Genial!
Freitag, 22. April 2005 geschrieben von Syberia
Nach eigenem Bekunden war Harry Rowohlt heute abend “völlig durch den Wind”, weil seine Mutter kürzlich gestorben ist und er bis zu ihrem Tod gedacht hatte, er könne sie a) nicht leiden und sie sei b) unsterblich. Beides als Irrtum zu erkennen betrübe ihn sehr. War dennoch ein klasse Abend. Ich kenne nicht viele Menschen, die auf derart hohem (Bildungs)Niveau Boshaftigkeiten verfeuerwerken können ohne bösartig zu wirken. Chapeau!
Hab’ mich allerdings heute auch ein wenig über mich selbst geärgert. In der Pause sass Herr Rowohlt nämlich am Signiertisch und ich bin mit einer CD und zwei Büchern zu ihm hin. Auf die CD hat er mich angesprochen, meine Wahl gelobt und einen Scherz gemacht. Ich hab’ nur dagestanden, gelächelt, nur die Hälfte verstanden, gelächelt, mich nicht getraut nachzufragen, gelächelt, irgendetwas geantwortet, gelächelt. Schriftsteller, Schauspieler und Künstler, die ich sehr bewundere, lösen diese Art geistige Lähmungserscheinungen regelmässig bei mir aus. Der Mann muss mich für eine komplette Idiotin halten.
Deshalb habe ich dann Herrn A. überredet (ok, ok, ich hab’ solange gequengelt, bis er nachgegeben hat) ein Foto zu machen. Mir war’s zu peinlich.

April 22nd, 2005 at 12:37
Er hat fünf Pils und eine halbe Flasche Paddy (der sei vertraglich vereinbart) weggetrunken wie nix. Dazu eine Packung Gauloises ohne Filter. Man hat ihm nicht das mindeste angemerkt. Herr A. hat mal erlebt, wie er innerhalb von vier Stunden eine halbe Flasche Korn geleert hat.
April 22nd, 2005 at 13:02
Yo, der Mann hat einen gesunden Zug am Leib.
Schade, daß die Bestuhlung und die Belüftung des Veranstaltungsortes so besch…eiden war, daß am Ende kein rechter Applaus mehr aufkommen wollte. Ich bin sicher Herr Rowohlt hätte bereitwillig noch die eine oder andere Hymne oder das eine oder andere Piratengedicht nachgelegt. So war es dann doch eher plötzlich zuende.
April 22nd, 2005 at 13:27
Das mit dem “vertraglich vereinbart” stimmt. Hihi, so eine Schrulle find ich nett.
April 22nd, 2005 at 14:38
Aber doch nur, damit er eine Karte von Irland herzeigen kann!
Herumgehen lassen wollte er die Flasche in Witten nicht, da es im Ruhrgebiet dabei immer zu Schwund käme.
April 22nd, 2005 at 06:12
Und dann haste dich auch noch so plump ins Bild reingequetscht mit deim Pagenkopp. Aber er hat’s nicht gemerkt, der Harry. Harry sieht echt aus wie Karl.
April 22nd, 2005 at 08:18
Tz. Das rechts ist die nette Dame von der Buchhandlung, die sich kostenlos in ihrer Freizeit um den Büchertisch gekümmert hat. Das mit der Karl-Ähnlichkeit ist Absicht, ich bin sicher.
April 22nd, 2005 at 11:18
Und? Hatte er auch sein eigene Whisky – Flasche für den Abend?