Ich krieg’ die Krise!
Mittwoch, 21. Dezember 2005 geschrieben von SyberiaFür einen ordentlichen Menschen wie mich ist so ein Umzug eh etwas Furchtbares, denn danach ist nichts, aber auch gar nichts mehr an seinem Platz. Und ich MAG es, wenn ALLES an SEINEM Platz ist. Ich hasse es dagegen, wenn ich Schraubenzieher in meiner Unterwäsche, CD’s in der Küchenschublade und Brotmesser in der Waschmaschine finde.
Meine 20.000 Bücher waren mal regalweise nach Themen, Sprache (und innerhalb dessen natürlich autorenalphabetisch) gestellt. Jetzt findet sich für den Job benötigte Fachliteratur neben französischen Romanen aus dem 19. Jahrhundert und englischen Dilbertcomics. AAAAH! Wie lange das dauern wird, alles wieder so zu räumen, wie es mal war! Tage! Nein, Wochen! Ach, was rede ich, es muss alles raus und von vorne… – MONATE!
Und was sie meinen Schuhen angetan haben! Einfach aufeinander gestapelt in den Schuhschrank gestopft! GESTOPFT! Dabei sind meine Lieblinge daran gewöhnt nach Farbe und Absatzhöhe sortiert, von erlesenen Cremes verwöhnt, liebevoll poliert und mit Spannern versehen im Schrank zu weilen – jedes Paar auf seinem Bord. Ich habe zum Beispiel ein Paar klassische schwarze Wildlederpumps, die sind 8 Jahre alt und vor dem Umzug hätte ich sie als neu bei ebay versteigern können! Aber jetzt: der Absatz verkratzt, das Leder an der Spitze aufgeschürft, die Sohle eingegekerbt. Welche grausamen Ungeheuer kriegen so etwas fertig?
Das Schlimmste aber sah ich heute morgen bei einem Blick in meinen Badezimmerschrank… *Schluckauf*… nein, es ist zu schrecklich… *hicks*… ich kann nicht… aufgeschraubte Lippenstifte… Augenbrauen- und Kajalstifte ohne Kappen… *hicks-hicks*… gesplitterte Puderdosen… *HICKS*… verschmierte Wimpernzangen, Pinzetten und Feilen… das Ganze schwimmt in einer klebrigen Lache aus Parfum, das aus einer zerbrochenen Flasche ausgelaufen ist… *HICKSHICKSHICKS!*…
Bitte entschuldigen Sie mich… ich brauche jetzt etwas Hochprozentiges… im Karton mit den Büroutensilien war doch noch…
*Schnief*.

Dezember 21st, 2005 at 13:58
Erst ein Chaos ermöglicht Ordnung.
Wie sonst könnte man unterscheiden?
Dezember 21st, 2005 at 14:01
“erlesenen Cremes verwöhnt”: schöner kann man den Vorgang des in ein Tretminchen reintreten nicht ausdrücken
Dezember 21st, 2005 at 14:13
haben Sie denn nicht selbst ein- und ausgepackt??
Sie machen mir weiter Angst vor dem eigenen Umzug.
Dezember 21st, 2005 at 14:42
Jaja, “ein Genie beherrscht das Chaos”.
Herr Schmerles, ich muss doch sehr bitten, ich bin schon genuch betrübt.
Theoretisch hatten wir 1 Vollen-Service-Umzuch. Praktisch waren wir drei Tage lang völlich fettich mitte Welt – aber leider noch lange nich mit Auspacken, Anmontieren, Anschliessen unso weiter.
Frau Marion, ich drücke Sie ganz doll fest die Daumen. Hören Sie nich auf mich, weil Umziehn gehört nu mal übahoppt nich zu meine bevorzugte Hobbies. Ich bin 1 wenich hysterisch, deshalb. Aber Sie sind da viel kühler und machen datt mit links!
Dezember 21st, 2005 at 17:11
Jaja, wie meine Mutter schon immer sagte: Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt…
Dezember 21st, 2005 at 17:12
Jetzt kommt Weihnachten. Da wirds ruhiger. Fahren Sie erst Mal zu Ihren Eltern in den Ruhrpott, Heimatluft schnuppern, Sie Arme.
Dezember 21st, 2005 at 17:13
ihre frau mama irrt, manchmal ist einmal umgezogen soviel wie dreimal abgebrannt. erinnern sie mich nicht, weihnachten kommt gerade. obwohl …
Dezember 21st, 2005 at 17:36
Ja nee, Weihnachten fällt bei uns diesett Jahr so gut wie flach. Die Deko bleibt…äh… da, wo auch immer die sich grade an befinden iss, gibt nur kleine Geschenke und kochen tut meine Schwiegermutter. Ich fahr ers in neuen Jahr inne Heimat, weil vorher heiraten noch Freunde von uns und mein Vater feiert in Januar 1 runden Geburtstach, datt wär dann alles zu kurz hintereinander.