Wie im Mittelalter:

Samstag, 28. Januar 2006 geschrieben von Syberia

Mache eine ungehörige Bemerkung zu einem Kirchenfürsten – und dein Kopf rollt.

Die katholische Kirche begründet ihre Auffassung, schwule und lesbische Lebensgemeinschaften seien verwerflich, immer noch gern damit, diese würden nicht zum Zwecke der Kindeszeugung geschlossen. Das schnarcht mich zu sehr an, als dass ich es kommentieren möchte.

Nicht klar ist mir, weshalb Herr Renner seinen Hut nimmt. Nicht einmal eine Entschuldigung wäre fällig gewesen für die Bemerkung, die Kirche solle zulassen, dass Priester Kinder zeugten! Sie tun es doch ohnehin. Skandalös ist der Umgang der Kirche mit den Müttern und Kindern.

Unfassbar, welche Macht die Katholen heute noch ausüben – und auf welche Art und Weise sie es tun. Wann findet diese heuchlerische, bigotte, sexuelle Verklemmheit, die im Gewande katholischer Moral daher kommt und für unfassbares Leid sorgt endlich ein Ende? Vermutlich erst an dem Tag, an dem eine schwarze Frau Päpstin wird.

11 Antworten to “Wie im Mittelalter:”

  1. Doris Says:

    Zur schwarzen Päpstin fiele mir Whoopi Goldberg ein….

  2. le Says:

    Du sollst deinen Nächsten lieben.

    Was hat das denn mit moralischen Vorwuerfen gegen Schwule und Lesben zu tun? Und noch ist nicht erwiesen, dass Jesus eine hete war.

    Gott verzeih mir.

  3. semmel Says:

    Die Sache ist relativ einfach: Wir stecken hier schon mitten im Wahlkampf. Und die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist im katholischen Baden-Württemberg eine echte Mafia. Wenn die ihren Schäflein per Predigt befehlen, nicht zur Landtagswahl zu gehen, wäre das für die CDU bitter. Baden-Württemberg ist kaum besser als Bayern. Auf dem Land ist des Pfarrers Wort Gesetz.

  4. kelef Says:

    @semmel: “Auf dem Land ist des Pfarrers Wort Gesetz.” so ist es. und, wie mir von gut informierten quellen stets bestätigt wurde, ist ein guter pfarrer nur einer, der eine gute, dicke, freundliche pfarrersköchin hat. die ist nämlich noch wichtiger und einflussreicher als der pfarrer, auch wenn sie nicht so direkt in die dörflichen geschehen eingreift.

  5. Zappelfillip Says:

    Mir ist auch alles sehr suspekt, was mit dieser größten aller Sekten zu tun hat. Und Deutschland rühmt sich noch damit, dass es Papst sei *kopfschüttel*

  6. schmerles Says:

    Der Vorgang liegt schon länger zurück. Wenn man jetzt meint, daran sind katholische Kreise schuld, dann irrt man, sehr naiv. Da geht es um parteiinterne Postenhuberei und Machtverteilung. Der Anlaß ist willkommen.

  7. semmel Says:

    Der Herr Oettinger stellt sich erstmals zur Wahl in BaWü. Die Frau Vogt von der SPD kommt bei den Leuten ganz gut an. Deswegen duldet der Herr Oettinger keinerlei Irritationen auf dem Weg zu seiner 1. echten Wahl. Egal wie weit sie zurückliegen.

  8. Syberia Says:

    Parteiklüngel hin, Postenschieberei her – offenbar reicht die “Empörung” über jene Bemerkungen aus, um einen Rücktritt zu erwirken. Wofür das “C” im Parteinamen steht, war mir schon als Kind nicht klar.

  9. schmerles Says:

    Vogt wird wieder ein Grund für mich sein, zu überlegen, ob ich die SPD wählen kann.

  10. lup Says:

    Es soll auch aus dem katholischen Glauben kommen, dass es zu erst einen weißen Papst gibt, dann einen “Schwarzen”, und dann soll die Welt untergehen! Habe ich von einem polnischen Freund, dessen Familie sehr alt-katholisch ist.

  11. dieJulia Says:

    Diese religiösen Fanatiker sind alle gleich
    doof.
    Die einen verbrennen Fahnen wegen eines Cartoons, die anderen wollen Darwin verbieten und mißbrauchen kleine Jungs. T’schuldigung, aber da kommt mir die Galle hoch. Wenn “religio” wirklich “Rückbindung” bedeutet, dann ist wohl die an das finstere Mittelalter gemeint. Hoffentlich können wir bald den Mars besiedeln, aber bitte ohne Prediger. Da bin ich glatt dabei.
    Bäh.