das auch lieber tun. Meine Mutter hat sich nie beklagt, wenn sie für uns gekocht oder gewaschen hat und sie hat auch nicht erwartet für Arbeit über den Klee gelobt zu werden die sie nun Mal zu erledigen hatte, weil meine Eltern da so unter sich aufgeteilt hatten. Mein Vater hatte seine Arbeit im Büro, meine Mutter hatte ihre Hausarbeit. Meine Freudinnen haben auch nie Theater gemacht und mir gerne die Wäsche gewaschen und gekocht und auch die Treppe gewischt, wenn das im Mietvertrag so stand, was ich alles nicht so gut konnte und wofür ich bei meinem anspruchsvollem Studium auch gar keine Zeit hatte. Dafür habe ich sie Mal zum Essen eingeladen und die Kinokarten und den Wein bezahlt und beide Seiten waren zufrieden. Liebe Frauen, nichts ist so unsexy wie eine Emanze, die nörgelt, das man den Müll runterbringen soll!!!

  3. DasBlaueVomHimmel Says:

    1. Ich verdiene mehr Geld, denn ich habe mehr Ehrgeiz und Anstrengungen in meine Karriere investiert.
    2. Meine Frau hat damals ihren Job aufgegeben, das haben wir gemeinsam entschieden. Ich habe mehr verdient, meine Aufstiegschancen waren besser, mir war die Arbeit wichtiger als ihr. Sie wollte sich lieber selbst um unsere Kinder kümmern statt es Kindergärtnerinnen, Tagesmüttern und Babysittern zu überlassen.
    3. Ich fahre das große Auto, das ist wichtig, wenn ich Termine bei Kunden und Geschäftspartnern wahrnehme, da wird auf solche Statussymbole geachtet.
    4. Meine Frau erledigt die furchtbar anstrengende Hausarbeit und sie hat dafür ein Au-Pair-Mädchen und zusätzlich eine Putzkraft zur Verfügung (die ich ihr von meinem Gehalt finanziere).

    Jetzt habe ich auch Fragen an Sie: Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, weil ich hart arbeite, um meiner Familie ein schönes Leben zu ermöglichen? Darf ich es nicht geniessen ein wenig verwöhnt zu werden, wenn ich nach einem anstrengendem Arbeitstag nachhause komme? Wir haben uns gemeinsam für diese Art zu leben entschieden und profitieren auch beide davon.

  4. holden Says:

    Ich wäre hochgradig perplex, käme ich Abends heim und ein Essen stünde am Tisch… detto am Wochenende, wenn wir’s genießen, gemeinsam zu Kochen, was mehlspeisenmäßiges zB., der eine schnippelt Obst, die andere jagt das Getreide durch die Mühle.
    Den Müll nimmt mit bei wem Überfüllung und Rausgehen gerade zusammenkommen, und kriegte ich meine Hemden gebügelt, würde ich’s nicht wollen, weil ich das besser kann. Einkaufen ist idR. Männersache, weil ich’s liebe, über Märkte zu schlendern.

  5. Phil Says:

    In den 15 Jahren meiner vergangenen Beziehung/Ehe gab es darüber nie Diskussionen; ich (als Mann) habe jene Sachen gemacht, die ich besser und schneller konnte und umgekehrt. Wir waren (und sind es noch) beide berufstätig in einem zeitfressenden Job. da muss man sich die Arbeit teilen. (Wenn Mann kein Pascha ist). Eine Putze hatten wir trotzdem nicht gebraucht.

    Nun gehöre ich ja seit einiger Zeit zu jenen 36% der Einpersonenhaushalte mit ‘ner sehr grossen Wohnung am Hacken. Heute leiste ich mir den Luxus einer Reinigungskraft, die für’s “Grobe” zuständig ist. Nur putzen, keine Wäsche. Ich habe mir das alles inzwischen so gut organisiert, dass ich manchmal den Eindruck habe, alleine schneller mit allem fertig zusein, als früher zu Zweit. Bei mindestens gleichen Reinheitsgrad.

  6. Kristof Says:

    Häh? Die Restauration ist auf dem Vormarsch! Weia.

  7. holden Says:

    Ganz allgemein: Aus meinem Job ziehe ich eine Menge Spaß – andererseits kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es befriedigend sein könnte, mit dem Mob die Wohnung durchzuwischen. Hausarbeit muß gemacht werden – Arbeiten geht man hingegen schonmal gerne. Soviel zu den Fundamentals.
    Dass Frauen im Haushaltsbereich etwas (technisch) besser könnten, halte ich für nicht für wahrscheinlich.

  8. doesntmatter Says:

    Ausnahmen bestimmen die Regel und am Anfang helfen einige Männer der Frau zu Gefallen mit. Die meisten überschätzen sich allerdings in hohem Maß, was den Zeitaufwand angeht! Damit wir uns nicht mißverstehen, ich bin nicht dagagen, daß man sich die Hausarbeit teilt, es nur Utopie, daß das auf lange Sicht klappen soll. In meinem Kreis kenne ich niemanden, obwohl da auch alle Männer behaupten, sie würden selbständige Frauen haben wollen. Wollen und Tun klaffen weit auseinander in der realen Welt, das kann man nicht ändern, also findet man sich besser ab als gegen Wände anzurennen.

  9. Henriette Says:

    Mir fehlen die Worte!

  10. anonymus Says:

    soll ich neun stunden im büro sitzen und dann 9 stunden aufräumen, putzen und kinder hüten und die restlichen sechs stunden schlafen bis es am nächsten tag wieder genauso los geht? was wollt ihr denn von uns? alles was ich da rauslese ist immer nur “männer machen nicht genug!”

  11. holden Says:

    Problematisch bleibt: Gräßliche Redundanz hier (Hausarbeit) vs. Selbstverwirklichung im Job dort + Abhängigkeit vom Brosamenwerfen des Gatten (“geht alles von meinem Gehalt ab!”, klopfte er sich an die Brust). Wie man’s auch dreht und wendet, das hat einfach ein Geschmäckle.

  12. haekelschwein Says:

    Hoppala, jetzt habe ich versehentlich eine Kommentarseite aus den 50er-Jahren aufgerufen! Ach nein, da gab es das Internet ja noch gar nicht…

  13. blue sky Says:

    Ich verdiene mehr Geld, keine Frage. Habe das Glück gehabt, dass mein persönliches Interesse eine der gefragteren Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt ist. Bislang war das weder für meine Exfrau noch meine Lebensgefährtin ein Problem. Und für geschlechtsbedingte Gehaltsverhältnisse in der Wirtschaft kann ich nix, dafür hab ich zuwenig Einfluss.

    In meiner Ehe war es so, dass ich gearbeitet habe, meine damalige Frau für die Kinder aufhörte zu arbeiten (ich habe dafür ein Jahr länger studiert). Der hätte ich mal mit einem anderen Modell kommen sollen! Sie ist immer noch der Meinung, ohne sie würden die Kinder binnen zwei Tagen an Unterversorgung sterben. Und sie hat immer noch Probleme, sie für mehr als einen Tag wegzugeben. Früher, weil alle anderen (inkl. der Verwandtschaft) in ihren Augen alles falsch machten. Heute, weil ihr ohne die beiden (6 und 9 Jahre) die Decke auf den Kopf fällt.

    Das größere Auto fährt meine Ex-Frau. Während nämlich jeder von mir während Studium und späterer Arbeit verdienter Cent restlos in den Familienbedarf ging, hatte sie immer offenbar immer Sparreserven, deren Höhe ich irgendwie nie wissen durfte (“hab ich mir halt sauer erspart” – nee klar, in vier Jahren Krankenschwester zehntausende von Mark). Während sie sich und unsere Wohnung Woche für Woche in irgendwelchen Versandhauskatalogen eindeckte und unser Konto am Monatsende immer gleich im Minus war, egal wieviel ich inzwischen verdiente, ich ein schlechtes Gewissen hatte, mir auch nur mal eine CD zu kaufen, war für besondere Anschaffungen plötzlich immer noch Geld da. Wie auch fürs Auto.

    Gekocht wurde gemeinsam, gesaugt und geputzt hab ich, Müll und Katzenklo auch, Wäsche und alles andere hat sie gemacht. Wenn ich von der Arbeit kam, hab ich immer erst mal zwei Stunden mit den Kindern gegessen, gespielt und sie fürs Bett fertig gemacht. Und das, wo ich nach der Arbeit eigentlich erst mal nicht ansprechbar bin. Aber auch das war in den Augen meiner Ex-Frau trotzdem immer noch nicht genug. Wenn nichts anderes war, hat sie sich auch schon mal drüber aufgeregt, dass ich einen Strampler falsch zugemacht hab.

    Heute noch finanziert meine Arbeit zwei Haushalte (bald nur noch anderthalb, weil meine Lebensgefährtin auch verdient und wir zusammenziehen). Wer den finanziellen Beitrag in einer Beziehung gering schätzt, hat wohl noch nie Angst um seine Existenz haben müssen.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Liebe Frauen, hört doch mit dem Gesellschaftsgequatsche auf, wenn ihr mit eurer Rollenverteilung in der Beziehung unzufrieden seid. Ihr seid doch intelligent (vor allem emotional, nicht wahr?) und sucht euch euren Lebenspartner i. A. selbst aus. Einigt euch mit dem. Aber – falls ihr nicht selbst arbeitet – tut auch nicht so, als wäre sein Job eine spaßige Selbstverwirklichungssache. Dafür sind die Randbedingungen, eine Arbeitsstelle zu bekommen und zu behalten, meist einfach zu hart.

  14. kaltmamsell Says:

    Danke, Frau Syberia, Sie hätten nicht besser beweisen können, wie dringend unsere Gesellschaft Feminismus und uns Feministinnen braucht.

    (Gestern Abend von einer sehr erfolgreichen und autarken Kollegin gehört: “Ich bin ja keine Feministin!” Mein entgeistertes Nachfragen erbrachte, dass sie sich einfach bloß nicht zu 100 Prozent mit Alice Schwarzer identifiziert. Wenn Feminismus in Deutschland auf diese eine Vertreterin reduziert wird, haben wir ein echtes Problem.)

  15. SeineHeiligkeit Says:

    Meine Ex war froh, daß sie daheim bleiben konnte und ich meine nicht, daß sie da die einzige ist. Die meisten Frauen gehen doch arbeiten bis sie einen Mann finden mit dem sie Kinder bekommen und bis dahin haben Staat und Arbeitgeber einen Haufen Geld in die Ausbildung investiert. Zwar sagen die meisten, sie würden wieder arbeiten gehen wollen, wenn das Kind in den Kindergarten oder in die Schule geht, aber ich kenne kaum eine, die es dann auch getan hat, trotzdem muß ihr der Arbeitsplatz jahrelang freigehalten werden. Nicht daß wir uns mißverstehen, ich würde es gar nicht befürworten wollen, daß eine Frau Kinder hat und Vollzeit arbeitet, trotzdem sollten Frauen, die keine Kinder wollen sondern Karriere machen wollen wie Männer, sich anziehen wie Männer und reden wie Männer sich mal fragen, ob sie nicht Probleme mit ihrer Weiblichkeit haben.

  16. holden Says:

    Klingt eher nach Problemen mit der persönlichen Wahlfreiheit…

  17. blue sky Says:

    Ich kann nichts Falsches daran finden, dass eine Frau Kinder hat und Vollzeit arbeitet.

  18. Melody Says:

    Kaltmamsell: Das Problem haben wir, ja.

    Beruhigenderweise bis bezeichnenderweise sind die schlimmsten Kommentatoren anonym und scheinen daher schon selbst ganz gut zu wissen, wo sie sich einzuordnen haben.

  19. Melody Says:

    p.s. Holden usw. meine ich natürlich nicht :-) sondern “doesntmatter” und co

  20. DasBlaueVomHimmel Says:

    Da ich hier meine Emailadresse angeben muss, kann von Anonymität keine Rede sein, Melody, nicht alle, die keine Homepage als Selbstdarstellungsbühne haben, sind anonym.
    Bluesky, ich habe auch kein Problem mit Frauen, die Vollzeit arbeiten, solange sie Berufsleben, Kinder und Haushalt unter einen Hut kriegen, aber erfahrungsgemäß kommen die Kinder dabei immer zu kurz.
    Die Schwarzer könnte man mir nackt auf den Bauch binden. Welche von den Frauen, die hier kommentieren, hat ihren Wehrdienst oder Zivildienst abgeleistet? Über gleiche Pflichten wird bei den Damen nicht gern geredet, Kaltmamsell, über die Recht umso lieber, gelle?

  21. blue sky Says:

    Bluesky, ich habe auch kein Problem mit Frauen, die Vollzeit arbeiten, solange sie Berufsleben, Kinder und Haushalt unter einen Hut kriegen, aber erfahrungsgemäß kommen die Kinder dabei immer zu kurz.

    Ich halte schon mal die Annahme, Kinder kämen automatisch zu kurz, für falsch. Als eines von drei Kindern vollzeittätiger Eltern fühle ich mich weder vernachlässigt noch allzu schlecht geraten. Aber vor allem kann ich nicht nachvollziehen, warum die Verantwortung, “Berufsleben, Kinder und Haushalt unter einen Hut zu kriegen” reine Frauensache sein soll.

  22. holden Says:

    Weiß nicht, wäre ich eine Frau, würde ich den Wehrdienst sofort eintauschen gegen das offensichtliche männliche Recht zu glauben zu wissen wo’s für die Frauen langgeht.

  23. Kristof Says:

    Ich würde den Wehrdienst vor allem gern eintauschen wollen gegen das Kinderkriegen.

  24. DasBlaueVomHimmel Says:

    Im Biologieunterricht nicht aufgepaßt? Vor gewissen Tatsachen werden gerne die Äuglein verschlossen. Frauen bekommen die Kinder, nicht Männer. Womit sollen Männer Kinder stillen? Welches männliches Tier kümmert sich um die Aufzucht der Nachkommen? Keins! Nur dem westlichen Homosapien wird eingeredet, daß das seine Aufgabe sein soll. Natürlich spiele ich gerne am Wochenende mit dem Sohnemann Fußball, aber alles andere übernimmt meine Frau und sie tut es sehr gern, denn sie hat Freude daran und fühlt sich nicht unterdrückt oder eingeschränkt. Frauen die nicht so empfinden steht es doch völlig frei arbeiten zu gehen und keine Kinder zu bekommen. Ich verstehe das Problem nicht, das kann doch jeder selbst für sich entscheiden.

  25. Henriette Says:

    Herr BlauesvomHimmel, ich habe indeed ein Jahr lang auf einer Altenpflegestation Dienst getan – das war zwar kein Zivildienst, weil nicht vom Staat erzwungen, sondern es war gänzlich freiwillig, gleichwohl jedoch zum Zwecke “des Dienstes am Menschen”. Und Danke nochmal für den Hinweis, dass Männer keine Kinder kriegen können. Ich hatte mich schon gewundert…..

  26. blue sky Says:

    Weder sehe ich, welche Rolle die Biologie über Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit hinaus haben sollte, noch warum sich Menschen nach Gepflogenheiten im Tierreich richten sollten.

    Ich bin übrigens genausowenig der Meinung, dass Frauen, die zuhause bleiben, automatisch unterdrückt oder eingeschränkt oder sonstwie bedauernswert seien. Das Einzige, was mich stört, ist Ihre Schlussfolgerung (Frau & Vollzeit arbeiten => zuhause bleiben), beziehungsweise die Umkehrung (Frau & hat Kinder => nicht Vollzeit arbeiten). Ansonsten kann ich Ihren Schlusssatz nur unterschreiben.

  27. blue sky Says:

    Ich bezog mich natürlich auf BlauesvomHimmel, und die Schlussfolgerung in der ersten Klammer sollte anders heißen, aber Sie verstehen sicher trotzdem, was ich gemeint hab.

  28. doesntmatter Says:

    @DasBlaueVomHimmel: Es kommt zwar selten vor, aber bei den Seepferchen kriegen die Männchen die Kinder und Pinguinmännchen und Straußenmännchen brüten die Eier aus.

  29. SeineHeiligkeit Says:

    „Sie sind ausgelaugt, müde und haben wegen ihrer permanenten Überforderung nicht selten suizidale Fantasien. Ich frage mich seit Jahren, ob berufstätige Frauen wirklich das Recht auf unbegrenzte Selbstverwirklichung hätten oder ob die Emanzipation nicht ein fataler Irrtum gewesen ist. (…) Seit einigen Jahrzehnten verstoßen wir Frauen zunehmend gegen jene Gesetze, die das Überleben unserer menschlichen Spezies einst gesichert haben. So genannte Vorzeigefrauen sollten sich auf den Prüfstand stellen und sich fragen lassen, welche Ziele sie eigentlich leiten. Die ehrliche Antwort wäre: „Es sind Selbstgefälligkeit und Eitelkeit.” (…) Wir Frauen sind dem Wahn verfallen, uns beweisen zu müssen, dass wir zu allem fähig sind. (…) Dieser Zwang führt unweigerlich in die „Entweiblichung“ der Frau und die „Entmännlichung der Herrenwelt. (…) Die Männer zucken nur noch verständnislos mit ihren breiten Schultern, an die wir uns so gern lehnen möchten. (…) Wer einmal den Wert häuslichen Friedens in Harmonie und Wärme kennen lernen durfte, einen Ort, der Sicherheit, Glück und Seelenfrieden gibt, weiß, wovon die Rede ist. (…) Die Anführerinnen der Emanzipation haben schon damals nicht gewusst, was das Glück bedeutet, ein Baby zu bekommen, einen liebenden Mann an der Seite zu haben und (…) etwas zu erschaffen, was man den Familiensegen nennt (…). Es ist die Frau, die in der Wahrnehmung ihres Schöpfungsauftrags die Familie zusammenhalten kann. (…) Es ist selbstverständlich, dass Frauen etwas lernen, dass sie sich weiterbilden und Aufgaben auch außerhalb der Familie übernehmen, wenn sie das Talent dafür haben. Doch all das sollte in Maßen geschehen.“

    Das hat übrigens kein Mann geschrieben, sondern eine die weiß, wovon sie spricht, nämlich eine schöne, erfolgreiche Frau, die Tagesschausprecherin und Moderatorin Eva Hermann.

  30. Melody Says:

    Öhm … woher kommen nur immer diese Naturtrüben beiderlei Geschlechts, die zu wissen glauben, was ein richtiger und verpflichtend vorgeschriebener Lebensentwurf ist?

  31. holden Says:

    Dass die Google-Suche +”eva herman” +steinzeit 500 Einträge bringt, wird schon irgendeinen Grund haben.

  32. doesntmatter Says:

    Wenn Leuten die Argumente ausgehen, werden sie halt beleidigend.

  33. blue sky Says:

    Warum sollten Frau Hermans persönliches Rollenverständnis, ihre Sehnsucht nach alten Vorbildern zusammen mit diesem biologistischen Unsinn (“Gesetze, die das Überleben der Spezies…”) irgendeine Relevanz haben?

    (Dass ihr Aussehen erwähnt wird als Gradmesser ihrer Aussagen, finde ich interessant. Wäre einem Mann sicher nicht passiert.)

    Ich klink mich dann mal aus hier.

  34. dr.nemo Says:

    “Wer von Ihnen verbringt Stunden allein in der Wohnung mit staubsaugen, aufräumen, putzen, einkaufen, kochen, Geschirr spülen, bügeln etc. ohne dass dies je gelobt oder auch nur bemerkt würde?”

    haha ,wer wohl ,iss ja sonst keiner hier – und wenn schon …

  35. kaltmamsell Says:

    Nur um sachliche Fehler des Blauen zu korrigieren: Nicht nur ist Frau Schwarzer nicht (anders als der Papst bei den Katholiken) Sprecherin oder gar Päpstin des Feminismus. Sondern auch ist Bindefähigkeit auf Männerbäuche keine Qualifikation für eine Feministin. Und zudem hat ausgerechnet Frau Schwarzer in Kampagnen 1978, 1980 und 2000 GEGEN einen Auschluss von Frauen vom Waffendienst geführt.

  36. L9 Says:

    Nie fühlte ich mich so bestätigt wie hier und heute, dass es richtig war, mich all die Jahre als Emanze zu bezeichnen, auch wenn es als uncool galt.

    Ganz allgemein zu mir: ich liebe es, mich fesch zu kleiden und bin bestimmt keine humorlose Ekelfrau und Radikalpenisentfernerin, wie man uns die Emanzen immer weismachen will. Genausowenig wie Alice Schwarzer übrigens, die ich sehr schätze.

    Ich habe eine bessere Ausbildung und ein höheres Gehalt als mein Mann. Wenn wir die Kinder bekommen hätten, die wir beide gerne gehabt hätten, wäre er daheimgeblieben. Achja, vielleicht kommen ja noch welche.

    Er hat mehr Zeit als ich, deshalb macht er im Haushalt auch vielviel mehr als ich. Ich helfe aber trotzdem mit. Ich liebe und respektiere ihn seit mittlerweile 20 Jahren, er mich auch (Oooooooder Schatz, wenn du jetzt nein sagst, gibts hinter die Löffel!!)

    Scherz beiseite: Ich verstehe nicht, wieso ein solcher Lebensentwurf nicht genauso normal sein kann, wie umgekehrt. Wieso – wenn Kinder kommen – Hausmänner immer noch die Ausnahme sind, obwohl es viele Männer gibt, die vielleicht ganz gerne zuhause bleiben. Und ich verstehe nicht, dass man überhaupt solange zuhause bleiben muss. Dass es in Deutschland im Gegensatz zu andern Ländern an allen möglichen Betreuungsstätten und Unterstützung fehlt.

    Und wenn ich jetzt diese Sprüche hier sehe, die dann auch noch ihre Berechtigung aus den reaktionären Sprüche ausgerechnet jener Frauen ziehen, die ihre Karriere ohne die Frauen des letzten Jahrhunderts nichtmal ansatzweise machen hätten können, dann wundere ich mich noch mehr.

    Melody sagt – “woher kommen nur immer diese Naturtrüben beiderlei Geschlechts, die zu wissen glauben, was ein richtiger und verpflichtend vorgeschriebener Lebensentwurf ist? ” GENAU! Das weiß ich auch nicht!!

  37. Klabauter Says:

    In meinem bisherigen Leben sind mir immer Männer begegnet, die definitiv besser putzen und aufräumen konnten als ich. Leider waren die Beziehungen immer so emanzipiert, dass jeder seinen Sch… selber machen musste, so dass ich mich nicht einfach darauf verlassen konnte, dass derjenige, der es besser kann, es schon für mich machen würde. *seufz*

  38. ansch Says:

    Also:

    Warum wird Kochen und Putzen so extrem oft genannt?
    Alle nen Sauberkeitsfimmel hier?

    Also, wenn es bei uns schmutzig ist, dann nimmt der/die den Besen, die das so findet! Wenn jemand Hunger hat, fragt er/sie die anderen, ob sie auch etwas möchten und ob sie helfen wollen – oder kocht einfach allein.

    Das alte (Groß)Eltern-Modell der zwanghaften Rollenverteilung (so und nur so kann es sein) ist ja fürchterlich, ich krieg echt einen an’n Appel.

    Wo/Wie leben Sie denn bloß alle??????????????????????????????

    wichtig ist:
    1. wer allein sein will, kann hier bei uns in Deutschland allein leben, Männlein oder Weiblein!
    2. wer lieber in einer Beziehung oder auch z.B. WG lebt, zieht in eine Beziehung oder auch WG. Dort gibt es Regeln. Die Regeln werden demokratisch von allen bestimmt, oder?
    3. wenn ich denke, ich tu zu viel, dann REDE ich klar und deutlich von meinen Vorstellungen und gleiche sie mit denen meiner Mitbewohner ab! Wenn das nicht geht, ziehe ich meine Konsequenzen. (Sicher nicht *nörgel-nörgel-nörgel*)

    Übrigens, meine Situation: Vatter, Mutter, Kind, alle arbeiten (Kind unlängst Abi gemacht, seine Arbeit, jetzt soziales Jahr), keiner sucht nach dem Unterschied mit vorwurfsvoller Mine, ob wer mehr verdient, ob wer mehr ißt, ob wer mehr ausgibt, ob wer egoistischer ist, ob wer… eigentlich leben wir zusammen, weil wir uns lieben!!!

    Und ganz freiwilllig.

    Und mit der Möglichkeit, das zu ändern.

  39. semmel Says:

    Gell, diese Diskussion hier ist Satire, oder? Da läuft irgendwo eine Kamera, oder?

  40. ansch Says:

    Nein, Geschlechterdiskussion ist angesagt, ist hip, ist zeitlos interessant, wird sozusagen von Mutter zu Tochter, von Vater zu Sohn weitergegeben, ist unendlich, ist überregional, ist weltweit ungeklärtes Thema Nr. X

  41. doesntmatter Says:

    @Herr Semmel: Wie steht es denn bei Ihnen zuhaus mit der Hausarbeit?

  42. Mlle Händel Says:

    Das ist jetzt hier nicht echt ernstgemeint, oder? Eva Hermann, um Himmels Willen!

  43. saunabiber Says:

    @mlle haendel: aha so so, die mademoiselle meisterkoechin heisst jetzt mademoiselle haendel und ist wegen herrn dahlmann nach berlin gezogen!

    @ansch: http://waschsalon.twoday.net/stories/2573576/#comments

  44. doesntmatter Says:

    Eva Hermann spricht vielen aus dem Herzen, hier ein paar Zitate aus den Leserkommentaren zu diesem Artikel in Zeit.

    Kein Mann hat ernsthaft Lust einen Kinderwagen zu schieben oder sich mit Kindern auf einem Spielplatz zu vergnügen. Im Grunde ist dies nahezu widernatürlich. Das Herstellen der alten Ordnung (Mann = Beruf Frau = Haushalt) würde einfach mehr Glück für alle bedeuten, es ist ernsthaft betrachtet die einzig ‘wahre’ Gleichberechtigung. Alles andere untergräbt das Gemeinwohl und dient nicht einer WEiterentwicklung der Gesellschaft.

    Da nimmt es nicht wunder, dass z.B. Eva Hermann sich gegen diese Emanzipationsbewegung wehrt, weil sie nur ein Schutzschild für z.T. unqualifizierte Frauen ist bzw. ihnen einen unbotmäßigen Vorteil Männern gegenüber schafft, aber zudem viele Frauen das verloren haben, was sie eigentlich auszeichnet, nämlich ihre ganz persönliche “Weiblichkeit” und sich nur eine eigene Art von Einsamkeit eingehandelt haben.
    Man kann es jungen deutschen Männern nicht verdenken, wenn sie vor dieser neuen Art der “Weiblichkeit” zurückschrecken und sich versagen. Dadurch werden ausländische Frauen, die sich ihre Natürlichkeit noch bewahrt haben, zunehmend attraktiver, während die deutschen Frauen umgekehrt von gewissen Elenmenten als Möglichkeit entdeckt werden, Eintritt in diese Gesellschaft zu bekommen,also erst recht ausgenutzt werden. Prominente Beispiel gibts doch da genug.
    Es ist nicht viel mehr geblieben als Wehklagen und Geschwätzigkeit, symbolisiert durch eine gewisse Frau Schwarzer, die schon als die Mumifizierung ihrer eigenen Ambitionen gelten kann.

    Was aber ist mit den Männern? Werden sie nicht geschlechtsspezifisch unterdrückt? Wo ist die Bewegung des Maskulinismus?
    Nein , das ist lächerlich! Die Frau bleibt Opfer des Täters Mann, der vertreten ist durch frauenfeindliche, von Männern geschaffene Organisation des Alltages, der Gesellschaft, der Wirtschaft… Eine verlockende endlose Geschichte. Das Opfer das keines ist, aber Opfer sein will, verharrt anklagend mit steinalter Geste und Gedankengut. Feminismus ist christlicher Konservatismus.

    Als Unterhaltspflichtiger kann ich sagen, dass Mann für Frau und Kind in diesem Land mit seiner skandalösen Rechtspraxis einen noch viel höheren Preis zahlt. Ein “Unwohlsein” im System teilen also auch nicht wenige Männer.

    Zeugungsstreik war mal feministisch. Heute heißt es von männlicher Seite: ICH HABE ABGERIEBEN. Der Grund dafür ist aber ganz bestimmt nicht, dass Männer immer weiblicher werden. Männer sind auch “Opfer der Verhältnisse”. Das hauptamtliche Opfer Frau will davon naturgemäß nichts wissen.

    Letztendlich wird nach wie vor die Hauptleistung in dieser Gesellschaft von den Männern getragen, die Frauen tragen (ausser ihrer ewigen Nörgelei) nicht wirklich etwas bei. Im Grunde leisten sie nichts… und sollten dankbar sein, wenn die Männer die Bereitschaft zeigen, sie zu versorgen.

  45. Melody Says:

    Whoa. Da ist wohl irgendwas mit dem Verfallsdatum des Sonntagmittagessens falsch gelaufen.

  46. Angel Says:

    Wow, ich bin nahezu sprachlos. Tut das eigentlich weh?

    Es ist sicherlich ganz toll, wenn man(n) sagen kann, dass seine Frau ganz zufrieden ist, mit den Dingen die so sind wie sie Natur- und (Gott-)gewollt so sind. Achja, dann ist die Welt in Ordnung, ganz besonders dann wenn man die lästigen und nervigen Dinge so bequem abschieben kann und die Augen einfach zumacht vor dem Leben. Ich würde zu so einer Aussage gern mal die betreffende Frau hören :-)

    Ich bezweifle nicht, dass es Lebensentwürfe gibt, die ganz nach dem traditionellen Muster aufgebaut sind und für alle Beteiligten völlig in Ordnung sind, aber woher kommt die Schlussfolgerung, dass deswegen alle so leben müssen und dass jede Abweichung irgendwie falsch und ungesund ist?

  47. merlin Says:

    Es braucht keine Feministinnen es braucht gesunden Menschenverstand, die Einsicht, dass irgendeine Art von Rollenbildern der Tot jeder Beziehung sein können und das werden Feministinnen nicht schaffen. Niemand glaubt mehr an Kämpferinnen für die Rechte “der Frau”. Warum sollte man auch?

    Man sollte eher zusammen für die Rechte der Familie kämpfen, oder für die Rechte der Kinder aber sich in Selbstmitleid ergehen oder vor selbstgerechtem Zorn erschaudern bringt nun wirklich nichts und das ist das einzige worin die sog. Kämpferinnen für die Rechte “der Frau” noch gut sind.

    Ich will damit nicht sagen, dass ich dafür bin, dass Frauen zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern etc. ganz im Gegenteil, ich finde das wir als Gesellschaft mehr Möglichkeiten schaffen sollten, das Eltern ihre eigene Lösung finden können. Ich meine es gibt viele Möglichkeiten sich mit 2 Personen um Kinder, Haushalt, Arbeit zu kümmern und die liegen irgendwo zwischen Mann bleibt zu Hause und kümmert sich um Kinder + Haushalt und Frau arbeitet und Frau bleibt zu Hause kümmert sich um Kinder+Haushalt und Mann arbeitet. Merkwürdigerweise würden sich seeeeehr wenige Frauen auf das erste Extrem einlassen, ich frage mich ja warum. Bei all dem selbstgerechten Gehabe der ach so unterdrückten Frauen sollte man doch erwarten, dass sie eine solche Lösung ohne zu überlegen annehmen würden. (das würde dann in ca 3 Monate zu Hause für die Frau resultieren … aber das ist was anders als 12 Jahre oder?)

  48. Ute Says:

    “Doesntmatter” kommt mir doch schwer bekannt vor. Ralf oder Guildo, wer von Euch beiden versteckt sich denn diesmal vorsichtshalber hinter einem Pseudonym? *g*

    http://www.wunschkinder.net/blog/2005/03/16/maenner-im-zeugungsstreik.html

  49. Ute Says:

    Rainer käme auch noch in Frage, von wegen “Frauen aus dem Ausland”.

    http://www.wunschkinder.net/blog/2005/03/16/maenner-im-zeugungsstreik.html#comment-1850

  50. Sanníe Says:

    > Als Unterhaltspflichtiger kann ich sagen, dass Mann für Frau und
    > Kind in diesem Land mit seiner skandalösen Rechtspraxis einen
    > noch viel höheren Preis zahlt.

    Woran liegt es denn, daß es fast immer Männer sind, die Unterhalt zahlen müssen? Daran, daß es eben auch fast immer die Frauen sind, die ihren Beruf aufgeben. Es ist doch genau das Realität, was Sie so weinerlich einfordern – mit allen Konsequenzen für beide Seiten.

  51. Tim Says:

    Meine Frau verdient mehr Geld – wie beide arbeiten Teilzeit. Ich koche, weil ich nur 2-3x die Woche beruflich ausserhalb bin. Das Au-pair ist weiblich – wir hätten auch einen jungen Mann genommen, wenn er uns zugesagt hätte. Das grössere Auto habe ich, obwohl es auch nur das keinste Modell eines deutschen Herstellers ist. Das dritte Auto ohne festem Dach steht leider oft nur im Hof rum.

    Ist nicht ganz typisch… Daher: Unsere Gesellschaft braucht Feminismus und die Feministinnen.

  52. mein arsch Says:

    Wie kann man sich mit zwei Teilzeitgehältern drei Autos und ein Au-Pair leisten? DAS würde mich mal interessieren…

  53. Tim Says:

    Und ein grosses Haus dazu. Mit 4000 qm Grundstück (gut, natürlich nicht mitten in Düsseldorf….).

    Es kommt halt auf den Job an. Ich beschwere mich auch nicht. Aber hier geht es doch eigentlich um die Rollenverteilung und nicht um um die Frage, wie man seinen Lebensstandard finanziert?

    Aber da wären wir beim Geld. Ohne die beiden Kinder könnten wir Vollzeit arbeiten, könnten echte Karriere machen, bräuchten kein Au-pair, usw. Das würde einen Haufen Kohle bringen und ein paar nette Urlaube und erheblich grössere Autos, elektronische Gadgets usw. – worauf wir verzichten.

    Den Kommentaren kann man entnehmen, dass die Rollenverteilung viel mit dem Einkommen zu tun hat. Auch bessere Kinderbetreuung würde da nicht helfen, solange Männer besser bezahlt werden als Frauen – für die gleiche Tätigkeit. Meine Frau und ich verdienen ähnlich viel (die Frau ein wenig besser). Das hilft sehr, die Aufgaben in der Familie gleichmässig zu verteilen. Das geht, auch wenn man geute Vorsätze hat, nicht ohne Konflikte ab. Wenn einer finanziell unterlegen ist, dann hat er bei sowas keine Chance sich durchzusetzen.

  54. mein arsch Says:

    Mich interessiert es aber hauptsächlich mit welchen Jobs man sich sowas in Teilzeit leisten kann. Ich arbeite Vollzeit und komme nur grade so über die Runden. Da wird man halt neugierig.

    Was machen Sie und ihre Gattin denn in Teilzeit? Ölmagnat? Eisenbahn-Tycoon? Drogenbaron?

    Ich bin nur neugierig, vielleicht muss ich ja meinen Job wechseln…

  55. Tim Says:

    Wie war das: 10% der Einkommensteuerzahler zahlen 50% des Steueraufkommens? Also muss es muss ja einige geben, die den Staat unter die Arme greifen. Sind das nur Vollzeitbeschäftigte Doppelverdiener?

    Vielleicht müssen Sie wirklich mal Ihren Job wechseln.

  56. Melody Says:

    »finanziell unterlegen«

    Das muss man sich mal auf den Tasten zergehen lassen: Wenn einer finanziell unterlegen ist … ist das natürlich nicht so gut für das, was Menschen als Partnerschaft bezeichnen, die mit solchen Begriffen hantieren.

    Ich betrachte diese Diskussion als wissenschaftlichen Beweis für die Existenz von Parallelwelten.

  57. Tim Says:

    Finanziell unterlegen – ist unglücklich formuliert, das habe ich gestern auch schon gedacht.

    Klar gibt es die Ideal-Partnerschaften. Jeder nimmt auf den jeweils anderen Rücksicht, alle Dinge werden gemeinsam besprochen, alle Aufgaben geteilt, usw.

    Wie sieht die Realität aus: Wenn es hart auf hart kommt, dann fällt das Argument: “Ich bringe ja das Geld nach Hause.” Die Realität in Deutschland ist auch, dass die meisten Haushalte finanziell ziemlich gucken müssen, wie sie über die Runden kommen. Da wird “Geld” automatisch ein relevanter Faktor beim Zuammenleben.

    Ein gesundes Mass an wirtschaftlicher Unabhängigkeit jedes Partners halte ich für Vorteilhaft für eine Beziehung. Und Melody: Bei Ihnen ist es doch auch so? Oder sind Sie das heimchen am Herd und der Gatte schafft die Kohle ran?

  58. Melody Says:

    Unsere Realitäten zu vergleichen lohnt offensichtlich nicht. Wenn ich das Heimchen am Herd wäre, würde es jemand anderen etwas angehen? Ich bin’s nun mal zufällig nicht, aber müsste ich mich rechtfertigen? War das am Anfang dieser Diskussion nicht noch andersrum?

    Die wilden Stories von den lukrativen Teilzeitjobs glaube ich natürlich.

  59. Tim Says:

    Teilzeit ist 30 Std./Woche – also nicht so sehr von Vollzeit entfernt. Als gelernte Europa-Sekretärin macht es vielleicht Schwierigkeiten, sich vorzustellen, dass in Unternehmen verantwortungsvolle Posten auch ganz gut bezahlt werden. Aber ist auch egal, an was Sie glauben.

    Der Anfang der Diskussion war, dass es mit der Gleichberechtigung noch ein weiter Weg ist. Die finanzielle Gleichberechtigung ist ein Aspekt. Der auch zur Folge hat, dass es mit der gesellschaftlichen Gleichbrechtigung nicht so richtig vorangeht. Wie ist das: “Wer zahlt, bestimmt die Musik”?

  60. Tim Says:

    Teilzeit ist 30 Std./Woche – also nicht so sehr von Vollzeit entfernt. Als gelernte Europa-Sekretärin macht es vielleicht Schwierigkeiten, sich vorzustellen, dass in Unternehmen verantwortungsvolle Posten auch ganz gut bezahlt werden. Aber ist auch egal, an was Sie glauben.

    Der Anfang der Diskussion war, dass es mit der Gleichberechtigung noch ein weiter Weg ist. Die finanzielle Gleichberechtigung ist ein Aspekt. Der auch zur Folge hat, dass es mit der gesellschaftlichen Gleichberechtigung nicht so richtig vorangeht. Wie ist das: “Wer zahlt, bestimmt die Musik”? Aber diese Probleme hat ja Eva Herrmann nicht, denke ich.

  61. Melody Says:

    Ich bin keine gelernte Europasekretärin. Das muss ich wohl noch ergänzen. Wichtiger aber:

    Hiermit möchte ich mich bei allen Mitlesenden entschuldigen, dass ich auf Tim eingegangen bin, den schmuddeligen Kommentarherpes der deutschen Blogosphäre.

  62. Sanníe Says:

    > Finanziell unterlegen – ist unglücklich formuliert

    Finde ich eigentlich nicht. Ist aber ohnehin nur ein Hilfsargument.

    Entscheidend ist ja leider nicht nur, wie die jeweiligen Partner das sehen, sondern auch die Gesellschaft. Als ich weniger verdiente – und das auch noch im Homeoffice – durfte ich mir keinerlei Klage über mangelnde Mitarbeit im Haushalt erlauben. “Er geht ja schließlich den ganzen Tag arbeiten und Du bist zu Hause”, hieß es. Und: “Du lebst ja auch (nicht schlecht) davon.”

    Muß ich erwähnen, daß sich an meiner (Doppel-)Belastung wenig änderte, als ich plötzlich für beide verdienen mußte, er hingegen zuhause saß? Es hat auch niemand von außerhalb für selbstverständlich gehalten, daß der Haushalt oder auch nur Kleinigkeiten wie Geschenk-Besorgungen nun von ihm erledigt werden sollte.

    So ist die Gesellschaft in ganz großen Teilen – immer noch.

  63. ichichich Says:

    Prima. Jetzt sollten Sie sich nur noch für die Bezeichnung “schmuddeliger Kommentarherpes” entschuldigen.

    (Meine Fresse, es gibt offenbar Themen, die kann man nicht diskutieren, ohne in Beleidigungen abzudriften.)

  64. Melody Says:

    Vielleicht sollte ich das, weil es mir hier rausgerutscht ist – aber ganz sicher nicht bei “Tim”, denn das ist nun mal das, was ich von ihm halte. Oder die Hälfte davon.

  65. M1 Says:

    Hej Leute…….was geht hier ab??

    Es ist doch wie mit allem zwischen verschiedenen Menschen….man kommt nur weiter mit:”Gleiches Recht und gleiche “Pflichten” für ALLE!” Das heißt aber nicht, dass man das kleinlich 1 : 1 umsetzen muss ( ich bügele 1 Stunde und mein Mann muss dann auch 1 Stunde bügeln bzw. mein Mann kloppt 3 Stunden Fliesen ab und ich dann auch ). Es sollte einfach nur ausgeglichen sein.

    Speziell bei den Frauen ist es aber glaube ich so, dass die meisten Mütter und Hausfrauen glauben, dass sich “draußen” auf dem Arbeitsmarkt das
    Leben abspielt und selbiges somit an ihnen vorbeirauscht. Aber bitte, ist
    es denn wirklich so viel erquicklicher für irgendeinen Arsch von Chef zu arbeiten, als für seine eigenen Leute ( Familie ) da zu sein ???
    Ist es soooo toll, als Managerin in einer Vorstandsetage von ebensolchen Managern und Managerinnen bewundert zu werden??? Die dafür bezahlt werden, sich irgendeinen Scheiß ausdenken, welchen man der Menschheit wieder für teuer Geld verkaufen kann??? Oder Aktien hin und her schieben?

    Und glaubt Ihr nicht, dass viele Männer wirklich gerne zu Hause bleiben wollten sich aber nicht trauen es zu sagen, weil sie doch damit in der Gesellschaft als Pantoffelheld dastehen ?? Und welche Frau findet einen putzenden Mann erotisch??? Also bitte…….und um die Fortpflanzung geht es generell in der Natur und um sonst garnichts…..alles Treiben dient der Fortpflanzung….da können wir noch so schlau daher reden.

    Auch wenn Frauen sich noch so sehr bemühen…..es gibt keine Gleichheit der Geschlechter……! Nur gleiche Rechte und und vor allem “Pflichten”!
    Als Frau kann ist ja sagen, dass ich es unerträglich finde, wie manche Frauen die “Emanzipation” generell nur dann gut finden, wenn es um ihre Rechte geht. Von Pflichten ist da selten die Rede. Wie komme ich als Frau zum Beispiel dazu, dass mich ein Ex-Mann weiter finanzieren muss, wenn ich ihm den Laufpass gebe??? Hallo??? Als Mann ist man dagegen doch meist bankrott, wenn einem die Frau mit zwei Kindern durchbrennt.

    Generell hat die Natur schon ihren Plan dabei gehabt, die Fähigkeiten so zu verteilen wie sie sind. Stellt Euch vor eine Neandertalerin hätte ihre Höhle und die Kinder verlassen, um mit auf die Mammutjagd zu gehen??? Wir
    wären lang ausgestorben…..von daher liegt Frau Herman nicht so ganz
    falsch.

    Und die Natur sollte man nicht verändern….machen wir Menschen eh schon zu oft. Wer als Frau glaubt, in einem Männerkörper zu stecken, sich wie ein Mann zu kleiden, sich männlich zu verhalten und Männerarbeit zu verrichten…..bitteschön, aber niemand hat dadurch das Recht, die Frauen die dies nicht möchten, als willenlose Hausmütterchen abzukanzeln bzw. für sie zu sprechen. Ich will nicht wissen, wieviele Frauen ( nicht Männer ) Eva Herman insgeheim Recht geben mit ihren Ansichten.

    Man will als Mensch anerkennt werden…..egal ob man am Herd steht oder hinter dem Schreibtisch sitzt. Ob man im Kongo lebt oder in New York,
    ob man Katholik ist oder Moslem. Ob ich Frau bin oder Mann.

    Ich bin übrigens ein weiblicher Mensch, verheiratet, berufstätig, ohne Kinder und würde liebend gerne mit einem “Hausmütterchen” tauschen.

    Männer emanzipiert Euch!

  66. thomas f Says:

    Apropos gescheiterte Emanzipation:
    Wie sah O.M. Graf das voraus?
    “Zurechtgedachtes wird von Lebendigem zerkrümelt.”
    oder besser:
    “Dennoch kann von einem eigentlichen Dualismus nicht geredet werden denn es besteht zwischen den beiden Zeichen das Verhältnis einer klaren Rangordnung. An sich ist natürlich das Empfangende ebenso wichtig wie das Schöpferische. Aber dadurch die Eigenschaft der Hingebung ist die Stellung dieser Urkraft, dem Schöpferischen gegenüber bezeichnet. Sie muß unter der Leitung und Anregung des Schöpferischen sein, dann wirkt sie heilvoll. Nur wenn sie aus dieser Stellung heraustritt und dem Schöpferischen ebenbürtig zur Seite treten will, wird sie böse. [!] Daraus ergibt sich dann Gegensatz und Kampf gegen das Schöpferische, der für beide Teile unheilvoll wirkt..”. (!!!) Aus dem I Ging