“Aber mit der Gerechtigkeit ist das so eine Sache…”
Donnerstag, 16. März 2006 geschrieben von Syberia“Das hat mit Bestrafung nichts zu tun und es ist auch keine Diskreminierung. Man muß sich einmal zurückversetzen in die Zeit, als es noch keine gesetzliche Rentenversicherung gab. Und da wäre auch jemand, der keine Kinder hat, nicht auf die Idee gekommen, auf die Kinder anderer Familien zuzukommen und zu sagen, sie sollen ihnen jetzt im Alter etwas bezahlen. Er hätte also vorher dafür sorgen müssen, dass er entweder Vermögen aufbaut oder, was damals auch geschah, dass Kinder angenommen wurden oder wie immer. Aber mit der Gerechtigkeit ist das so eine Sache. Wir haben uns an dieses System gewöhnt, aber das ist nicht zwingend, das man es so weiter macht.”
Johann Eekhoff in einem Interview mit dem WDR
Ok, einverstanden. Gebt mir meine Beiträge zurück, die ich bisher in die Rentenkasse eingezahlt habe. Mit Zinsen. Klug angelegt hätte ich vermutlich etwa drei- bis viermal so viel davon, als wenn sie mir anteilig als Rente ausgezahlt würden.

März 16th, 2006 at 13:08
Und wenn man dann noch weiter zurückgeht, dann wären Leute ohne Kinder auch nicht auf den Gedanken gekommen, durch ihre Abgaben freie Schulen, Kindergärten etc. für anderer Leute Kinder mitzufinanzieren. Wenn man aber weiter vorgeht, dann kann man die Rentenkasse eh komplett vergessen. Ob mit oder ohne Kinder.
März 16th, 2006 at 16:58
@Gloria: Gut, das als Sie zur Schule gingen schon jemand Kindergarten und Schule finanziert hatte und Ihre Eltern das nicht alleine tragen mussten. Schon mal darüber nachgedacht?
@Syberia: Das denke ich auch manchmal, obwohl ich auch drei Kinder habe. Ich persönlich würde die Kröten des RV-Beitrag privat sicherlich auch besser anlegen.
ABER,
ausser uns beiden machen das noch 10% in Deutschland, der Rest verprasst die Kohle Monat für Monat sinnlos (was als nebeneffekt die Preise steigen lässt und somit sinkt auch automatisch unsere Sparquote!) und hat mit 60 nix gespart oder ist Pleite weil er auf die falsche Anlage gesetzt hat (siehe Horst Janson der mit 70 nun von Talkshow tingelt weil er wegen Ostimmobilien pleite ist). Das sind dann 90% Sozialhilfefälle und wovon wird die Sozialhilfe finanziert? Achja, und wenn Sie arbeitslos, krank etc. sind wer zahlt dann den Beitrag in Ihren Vermögensplan ein?
Es ist jetzt eine blöde Diskussion weil es die “mittelalten” (mit 33 zähle ich mich jetzt mal dazu) mit der vollen Härte trifft. Ich werde nur noch Grundsicherung bekommen, bis 67 arbeiten müssen und aufgrund des medizinischen Fortschritt bis dahin, ewig leben…
Wenn ich jetzt nicht anfange (bzw. weitermache) privat vorzusorgen wird das heftig. Sicherlich hat die Politik das bisher nie ernsthaft gesagt, aber es war doch eh abzusehen.
In 30 jahren wird auch wieder alles besser dann sind die heutigen “Rentner-Bonzen” (sorry!) mit den dicken Renten weg und wir haben uns an alles gewöhnt und sollten dann sogar wieder mehr Kinder in der Pipeline sein dann kann man wieder über Luxusrenten nachdenken….
März 16th, 2006 at 17:33
Der Absatz am Schluß, da haben Sie Recht. Der Wohlstandsspuk ist dann vorbei. Aber meinen Rentnereltern gönn ich jetzt was sie haben.
März 16th, 2006 at 17:44
Ich meinen auch, das ist schließlich auch die Generation, die Deutschland aus Trümmern wieder aufgebaut und mit harter Arbeit für Wohlstand gesorgt hat.
März 16th, 2006 at 18:59
Jau, war mein Gedanke auch heute morgen, als ich das im Radio gehört habe. Aber wer zahlt dann meinen Eltern die wohlverdiente Rente?
Ich fürchte wir ‘mittelalten’ (ich übernehme das jetzt mal von Daniel) werden die armen Schweine sein, die einerseits den ‘Generationenvertrag’ für die jetzigen Alten erfüllen müssen und auf der anderen Seite kaum etwas annähernd Vergleichbares von den heutigen und zukünftigen Kindern bekommen. Muss so sein, denn die werden uns dann nicht stemmen können. Noch gehe ich allerdings davon aus, dass man uns nicht verhungern und erfrieren lassen wird. Darum, ob wir in Luxus oder zumindest bequem alt werden dürfen, werden wir uns wohl selber kümmern müssen.
Ich glaube übrigens auch nicht dass es bei Arbeiten bis 67 bleibt. In meinem Job (Büro-Job) dürfte das kein Problem sein (so Jobs vorhanden sind natürlich), aber jemand der sein Leben lang schwere körperliche Arbeit geleistet hat, sieht das sicherlich anders.
März 16th, 2006 at 18:59
Hatten nicht dieselbe Leute dafür gesorgt, dass Deutschland überhaupt erst in Trümmer gelegt wurde?
März 16th, 2006 at 19:04
@Daniel: Sie haben mich nicht verstanden. Mit dem Beitrag möchte ich ausdrücken, wie bescheuert die überaus einseitige Argumentationsweise des Herrn Eekhoff ist. Aber mich wundert gar nix mehr. Es war – in der Tat – lange abzusehen. Auch ich gönne meinen Eltern ihre gute Rente und kann sie nur dazu beglückwünschen, dass sie ein Leben lang auch privat vorgesorgt haben.
März 17th, 2006 at 10:28
Ja, mit den “Argumenten” dieses Herrn kann man natürlich jegliches Solidarprinzip in Frage stellen. *kopfschüttel*
März 17th, 2006 at 10:43
Ich (34) würde sogar sagen – laßt mich raus und vergeßt die bezahlten Beiträge. Lieber ein Ende mit Schrecken als gutem Geld schlechtes hinterherwerfen.
November 30th, 2006 at 09:41
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November 30th, 2006 at 10:15
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